Angesichts der weltweit beobachtbaren Klimaveränderungen, dem Rückgang der Ressourcen und wachsenden Ausgaben zur Bewältigung von Katastrophen gewinnt Nachhaltigkeit (engl. „sustainability“) als wirtschaftlicher Faktor zunehmend an Bedeutung. Im Verständnis der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags „Schutz des Menschen und der Umwelt“ bezeichnet Nachhaltigkeit „die Konzeption einer dauerhaft zukunftsfähigen Entwicklung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension menschlicher Existenz. Die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit stehen miteinander in Wechselwirkung und bedürfen langfristig einer ausgewogenen Koordination.“
Ziel des Forschungsprojekts „Sustainable Campus HTW Dresden" ist die Entwicklung eines beispielhaften Hochschulcampus in Sachsen, der alle drei Aspekte der Nachhaltigkeit – ihre ökologische, ökonomische und soziokulturelle Dimension – in sich vereint. Neben Forschung und Lehre bilden die Hochschulverwaltung, das Gebäudemanagement, die Infrastruktur sowie die Öffentlichkeitsarbeit wichtige Handlungsfelder. Eine Bündelung der Aktivitäten in einem „Zentrum für nachhaltige Entwicklung“ wird angestrebt. Das Projekt hat Modellcharakter und soll auf weitere Hochschulen und öffentliche Einrichtungen in Sachsen übertragen werden.

Für die nächsten vier Jahre ist vorgesehen, eine Bestandsaufnahme und -bewertung der Gebäude, Außenanlagen und der technischen Infrastruktur der HTW Dresden vorzunehmen und eine Entwicklungskonzeption zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsprinzipien zu erarbeiten. Perspektivisch werden in einem Dreistufenplan Nachhaltigkeitsstrategien unter verschiedenen Zeithorizonten formuliert. Die Vision „Campus 2050“ steht dabei für Fernziele wie den Null-Energie-Campus, möglicherweise sogar den Plus-Energie-Campus. Sie basieren auf den konkreten Zielen des „Masterplans 2030“. Bis 2020 werden fürs Erste jährliche Maßnahmen auf dem Weg zur Nachhaltigkeit definiert: unter anderem energetische Gebäudesanierung und nachhaltige Gebäudeerweiterung, Abfallkonzepte, Mobilitätsmodelle und nachhaltige Ressourcenbeschaffung. Angedacht ist auch die Durchführung von Energiesparkampagnen und die Veröffentlichung eines Nachhaltigkeitsberichts, um umweltbewusstes Verhalten zu fördern. Im Hinblick auf die soziokulturelle Dimension der Nachhaltigkeit spielen Themen wie die Gewährleistung von Barrierefreiheit und einer Antidiskriminierungspraxis sowie die Schaffung neuer Kommunikations- und Partizipationsstrukturen eine wichtige Rolle.
Prof. Dipl.-Ing. Angela Mensing-de Jong
Fakultät Bauingenieurwesen/Architektur
Tel. 0351 / 462 34 61
