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Lehrveranstaltung planen

Am Beginn einer Lehrveranstaltung bzw. eines Moduls steht dessen detaillierte Planung. Lernziele sind zu definieren, Prüfungsformen und Lerninhalte (Methoden und Medien) passend zu den gewählten Kompetenzstufen auszuwählen. In diesem Zusammenhang fallen häufig Begriffe wie Kompetenzorientierung, Lernziele oder Taxonomie. Was sich hinter diesen Begriffen verbirgt und wie Lehrveranstaltungen kompetenzorientiert geplant werden können, erfahren Sie hier. Und auch das Thema Medieneinsatz oder Aktivierung von Lernenden wird dabei nicht zu kurz kommen.


Was bedeutet Kompetenzorientierung?

Am Ende einer Lehrveranstaltung sollen die Studierenden bestimmte Kompetenzen aufgebaut haben, die es ihnen ermöglichen, Probleme zu lösen und in verschiedenen Situationen eigenverantwortlich zu handeln.  

Die Formulierung dieser Kompetenzen stellt das Lernziel Ihrer Lehrveranstaltung bzw. Ihres Moduls dar – das so genannte Grobziel. Jede einzelne Vorlesung verfolgt wiederum ein eigenes Lernziel. Dabei wird, je nach zu Grunde liegendem Kompetenzmodell ,zwischen verschiedenen Kompetenzniveaus unterschieden. 

Wie kann eine Lehrveranstaltung oder ein Modul kompetenzorientiert gestaltet werden?


An sich heißt das, vom Ergebnis, dem Outcome, aus zu denken und zu planen.  Das ist zunächst etwas ungewohnt. Zuerst wird formuliert, welche Kompetenzen die Studierenden am Ende der Lehrveranstaltung aufgebaut haben sollen, leitet daraus den inhaltlichen Aufbau, die verwendeten Methoden und Medien sowie eine geeignete Prüfungsform ab. Wenn Kompetenzen, Lehrinhalte und Prüfungen Hand in Hand gehen und aufeinander abgestimmt sind, wird dies als Constructive Alignment bezeichnet.

Wissen und Kompetenzen

Studierende sollen in der Lage sein, Wissen in Handeln zu überführen. Wissen ist integraler Bestandteil von Kompetenzen und muss teilweise auch auswendig gelernt werden, um das notwendige Fundament zu schaffen. Da Kompetenzen am besten im Rahmen von Handlungen aufgebaut und weniger direkt gelehrt werden können, müssen für die Studierenden Handlungsspielräume geschaffen werden – z.B. im Rahmen von forschendem oder problemorientierten Lernformen. Kompetenzorientierte Lehre erfordert also eigentlich auch andere Lehr- und Prüfungsformen, die von vornherein einzuplanen sind.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Ralph Sonntag

Wie formuliere ich Lehr-/ Lernziele kompetenzorientiert?

Lernziele verdeutlichen, was der Studierende nach Absolvierung des Moduls bzw. der Lehrveranstaltung an Kompetenzen erworben haben sollte. Dabei wird, je nach zu Grunde liegendem Kompetenzmodell, zwischen verschiedenen Kompetenzniveaus unterschieden. Ein Modell ist die Lernzieltaxonomie von Bloom. Gut formulierte Lernziele steigern die Transparenz gegenüber dem Studierenden und unterstützen ihn im selbstverantwortlichen Lernprozess.

Formulierung von Lehr-/Lernzielen


Allerdings ist die Formulierung nicht ganz trivial, da sie ein Umdenken des Lehrenden erfordert. Bisher ging dieser vom zu vermittelnden Lerninhalt (also dem Input) aus, nun muss er darauf achten, was der Studierende am Ende beherrschen soll (Output) und leitet daraus die Lehrinhalte ab. Bewährt haben sich bei der Formulierung abgestufte Taxonomien bspw. die von Bloom. Lernergebnisse werden mit Hilfe von Verben beschrieben, die die Leistungen der Studierenden widerspiegeln.

Um Lernziele gut formulieren zu können, sollten Sie diese nach dem Muster "Am Ende der Lehrveranstaltung können die Studierenden …" beschreiben und die entsprechende Leistung und Aktivität einsetzen. Achten Sie darauf, dass die Lernergebnisse beobachtbar und prüfbar sind.

Beispiele

  • Nach der Bearbeitung dieses Lernmoduls können Sie die verschiedenen Schranken des Urheberrechtes nennen. 

  • Sie können das Zitatrecht, als eine Schranke des Urheberrechtes, näher erläutern. 

  • Sie sind in der Lage, die Schranken des Urheberrechtes beim Einsatz fremder Medien zu beachten.

Weiterführende Informationen

Ansprechpartner

Dipl. Inf. (FH) Jana Halgasch

Nicht anreichern sondern integrieren heißt hier die Zauberformel, also nicht einfach etwas neben die Präsenzveranstaltung danebenstellen (z.B. als Skript in OPAL), sondern die digitalen Lehrelemente gezielt in das didaktische Konzept der Lehrveranstaltung einbinden.

Blended Learning


Die Vermischung von Online- und Präsenzphasen ermöglicht die didaktisch sinnvolle Verbindung von Online- und Präsenzphasen. Digitale Technologien eignen sich sowohl für die Gestaltung der Selbststudienzeit außerhalb der Hochschule, als auch für die didaktisch-methodische Gestaltung der Präsenzveranstaltungen.

