Fakultätsexkursionen

Die Professoren und Mitarbeiter der Fakultät Maschinenbau/Verfahrenstechnik nutzen die vorlesungsfreie Zeit im Sommer mit Weiterbildungsveranstaltungen der besonderen Art. Über Kontakte, die im Laufe der Jahre aufgebaut wurden, konnten interessante Werksbesichtigungen realisiert werden. Aufgrund der Teilnehmer aus allen vier Studiengängen werden bestimmt auch die Studenten des gesamten Fachbereichs in den Lehrveranstaltungen davon profitieren können.

Exkursion vom 27.08. - 29.08.2001 nach Zweibrücken

Exkursion vom 30.08. - 01.09.2004 nach Hamburg




Fachexkursion vom 27.08. - 29.08.2001 nach Zweibrücken

Langjährige Kontakte, die das Lehrgebiet Hydraulik/Pneumatik zur Demag Mobil Cranes GmbH hat, führten zu dem Angebot, die Kranfertigung eines der führenden Mobilkranhersteller der Welt zu besichtigen.


Sei einem halben Jahrhundert entwickelt Demag mobile Krane. Traditionsreichster Standort ist dabei Zweibrücken. Hier ist die Fabrikation der großen Teleskopkrane (bis zu 650 t Tragfähigkeit) und der Gittermastkrane angesiedelt. Das neue unweit vom Stammwerk entstandene Werk Wallerscheid ist eines der neuesten und modernsten Kranwerke der Welt. Hier werden die u.a. die sogenannten CityClass-Krane (max. 25 t Tragfähigkeit) gefertigt, die sich erfolgreich auf dem Weltmarkt durchsetzen konnten.



CityClass-Montage

Drehkranzfertigung

Gittermastkran auf dem Testgelände

Die präzise Fertigung der Teleskopausleger in Ovaloidform (Abb. rechts) war schon aus maschinenbau- und fertigungstechnischer Sicht ein beeindruckendes Erlebnis. Hinzu kommt noch die komplette Montage sämtlicher Ausrüstungen sowie der sich anschließende Versuch auf dem Testgelände mit den entsprechenden Traglasttests.
Spezielle Fachfragen konnten jederzeit von den Mitarbeitern dank der hervorragenden Organisation in einer sehr kompetenten Art und Weise beantwortet werden, so dass wohl jeder auf seine Kosten kam.


Da die Entfernung Dresden-Zweibrücken relativ groß war, wurde die Gelegenheit der Besichtigung der Union Werkzeugmaschinen GmbH in Chemnitz sowie der BASF AG in Ludwigshafen genutzt.

            
Das traditionsreiche Maschinenbauunternehmen mit einer nahezu 150-jährigen Erfahrung in der Großteilbearbeitung bietet seit seiner Neugründung im Jahre 1997 modernste Bohrwerke an. CNC-gesteuerte Horizontal-Bohr- und Fräsmaschinen sowie ganze Bearbeitungszentren gehören zur derzeitigen Produktprogramm.

            
Die BASF, gegründet 1865 als Badische Anilin- und Soda-Fabrik, ist eines der weltweit führenden Unternehmen der chemischen Industrie. Stammwerk der BASF AG ist Ludwigshafen. Auf der Fläche einer mittleren Kleinstadt wird dort die Vielfallt der chemischen Produktpalette von hochveredelten Chemikalien über Farben, Lacke, Pflanzenschutzmittel bis hin zu Kunststoffen und Fasern als Zwischen- bzw. Endprodukte sichtbar.

(September 2001)



Fachexkursion vom 30.08. - 01.09.2004 nach Hamburg

 

Im Mittelpunkt dieser Exkursion stand der Hamburger Container-Hafen mit seinen zwei großen Terminals sowie der Hafenbahnhof und Europas größte Hubbrücke, die Kattwyk-Brücke. Möglich wurde das über einen Kontakt von Herrn Kühne vom Studiengang Fahrzeugtechnik zur Firma HPTI (Hamburg Port Training Institut GmbH), die sich als unabhängiges Institut hauptsächlich mit logistischen Problemen der Hafenwirtschaft und des Seetransports beschäftigt und im Überseezentrum Schumacherwerder ansässig ist.


Alle erdenklichen Güter, vom Maschinenteil bis zum Olivenöl, werden mittlerweile fast ausschließlich mit Hilfe von Containern transportiert. Diese ursprünglich als Transportverpackung für das Militär entwickelte "Box" lieferte die Basis für die rasche Mechanisierung und Automatisierung des Umschlags von Waren. Somit haben sich sowohl die Hafenlandschaft als auch die Schiffe selbst verändert. Riesige Containerstellflächen und Containerfrachter, welche weit über 6000 der genormten "Blechbüchsen" transportieren können, gehören zum Bild eines modernen Hafens.

