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Warum Gleichstellung?


Zahlen und Fakten

Erwerbstätigenquote in Deutschland nach Geschlechtern

Im Jahr 2014 waren 53 % der Frauen im Alter von 15 bis unter 65 Jahren sozialversicherungspflichtig beschäftigt, bei den Männern waren es 59 %. Wenn geringfügig Beschäftigte, Beamtinnen und Beamte sowie Selbständige mit berücksichtigt werden, betrug die Erwerbstätigenquote bei Frauen 73 %, bei Männern dagegen 82 %. Somit liegt die Erwerbsbeteiligung von Frauen in Deutschland noch fast 10 % unter derjenigen von Männern.

Informationsquelle:  „Erwerbs- und Sorgearbeit gemeinsam neu gestalten - Gutachten für den Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung“ (S. 34)

 

Ungleiche Verteilung der Teilzeitbeschäftigung in Deutschland

Im Jahr 2014 waren 45 % der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen in Teilzeit tätig. Bei den Männern belief sich der Anteil der Teilzeitbeschäftigten lediglich auf 9 %. Wesentliche Gründe für diesen erheblichen Unterschied liegen darin, dass die Hauptlast der unbezahlten Sorgearbeit für Kinder noch immer von den Müttern getragen wird. Während die Erwerbstätigenquote bei Vätern mit Kindern unter drei Jahren 82 % beträgt, liegt sie bei Müttern mit Kindern unter drei Jahren nur bei      32 %.

Mehr als jede zweite Mutter (58 %) in Deutschland arbeitet auch dann noch Teilzeit, wenn das jüngste Kind bereits das Teenageralter erreicht hat (im europäischen Durchschnitt liegt dieser Anteil lediglich bei 32 %).

Ebenso wird die Pflege von Angehörigen in den Familien hauptsächlich von Frauen geleistet, wodurch die Erwerbstätigkeit dieser Frauen teilweise sogar unterbrochen oder vollständig aufgegeben wird.

Informationsquelle:  „Erwerbs- und Sorgearbeit gemeinsam neu gestalten - Gutachten für den Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung“ (S. 34, 36, 42)

 

Ausbildungsstand von Frauen in Deutschland

Frauen in Deutschland verfügen über eine gute Ausbildung. Im Jahr 2016 betrug der Frauenteil bei den Hochschulabsolventen 50.6 %. Jedoch sind bei der Wahl der Studienrichtung geschlechterspezifische Unterschiede zu beobachten. Das Interesse an den MINT-Fächern (Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ist bei Mädchen und jungen Frauen deutlich geringer ausgeprägt als bei Jungen und jungen Männern: nur 14 % der Hochschulabsolventinnen im Jahr 2012 hatten ihren Abschluss in einem MINT-Studiengang erworben (zum Vergleich: bezogen auf die Gesamtzahl der weiblichen und männlichen Hochschulabsolventen des Jahres 2012 lag der Anteil der MINT-Absolventen bei 29.1 %).

Informationsquellen: Destatis zu Deutschland und zu Europa (jeweils abgerufen am 11.12.2017)


Der hohe Bildungsgrad von Frauen spiegelt sich nicht direkt in den Positionen wider, die sie auf dem Arbeitsmarkt bekleiden.

Frauen sind nach wie vor vorwiegend in "weiblichen" Sektoren und Berufen tätig, wo sie schlechter eingruppiert sind und geringere Aufstiegsaussichten haben. Bei der Aufteilung des Arbeitsmarkts nach Berufen und Sektoren hat sich in Deutschland in den letzten Jahren praktisch nichts verändert, was darauf schließen lässt, dass der Anstieg der Frauenbeschäftigungsquote sich in Sektoren und Berufen vollzogen hat, in denen bereits überwiegend Frauen arbeiten. Ein ausgewogeneres Geschlechterverhältnis im Bildungswesen und im Beruf könnte dazu beitragen, dem künftigen Qualifikationsbedarf und den Arbeitsmarktanforderungen zu begegnen.


Gleichstellung ist demnach doch kein überholtes Relikt der 70er Jahre, wie man leichtfertig meinen könnte. Nach der Ausbildung oder dem Studium scheinen junge Männer und Frauen mit den gleichen Ausgangsvoraussetzungen in ihren Beruf zu starten. Nach einiger Zeit wundern sich viele Frauen aber, dass sie sich trotz guter Leistung nicht ihren Erwartungen entsprechend weiterentwickeln. Stattdessen machen häufig männliche Kollegen die Karriere - auch solche, die in fachlicher Hinsicht weniger geeignet erscheinen. In den meisten Unternehmen und Institutionen herrschen männlich dominierte Hierarchien vor, so dass dort auch "männliche Regeln" gelten.

 

 

Die Gleichstellungsberichte der Bundesregierung finden Sie hier.

Aktualisiert: 16.08.2018  |  Autor: B. Jung/ E. Hartmann