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Bericht von Caroline Burkart

Studieren, wo Captain Jack Sparrow sein Unwesen treibt – 10 Monate in Trinidad & Tobago (09/2016 – 06/2017)

Wer träumt nicht davon, in einem Teil der Welt zu leben, in dem andere Menschen gewöhnlich ihre Urlaube verbringen. Mir war es gegönnt, diesen Traum zu erleben, denn ein Auslandssemester mit anschließendem Praktikum führte mich im September 2016 für 10 Monate an die University oft the West Indies, kurz UWI, in Trinidad & Tobago, dem größten Inselstaat der Kleinen Antillen in der Karibik.

Trinidad, die größere der beiden Schwesterinseln, ist eher weniger bekannt für karibische Traumstände und ist daher vom Tourismus noch recht unberührt. Tobago hingegen verfügt über alles, was man erwartet – kristallklares Wasser, kleine Buchten, herrliche Sandstrände, Rastafaris und Regenwald.

Die University oft the West Indies ist in St. Augustine gelegen, ca. 13 km östlich von der Hauptstadt Port of Spain in Trinidad. Der Campus St. Augustine ist einer von 3 UWI-Campus – 2 weitere befinden sich in Barbados und Jamaica.

Bevor ich nach Trinidad ging, wurde ich von vielen gefragt, wieso ich mir denn ausgerechnet dieses Land für ein Auslandssemester ausgesucht habe, wo doch die Karibik eher weniger bekannt ist für Ingenieurswissenschaften als vielmehr für Rum, Entspannen und fröhlichem Planschen im Meer. Doch die Karibik und im speziellen Trinidad ist vielmehr als nur ein Urlaubsparadies. Trinidads Geschichte und Kultur ist kolonialistisch geprägt, europäische Einfluss trifft auf die Traditionen der afrikanischen Einwanderer, die ehemals als Sklaven in die Karibik verschleppt wurden. Außerdem ist Trinidad das wohl am meisten indisch geprägt Land außerhalb Asiens auf dieser Erde, da viele indisch stämmige Menschen auf der Suche nach Arbeit nach Trinidad gekommen sind. Als Feiertage werden christliche, hinduistische und muslimische Feste begangen. Eben dieser Mix der Kulturen und die Neugier, wie Vermessung in einem von Deutschland so unterschiedlichem Land angegangen wird, stellte für mich den besonderen Reiz dar und ließ mich nach Trinidad & Tobago kommen und ich habe es keine Minute bereut.

Zunächst habe ich von September bis Dezember 2016 vier Kurse an der Faculty of Engineering, im Department Geomatics and Landmanagment aus dem zweiten und dritten Studienjahres des Bachelorstudienganges „Geomatics Engineering“ belegt. Die Kurse „GNSS – Global Navigation Satellite Systems“ und „Cadastral System“ waren nur teilweise neu für mich. So wurde in Letzterem Katastersysteme, wie sie in der Karibik geführt werden, erläutert, was doch recht anders ist als in Deutschland. Die Kurse „Integrated Surveying Design Project“ und „Hydrograhic Surveying“, waren so völlig neu für mich, da im alten HTW-Studiengang „Geoinformation und Vermessungswesen“, dem ich noch angehört habe, keine Projektarbeit inbegriffen war und auch Hydrographie, also Gewässervermessung, nicht gelehrt wird. Der Unterricht in englischer Sprache stellte eine geringere Herausforderung dar, als ich gedacht hätte, aber auch nach 4 Monaten fand ich es noch sehr schwierig, den ganzen Stoff auf Englisch zu lernen und dazu eine schriftliche Prüfung abzulegen. Mein Alltagsenglisch hat sich in diesen 4 Monaten aber definitiv schon sehr stark verbessert. Besonders stark konnte ich den Unterschied zwischen der Praxisorientierung der HTW und der eher theoretisch orientierten UWI erleben. Im Praktischen habe ich mich ein, zwei Mal an den Kopf gegriffen und gefragt, was meine Kommilitonen an der UWI gerade treiben, im theoretischen und selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten war ich aber definitiv diejenige, die noch Nachholbedarf hatte.

Ab Januar 2017 war ich dann als Praktikantin am UWI Seismic Research Centre, dem Seismologischen Research Institut der UWI tätig. Zunächst sollte ich mich mit der Aufbereitung von alten Daten aus GPS-Kampagnen beschäftigen. Im zweiten Teil konnte ich mich dann der Fernerkundung und damit der Vorbereitung meiner Bachelorarbeit widmen, in der es darum ging, Oberflächentemperaturen und der Strahlungswärmeenergie aus den thermalen Banddaten von Landsat-Satellitenbildern des geothermal aktiven Gebiets Sulphur Springs in St. Lucia in der Karibik zu bestimmen. Sehr spannend! Während der gesamten Zeit habe ich zunächst im ersten Teil in einem Studentenwohnheim mit geteilten Zimmern auf dem UWI Campus und danach in einer studentischen Unterkunft mit Einzelzimmern direkt neben dem Campus gelebt. Ich habe die Chance bekommen Kontakte zu Menschen aus vielen karibischen Ländern

Aktualisiert: 24.01.2019  |  Autor: Caroline Burkart