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Lehrportfolio

Einführung

Die HTW Dresden steht für eine praxisorientierte Ausbildung, verbunden mit einer anwendungsorientierten Forschung. In ihrem Leitbild hat die HTW Dresden globale Ausbildungsziele formuliert, die dem gesellschaftlichen Wandel hin zur Wissensgesellschaft Rechnung tragen. Dazu gehört neben der Verbesserung des Studienerfolges auch die Vermittlung nicht-fachspezifischer Schlüsselkompetenzen. Im Rahmen eines Projektes, das das Thema Studienerfolg fokussiert, bin ich an der Fakultät Wirtschaftswissenschaften der HTW Dresden u.a. für die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen zuständig. In allen meinen Lehrveranstaltungen nutze ich digitale Technologien auf verschiedenen Ebenen des digitalen Lehren und Lernens: von der virtuellen Verwaltung, über die digital unterstützte Wissensvermittlung bis hin zur onlinegestützten Wissensüberprüfung oder virtuellen Wissenskonstruktion (Anwendung). Dabei kommt in allen Fällen die sachsenweit eingesetzte Lernplattform OPAL (Online-Plattform für akademisches Lehren und Lernen) der Bildungsportal Sachsen GmbH zum Einsatz. Im Laufe der Jahre des mich Fortbildens und Ausprobierens habe ich jedoch festgestellt, dass es relativ egal ist, welche Lehr-Methode ich anwende. Ausschlaggebend für gute Lehre ist ein klar definiertes Lehr-/Lernziel, welches ich mit Unterstützung von Stimme, Tafel, Laptop, Arbeitsblättern, OPAL, etc. umsetzen kann.

 

Seit 2014 biete ich den Studierenden einen Blended Learning Kurs Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten für Studienanfängerinnen mit den Bereichen Zeit- und Selbstmanagement, wissenschaftliches Schreiben, Präsentieren und Poster an. Der Kurs bereitet Studienanfänger/innen optimal auf die Anforderungen von Studium, Abschlussarbeit, Verteidigung und Einstieg ins Berufsleben vor. Mir persönlich war bei der Konzeption und Produktion des Kursangebotes immer besonders wichtig, dass es eine Verbindung von klassischer Präsenzlehre sowie virtuellen Lehrangeboten gibt und genügend Raum für persönliche Betreuung in Einzel/Gruppengesprächen oder Gruppenaktivitäten bleibt. Aus diesem Grund habe ich mich für ein Blended Learning Arrangement entschieden, dass vor allem vom persönlichen Kontakt zu den Studierenden, sowohl im virtuellen als auch realen Raum lebt. Denn nur durch eine engagierte Betreuung und ein zeitnahes Feedback wird es möglich, Nachteile virtuellen Lernens (Motivation, Verlorensein etc.) auszugleichen und zu minimieren. Die Wissensvermittlung im virtuellen Raum wird durch eine Kombination verschiedener Medien jeweils zu einem Thema realisiert, so dass verschiedene Sinneskanäle und somit jeder Lerntyp angesprochen fühlt. Anhand von Online-Tests werden zum Teil die vermittelten Kompetenzen überprüft. Aktivitäten zur Wissenskonstruktion (z.B. Aufgaben mit Peer Review) runden das Lernangebot ab.

Studienübergreifend: Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten

Im Kurs Zeit- und Selbstmanagement sind 24 relevante Themenbereiche multimedial aufbereitet: Videoaufzeichnungen studentischer Vorträge, zugehörige Präsentationen, Poster und weiterführende Links. Jeder Themenbereich startet mit einer Präsentation der Lernziele und endet mit einem Online-Test, der wiederum diese Lernziele überprüft. Die 24 Themen sind in beliebiger Reihenfolge sowie zeit- und ortsunabhängig von den Studierenden bearbeitbar. Nach erfolgreichem Abschluss der 24 Themen sowie eines Abschlusstestes erhalten die Studierenden ein Zertifikat. Die Bearbeitung dieses Kurses ist ein Bestandteil der Lehrveranstaltung Zeit- und Selbstmanagement und kommt in Kombination mit dem Kurs Präsentationstechniken zum Einsatz. Die Wissensvermittlung erfolgt hier über einen Videovortrag mit anschaulichen Beispielen für effektives Vortragen. In der nachfolgenden Selbststudienzeit erarbeiten die Studierenden eine Präsentation (inkl. Folien) zu einem selbstgewählten Thema. Zum Abschluss des Kurses erfolgt der Vortrag in einer der Präsenzveranstaltungen. Dieser wird auf Wunsch per Video aufgezeichnet, liefert die Grundlage für eine umfassende Analyse des Vortrages, das Feedback an den Lernenden und die Verbesserung der Präsentationstechniken des Studierenden. Der Kurs zum Thema Wissenschaftliches Poster ist vom Aufbau und Ablauf her identisch.

