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Neuigkeiten/Pressemitteilungen

Weltrekordverdächtig - 50 Quadratkilometer in nur 5 Tagen

Archaeocopter Team in Mongolei
25.09.2018

In der ersten Septemberhälfte haben Wissenschaftler des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) unter Leitung von Dr. Christina Franken, zusammen mit dem Archaeocopter-Team der HTW Dresden in der Mongolei neue Maßstäbe bei der Verwessung und 3D-Rekonstruktion großer Geländeflächen gesetzt.

Im Orchontal, das zur Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten zählt, wurden trotz teilweise sehr schwieriger Wetterverhältnisse mehr als 52 Quadratkilometer (das entspricht mehr als 7200 Fußballfelder) mit handelsüblichen Multicoptern in nur fünf Tagen aufgenommen. Eine lange Vorbereitung mit vielen Vorabtests und eine perfekt laufende Logistik vor Ort waren dafür notwendig. Selbst kleine technische Schwierigkeiten konnte das 5-Mannteam der HTW Dresden vor Ort lösen und damit die Besiedlungskarte um Karabalgasun, die historische Hauptstadt der Uiguren im 8. und 9. Jahrhundert, gewinnbringend erweitern. Bereits erste Ergebnisse lassen erkennen, dass das HTW-Team um Professor Marco Block-Berlitz einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Siedlungsgeschichte des Orchontals geliefert hat.

Neben der großflächigen Befliegung des Orchontals wurden weitere historisch relevante Orte dokumentiert. So wurde das Kloster Erdene Zuu, das sich vor den Toren der Hauptstadt des Mongolischen Reiches Karakorum im 13ten Jahrhundert befindet, vollständig digital rekonstruiert. Auch hier erhoffen sich die Forscher des DAI neue Erkenntnisse zu gewinnen und offene Fragen zu. Auch schwierig zu erreichende Grabhügelanlagen in den umliegenden Gebirgsketten, deren Befliegung aufgrund der Lage, Höhe und Winde spezielle Lösungen erforderte, wurden erfolgreich dokumentiert.

Neben der spürbaren historischen Bedeutung des sehr ursprünglich aussehenden Orchontals, dürfte das HTW-Team ein Leben in Jurten mit den Einheimischen teilen. Die erlebte Gastfreundschaft und Unterstützung der mongolischen Nomaden haben sicherlich einen sehr großen Anteil an dem Erfolg der Dokumentationskampagne und dürfen deshalb hier nicht unerwähnt bleiben.

Die Kampagne wurde dankenswerterweise von der Gerda Henkel Stiftung finanziell gefördert. Erste Ergebnisse werden bei der Konferenz Visual Heritage (CHNT 2018) in Wien im November dieses Jahres vorgestellt.

 

Kontakt

Prof. Dr. Marco Block-Berlitz, block@htw-dresden.de, HTW-Dresden

Dr. Christina Franken, christina.franken@dainst.de, DAI Bonn