1. Hauptnavigation
  2. Navigation des Hauptbereiches
  3. Inhalt der Seite

Camouflage

Berührungslose Nachverfolgung am Arbeitsplatz


In Zusammenarbeit mit der camLine Dresden GmbH entwickelter Demonstrator.

Motivation

Ein durchgängig etabliertes Qualitätsmanagement ist die Grundvoraussetzung zur Sicherung einer nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit in einem produzierenden Industriebetrieb. In Zeiten einer optimierten Produktion fordern die Kunden Transparenz hinsichtlich der Nachvollziehbarkeit einzelner Produktionsschritte, Rückverfolgbarkeit verbauter Materialien und im Allgemeinen der Nachhaltigkeit hergestellter Produkte. Der damit verbundene organisatorische und technische Aufwand zur Erhebung und Verarbeitung dieser Daten stellt in erster Linie kleine und mittlere Unternehmen (KmU) vor erhebliche Herausforderungen. Während High-Tech-Unternehmen wie bspw. der Halbleiter- und Automobilindustrie auf eine direkte und automatisierte Datenerfassung von der Maschine an das Fertigungsleitsystem (engl. Manufacturing Execution System - MES) setzen, werden die Daten bei KmU meist manuell durch den Werker mittels eines Bedienterminals bzw. papiergestützt gepflegt. Die Nachteile dieser Erfassungsmethode reichen vom teilweisen und gänzlichen Fehlen von Daten, zeitlichen Abweichen von realen Bearbeitungszeiten bis hin zur Steigerung des Risikos von Erfassungsfehlern durch den Werker. Insbesondere eine auftrags- und vorgangsbezogene Rückmeldung ist häufig nicht möglich, da hierdurch der eigentliche Fertigungsprozess unterbrochen wird, folglich eine durchgängige und effiziente Fertigung unmöglich ist.

Zielstellung

Dieser Problemstellung begegnet der im Forschungsprojekt zwischen der HTW Dresden und dem Unternehmen camLine Dresden GmbH konzipierte Prototyp zur innovativen Arbeitsgestaltung im Sinne von Industrie 4.0. Mithilfe einer Software zur Echtzeit-Analyse von dreidimensionalen Tiefendaten und der Anbindung an ein MES können der Materialfluss am Arbeitsplatz durchgängig erfasst und Arbeitsvorgänge berührungslos überwacht werden. Neben der automatisierten Überwachung der Materialentnahme und -verbuchung im IT-System des Unternehmens, ist eine teilautomatisierte Zuordnung der Materialqualität durch Ablegen des Werkstücks in definierten Arealen des Montagebereiches möglich. Das System unterstützt den Werker konkret beim Rüsten und Umrüsten des Arbeitsplatzes, erkennt, welche Materialien in welcher Stückzahl vom Werker verbaut wurden, dokumentiert den Beginn, das Ende und ggf. den Abbruch eines Arbeitsvorgangs und kann dem Werker auf Wunsch eine Montage-Anleitung oder serielle, interaktive Echtzeit-Hilfe zum Montage-Prozess anbieten. Alle Anwendungsfälle haben gemein, dass Sie durch das neu entwickelte System ohne ständige Medienbedienung und Prozessbrüche erfolgen und somit den Werker entlasten. Durch die kontaktlose und störungsfreie Erfassung aller notwendigen Informationen für eine lückenlose Nachverfolgung, eine direkte Überprüfung des aktuellen Prozesszustandes sowie die zeitnahe Rückmeldung von Fertigungsaufträgen am Arbeitsplatz erlaubt der Camouflage-Prototyp Werkern einen durchgängigen Arbeitsfluss sowie Produzenten und Kunden Transparenz bezüglich der Fertigungsvorgänge.

Aktualisiert: 05.09.2017  |  Autor: Nicole Jäpel