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Warum Gleichstellung?


Zahlen und Fakten

Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist kein Selbstzweck, sondern die Voraussetzung für die Verwirklichung der allgemeinen Ziele der EU – Wachstum, Beschäftigung und sozialer Zusammenhalt. Zur Illustration der ungebrochenen Notwendigkeit von Gleichstellungsbemühungen einige Fakten und Zahlen aus dem Bericht zur Gleichstellung von Frauen und Männern 2009:
 
Die Erwerbstätigenquote von Frauen stieg von  51,1 % im Jahr 1997 auf 58,3 % im Jahr 2007.
Allerdings sind zwischen den Mitgliedstaaten erhebliche Unterschiede zu verzeichnen: die Quoten schwanken zwischen 36,9 % und 73,2 %. Der durchschnittliche Unterschied zwischen den Beschäftigungsquoten für Frauen und Männer wird kleiner: er ging von 17,1 Prozentpunkten im Jahr 2000 auf 14,2 Punkte im Jahr 2007 zurück.

Die Betrachtung der Beschäftigungsquoten von Frauen und Männern, die Kinder unter 12 Jahren betreuen, zeigt eine ungleiche geschlechterspezifische Verschiebung.
So sinkt die Beschäftigungsquote für Frauen mit Kindern um 12,4 Punkte, während sie für Männer mit Kindern um 7,3 Punkte ansteigt.

2007 waren 31,2 % der Frauen teilzeitbeschäftigt, das sind viermal mehr Frauen als Männer.
Die ungleiche Aufteilung häuslicher und familiärer Pflichten veranlasst mehr Frauen als Männer dazu, sich für eine solche Regelung zu entscheiden. Mehr als sechs Millionen Frauen in der Altersgruppe der 25- bis 49-Jährigen in der EU geben an, dass sie aus familiären Gründen nicht berufstätig seien oder nur eine Teilzeitbeschäftigung ausüben können

2006 waren in der EU 58,9 % der Hochschulabsolventen Frauen (gegenüber 56,7 % im Jahr 2004).
Was die Studienrichtungen betrifft, so gibt es immer noch geschlechtsspezifische Unterschiede: in den Ingenieur- und Computerwissenschaften sind lediglich 18 % bzw. 20 % der Absolventen Frauen, in den Studienrichtungen Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswissenschaften hingegen beträgt der Anteil der Frauen 60 %. Frauen bleiben bei der Nutzung neuer Technologien nach wie vor hinter den Männern zurück und haben Schwierigkeiten, Zugang zu fachspezifischeren IKT-bezogenen Berufen zu finden.

Der hohe Bildungsgrad von Frauen spiegelt sich nicht direkt in den Positionen wider, die sie auf dem Arbeitsmarkt bekleiden.
Frauen sind nach wie vor vorwiegend in "weiblichen" Sektoren und Berufen tätig, wo sie schlechter eingruppiert sind und geringere Aufstiegsaussichten haben. Bei der Aufteilung des Arbeitsmarkts nach Berufen und Sektoren hat sich in den Mitgliedstaaten in den letzten Jahren praktisch nichts verändert, was darauf schließen lässt, dass der Anstieg der Frauenbeschäftigungsquote sich in Sektoren und Berufen vollzogen hat, in denen bereits überwiegend Frauen arbeiten. Ein ausgewogeneres Geschlechterverhältnis im Bildungswesen und im Beruf könnte dazu beitragen, dem künftigen Qualifikationsbedarf und den Arbeitsmarktanforderungen zu begegnen.

Gleichstellung ist demnach doch kein überholtes Relikt der 70er Jahre, wie man leichtfertig meinen könnte. Nach der Ausbildung oder dem Studium scheinen junge Männer und Frauen mit den gleichen Ausgangsvoraussetzungen in ihren Beruf zu starten. Nach einiger Zeit wundern sich viele Frauen aber, dass sie sich trotz guter Leistung nicht ihren Erwartungen entsprechend weiterentwickeln. Stattdessen machen häufig männliche Kollegen die Karriere - auch solche, die in fachlicher Hinsicht weniger geeignet erscheinen. In den meisten Unternehmen und Institutionen herrschen männlich dominierte Hierarchien vor, so dass dort auch "männliche Regeln" gelten.

Grafik Ungleichheit

Mehr zu den Themen Equal Pay, Arbeitszeiten und Befristungen finden Sie in "Impuls", einer Publikation der Hans-Böckler-Stiftung

Aktualisiert: 02.03.2017  |  Autor: E. Hartmann