Das erste, was wir in einem Einführungsvortrag von Herrn Höfer, unserem Exkursionsleiter lernten, war, dass der Umschlag von Containern in sogenannten "TEU's" bewertet wird. Das ist die weltweite Standard-Maßeinheit für 20-Fuß-Container (Twenty Equivalent Unit). In den sich nun anschließenden zwei Rundfahrten über den bereits schon länger existierenden Terminal "Buchardkai" und den supermodernen neuen Terminal "Altenwerder" lernten wir technische und logistische Meisterleistungen kennen. Diese sind auch nötig, da sich Prognosen zu Folge der Containerumschlag in Hamburg in den nächsten 10 Jahren verdoppeln wird. Allerdings mussten wir aus sicherheitstechnischen Gründen im Bus bleiben. Aber wir lernten auch die andere Seite des industriellen Aufschwungs kennen. Das Dorf Altenwerder musste dem neuen Terminal weichen, so dass nur noch die Kirche übrig blieb. Auch der Besuch im "Duckdalben", einem Treffpunkt für die Seeleute, die hier u.a. telefonieren und sich ungestört unterhalten können, gab einen Einblick in das Leben der See und stimmte in mancherlei Hinsicht nachdenklich.



Terminal Buchardkai

Terminal Altenwerder

Terminal Altenwerder


Während im Buchardkai noch konventionell mit sogenannten "Van Carrier's" (linkes Bild) umgeschlagen wird, erfolgt im Altenwerdaer Terminal  ein Großteil des Umschlags vollautomatisch mit Hilfe von Prozessrechnern. Mittels LKW und Eisenbahn angelieferte Container werden in ein Zwischenlager gestapelt, von wo aus sie mit Hilfe von Containerbrücken auf LKW-ähnlichen Fahrzeuge, die sich auf Induktionsschleifen vorwärts bewegen, gesetzt. Diese Fahrzeuge "wissen" genau, wann sie wo welchen Container abholen müssen und wo dieser wieder abgeladen wird. Auch fahren Sie, wenn der Kraftstofftank leer wird, sogar zur vollautomatischen Tankstelle. Über weitere noch größere Containerbrücken (Reichweite über Wasser von 61 Meter), die übrigens in China gebaut wurden, erfolgt dann die Verladung auf das Schiff.

 

Eigentümerin der Hafenflächen ist die Stadt Hamburg, wohingegen als Betreiberin die Hamburger Hafen- und Lagerhaus AG (HHLA) fungiert. Bei ihr liegt auch die Verantwortung für Bau und Betriebsmanagement. Begonnen wurde mit dem Bau im März 2000. Ende 2001 war der erste Bauabschnitt abgeschlossen, so dass bereits im März 2002 der Containerumschlag auf einer Teilfläche begann.

Weitere Informationen können unter www.hamburg.de (Kapitel "Wirtschaft und Arbeit", Unterkapitel "Hafenwirtschaft") abgerufen werden.



Ein Erlebnis der besonderen Art war die Fahrt auf dem Hubteil von Europas größten Hubbrücke, der Kattwykbrücke, bis in eine Höhe von 54 m. Von hier oben hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Hafenanlagen von Hamburg.

Die Brücke wurde 1973 gebaut und besitzt eine Spannweite von 106 m. Bei Annäherung eines Seeschiffes wird die Brücke prinzipiell immer geöffnet, ansonsten gibt es feste Öffnungszeiten. Befahrbar ist die Brücke für Straßenfahrzeuge sowie für die Eisenbahn.

   

Abgerundet wurde die Exkursion durch zwei weitere hochinteressante Firmenbesichtigungen. Prof. Trogisch vom Studiengang Allgemeiner Maschinenbau führte uns zur Fa. Imtech Deutschland GmbH  Co.KG und Prof. Kramer vom Studiengang Fahrzeugtechnik ermöglichte einen ausführlichen Rundgang bei Airbus Deutschland in Hamburg Finkenwerder.

            
Imtech Deutschland bietet das gesamte Leistungsspektrum für alle Bereiche der Gebäudetechnik, speziell in der Lüftungs- und Klimatechnik. Mit Hilfe von energetischen Gebäudesimulationen können bereits in einer frühen Bauphase für den Betreiber optimale Lösungen gefunden werden.
Zur reinen rechentechnischen Simulation gehören aber immer noch die Modellversuche in strömungs- und wärmetechnischen Laboratorien.  Hier werden aerodynamische Prozesse betrachtet indem z.B. Anströmverhältnisse nachgebildet werden. Eine sehr interessante Sache sind Entrauchungseinrichtungen in Straßentunneln (siehe Bild oben) bzw. großen öffentlichen Gebäuden, wie beispielsweise Museen und Konzerthäusern. Hier kommt das sogenannte Drall-Entrauchungssystem zum Einsatz, welches seinen Ursprung in der Physik eines Tornados hat.

                 
Das "Flaggschiff" der europäischen Luftfahrtindustrie ist zweifellos der Airbus A380, der zwar im französischen Toulouse endmontiert werden soll, in Hamburg aber mit sämtlicher Innenausstattung zuzüglich Lackierung versehen wird. Dazu werden teilweise überdimensionale Rumpfteile zwischen Deutschland, Frankreich, England und Spanien transportiert. Da selbst die Beluga für solche Transportaufgaben zu klein ist, wurde ein spezielles Schiff für den Transport dieser Teile gebaut. Ebenso muss die Rollbahn in Finkenwerder für Start- und Landevorgänge verlängert werden, denn auch die Frachtversion des A380 soll ausgerüstet werden.
Aber selbst die Dresdner bekommen ein Stück Airbus ab, da im Institut für Materialforschung und Anwendungstechnik (IMA Dresden) Dauerversuche an Rumpf- und Flügelteilen durchgeführt werden sollen.

(September 2004)