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Gleichstellung


Obwohl die Gleichstellung von Männern und Frauen im Rahmen des sogenannten "Gender Mainstreaming" normativ vielfach verankert wurde, klafft bis heute zwischen gleichstellungspolitischen Zielen und gesellschaftlichen Realitäten eine große Lücke. Gleichstellungspolitik legitimiert sich:

Durch eine tatsächliche Ungleichbehandlung von Frauen und Männern

Bei einem Vergleich der Gehälter von Frauen und Männern mit gleichem Alter, vergleichbarer Erfahrung und Ausbildung, gleicher Tätigkeit beim gleichen Arbeitgeber ergab sich, dass Frauen in Deutschland im Schnitt 5,5 Prozent weniger Gehalt bekommen als Männer. Wenn bei der Erhebung die ursächlichen Faktoren für die Einkommensunterschiede (z.B.: branchenspezifische Verdienstunterschiede, geringerer Frauenanteil bei Führungspositionen) nicht mit berücksichtigt werden, sondern nur der durchschnittliche Bruttostundenverdienst verglichen wird, liegt der Unterschied sogar bei 21 Prozent (EU-Durchschnitt: 16 Prozent).

Die geschlechtsspezifischen Verdienstunterschiede werden auch Gender Pay Gap genannt.

(Informationsquellen: „ZEIT ONLINE“ vom 23.03.2016 sowie Statistisches Bundesamt: „Zahlen & Fakten“, abgerufen am 15.08.2017)

Durch die Annahme, dass die Ungleichheiten nicht biologisch sondern strukturell und somit modifizierbar sind

„Island gehört in Bezug auf Gleichstellung zu den fortschrittlichsten Ländern der Welt. Dies zeigt sich u.a. dadurch, dass die Frauenerwerbstätigkeitsquote in Island mit 83 Prozent sehr hoch ist. Dabei hat Island mit durchschnittlich 1,80 Kindern pro Frau (im Jahr 2015) eine der höchsten Gesamtfruchtbarkeitsraten in Europa. Der Anspruch auf Elternzeit („Geburtskarenz“) wird von über 90 Prozent der isländischen Väter genutzt.“

(Informationsquellen: „derStandard.at“ vom 11.04.2017, „eurostat“: Tabelle zu den Gesamtfruchtbarkeitsraten, abgerufen am 19.10.2017)

Durch die Annahme, dass die freie Entscheidung Benachteiligter selbst unter Bedingungen der (juristischen) Gleichberechtigung nicht gewährleistet ist

"Sechs amerikanische Managerinnen der Dresdner Bank haben in New York Klage wegen sexueller Diskriminierung eingereicht: Sie fordern gleiches Geld und gleiche Chancen."

(Die ZEIT vom 01.06.2006)

Aktualisiert: 20.10.2017  |  Autor: B. Jung