Gestaltung der Selbststudienzeit

Für die Anreicherung der Selbststudienzeit eignen sich insbesondere: 

  • Skripte & Ihre PowerPoint-Präsentationen mit konkreten Aufgaben angereichert 
  • E-Assessments 
  • Aufgaben nach dem Peer-Review-Verfahren 
  • Einsatz der Haiti-Methode für Zusammenfassungen der Präsenzveranstaltungen 
  • Selbstlerninhalte, z.B. Videos, Texte, Literatur, Podcasts, die über die Lernplattform OPAL bereitgestellt werden 
  • Anlegen von E-Portfolios

Gestaltung der Präsenzzeit

Medien im Rahmen von Präsenzveranstaltungen sind längst im Lehralltag angekommen. Probieren Sie doch zusätzlich einmal folgende Vorschläge aus: 

  • Aktivierung von Studierenden und Einholen von Feedback mit Classroom Response Systemen, z.B: ArsNova,  
  • Methode des Think-Pais-Share nach Eric Mazur mit Classroom Response Systemen 
  • Interaktive Beispiele oder Simulationen 
  • Gruppenarbeitsphasen mit Online_Werkzeugen, wie z.B. Padlet

Blended Learning bedeutet übrigens auch, dass einzelne Präsenzveranstaltungen durch Online-Lernen ersetzt werden können. Ideen dafür sind: 

  • Virtuelle Vorlesungen oder Webinare mit Adobe Connect 
  • Video-Einheiten mit zwischengelagerten Verständnisfragen und Aufgaben zur Reflexion 
  • Gruppenarbeitsphasen

Weiterführende Informationen

Ansprechpartner

Dipl. Inf. (FH) Jana Halgasch

Lehrveranstaltungen können auf sehr unterschiedlichen Ebenen und mit unterschiedlichen Methoden durch digitale Lehrformen unterstützt werden.

Anreicherung

Die einfachste Form der Unterstützung, ist das Bereitstellen von Skripten oder PowerPoint-Folien über eine Lernplattform. Den Zugang zu Ihren Dokumente können Sie dort über das verfügbare Rechtemanagement regeln. Diese Möglichkeit birgt jedoch eine Reiche von Risiken: der didaktische Bezug zwischen Präsenzlehre und virtuellen Anteilen ist nicht gegeben. Sind Skripte online verfügbar, führt das auch oft dazu, das Studierende den Lehrveranstaltungen fernbleiben. Das liegt übrigens nicht am Konzept E-Learning sondern vielmehr an der mangelnden Integration der Online-Materialien in das didaktische Konzept der Lehrveranstaltung.

Integration


Nicht anreichern sondern integrieren ist also hier das Zauberwort. Also nicht einfach etwas neben die Präsenzveranstaltung stellen, sondern die digitalen Lehrformen gezielt in das didaktische Konzept der Lehrveranstaltung einbinden. Das ist deutlich aufwändiger, als ein Skript in OPAL hochzuladen, weil es u.U. die komplette Überarbeitung eines Lehrveranstaltungskonzeptes erfordert. Online- bzw. Medienanteile sind in den Ablauf der Präsenzveranstaltungen zu planen, ggf. Ist zu überlegen, ob einzelne Präsenzveranstaltungen durch Online-Lehrformen (z.B. Webinare, Gruppenarbeit oder Videoinhalte) ersetzt werden können. 

Konzept des Blended Learning 

Die Vermischung von Online- und Präsenzphasen ermöglicht die didaktisch sinnvolle Verbindung von Online- und Präsenzphasen. Digitale Technologien eignen sich sowohl für die Gestaltung der Selbststudienzeit außerhalb der Hochschule, als auch für die didaktisch-methodische Gestaltung der Präsenzveranstaltungen. 

Sonderform Flipped Classroom 

Eine recht altes Konzept in neuem Gewand ist her das Flipped Classroom Modell.  In der Selbststudienzeit erfolgt die Wissensvermittlung mit Online-Lernmaterialien. Das kann vom Vorlesungsskript, über Videomaterial, Literaturverweise bis hin zu komplexeren Selbstlerninhalten im Web alles sein. Auf jeden Fall fällt das Erklären und "Vorlesen" in der Vorlesung weg. Der so gewonnene Freiraum kann für die Bearbeitung einer komplexen Aufgabe, die gemeinsame Diskussion von Lösungen oder das vertiefende Betrachten von Beispielen genutzt werden. Hier wird dann nicht mehr nur Wissen vermittelt sondern vielmehr konstruiert, eine höhere Stufe des Kompetenzaufbaus erreicht.

Online-Lernen

Reines Online-Lernen ohne Präsenzanteile ist möglich, wird aber für den Einsatz an der HTW Dresden nicht empfohlen. Die Produktion der Lerninhalte ist aufwändig und langwierig und sollte nur gemeinsam in einem Team mit Mediendidaktikern erfolgen. Insbesondere die Aufrechterhaltung der Motivation in rein virtuellen Lehrangeboten erfordert hier tiefergehende Kenntnisse.

Weiterführende Informationen

Ansprechpartner

Dipl. Inf. (FH) Jana Halgasch

Aktualisiert: 01.12.2017  |  Autor: Jana Halgasch