Regenwasserbewirtschaftungskonzept City Campus
Intelligente Versickerungssysteme reduzieren die Entwässerungsgebühren und dienen der weitgehenden Aufrechterhaltung des natürlichen Wasserkreislaufs. Auf dem City Campus werden in dem Teilprojekt unterschiedliche Versickerungsvarianten auf ihre Umsetzbarkeit hin untersucht. Ziel ist es, unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten ein Regenwasserbewirtschaftungskonzept zu erarbeiten.
Mit dem Projektstart wurden im Rahmen einer Diplomarbeit Daten zum bestehenden Entwässerungssystem und Flächenarten am City-Campus gesammelt und analysiert.

Potentielle Versickerungsflächen auf dem City Campus
Eine vollständige oder teilweise Sammlung von Regenwasser der Dachflächen der Gebäude des Campus ist schwierig. Die Gebäudeentwässerung ist auf eine Entsorgung als Mischsystem ausgelegt. Erst bei getrennten Schmutz- und Regenwasserleitungen könnte das Regenwasser extra gesammelt und versickert werden. Die Regenwasserableitung der Wege und Parkplatzflächen hingegen kann mit geringfügigen Änderungen der bestehenden Entwässerungsanlagen vorgenommen werden. Zuvor ist der Baugrund (Trümmerschuttareale) auf Versickerungsfähigkeit und Schadstoffbelastung zu überprüfen.
„Virtuelles Wasser“
Der augenscheinliche Wasserverbrauch der Haushalte ist in Deutschland seit 1990 kontinuierlich gesunken. Allerdings stellt dieser nur einen sehr geringen Teil unseres tatsächlichen Wasserkonsums dar. Für die Herstellung von Nahrungsmitteln, Kleidung, Industriegütern und für Dienstleistungen werden große Mengen an Wasser benötigt. So verbergen sich beispielsweise in 1 kg Baumwolle 11.000 Liter Wasser, die zur Bewässerung eingesetzt sowie im Zuge der Verarbeitung verschmutzt werden.
Die Tendenz des versteckten Wasserverbrauchs ist steigend. Um ihn anzuzeigen, wurde der Begriff “virtuelles Wasser” geprägt. Der internationale Handel mit „virtuellem Wasser“ beherbergt dabei Gefahren und Chancen zugleich: die weltweit sehr ungleiche Wasserverteilung könnte durch eine ressourcenangepasste Ausrichtung der regionalen Wirtschaft und einen entsprechenden Austausch von Wasser in Form von Handelswaren entscheidend entschärft werden.
Das Teilprojekt dient der Erforschung und der Information über ein global drängendes Thema. Es soll Denkanstöße liefern und Wege aufzeigen, wie eine Hochschule und jeder Einzelne seinen virtuellen Wasserkonsum reduzieren kann.