Der Kurs Wissenschaftliches Schreiben startet mit 3 Präsenzveranstaltungen, die per Video aufgezeichnet wuerden und in OPAL ebenfalls zur Verfügung stehen, zu Wissenschaftlichem Schreiben, Nutzung der Bibliothek und Datenbanken sowie dem Literaturverwaltungsprogramm Citavi. In der nachfolgenden Phase ist es die Aufgabe der Studierenden eine 10-seitige Belegarbeit zu einem frei wählbarem Thema zu erstellen. Aufgabe der Studierenden ist es, Literatur auszuwählen, eine Forschungsfrage zu formulieren sowie Gliederung, Einleitung, Hauptteil und Abstract zu erstellen. Während des Erstellungsprozess erfolgt Feedback zum einen durch das Peer Review. Zum anderen finden 4 Coachinggespräche statt, bei dem ich dem Studierenden ein umfassendes Feedback zum aktuellen Arbeitsstand gebe sowie Schwächen und Probleme der Arbeit aufzeige. Während der Gespräche erfolgt außerdem eine Face-to-Face-Überprüfung des vermittelten Wissens.

Im Kurs Wissenschaftliches Poster steht für den Studierenden ein Videovortrag über wissenschaftliche Poster und Präsentieren eines solchen in OPAL bereit. Auf Wunsch kann ein Studierender ein wissenschaftliches Poster erstellen und nach Terminabsprache dieses vorstellen, auf Wunsch dabei gefilmt werden und Feedback auf Design und Vortrag bekommen.

Selbstmanagement (BWL 1. Semester)

Lehr-/Lernziel: Erlernen und selbstverantwortliches Erarbeiten von Selbstmanagementtechniken (Note 2,7) und professionelles Vortragen eines Themas eigener Wahl (Noten 2,3-1,0).

Im ersten Semester belegen die Studierendem im Studiengang Betriebswirtschaft curricular verankert das Modul Selbstmanagement. Es gibt im Rahmen dieses Moduls zwei Präsenzveranstaltungen in der ersten und zweiten Semesterwoche. In der ersten Veranstaltung lernen die Studierenden den auf der Lernplattform OPAL basierenden E-Learning Kurs kennen und lernen ihn zu bedienen (vgl. Meyer-Ross (2014): Blended learning in der Hochschulpraxis, HDS.FORUM LEHRE 2014: MEDIAL, DIGITAL, GANZ EGAL!?, Nov. 2014 Freiberg). Der E-Learning Kurs enthält 24 Online-Minitests zu Selbstmanagementthemen, welche von den Studerenden selbstbestimmt und eigenverantwortlich bearbeitet werden können. Der im Kurs enthaltene Abschlusstest beinhaltet eine Mischung der Themen aus den Minitests. Studierende, die den Abschlusstest bestanden haben, erhalten die Note 2,7. Bei inhaltlichen oder technischen Fragen steht den Studierenden ein Mailsupport mit maximal 12 stündiger Antwortzeit zur Verfügung. In der zweiten Präsenzveranstaltung werden die Studierenden in grundlegende Präsentationstechniken eingeführt. Der Vortrag zu den Techniken steht außerdem als Video im OPAL-Kurs bereit. Studierende, die eine bessere Note als 2,7 anstreben, halten im letzten Drittel des Semesters - nach absolviertem E-Learning-Kurs - eine zehnminütige Präsentation zu einem vorgegebenen Thema und werden auf Körpersprache, Sprechverhalten und Folienstimmigkeit geprüft.

Das E-Learning Format spricht die Studierenden an. Im Feedback am Ende des Semesters wird immer wieder die neue und innovative Lehrform von den Studierenden gelobt, und dass sie sich viel mehr und intensiver mit dem Thema auseinander setzten, als wenn sie eine Vorlesung besuchten und am Ende für eine Klausur lernten. Die Form ist dahingehend gut gewählt, da sich die Studierenden ihre Zeit für die Bearbeitung frei einteilen müssen und können, Inhalte, die im E-Learning vermittelt werden, direkt umgesetzt werden (können). Realisierbar ist ein reiner E-Learning Kurs nur, wenn der Dozent bereit ist, zeitnah auf auftretende technische oder inhaltliche Fragen (elektronisch) zu antworten.

Methodenkompetenz/Methoden wissenschaftlichen Arbeitens (Bachelor: BWL 2. Sem. / Wing 3. Sem.)

Lehr-/Lernziel: Befähigung, eine Beleg-/Abschlussarbeit zu schreiben, einschließlich Themenfindung, Formulierung einer Forschungsfrage, Literarturrecherche, Quellenarbeit und Zitation, Struktur, Stil, Korrektur (Note 2,7), Diskussion, Abstract, Selbstmanagement (Noten 2,3-1,0).

Im zweiten Semester belegen die Studierenden im Studiengang Betriebswirtschaft curricular das Modul Methodenkompetenz. In drei Präsenzveranstaltungen werden die Studierenden in die Themenkomplexe Aufbau und Erstellung einer Beleg-/Abschlussarbeit, Literaturrecherche und CITAVI eingeführt. Innerhalb dieser drei Wochen bilden die Studierenden 4er-Teams. In vier Aufgabenblöcken schreiben die Studierenden schließlich eine 10-seitige Belegarbeit (vgl. Meyer-Ross (2015) Hamburger eLearning-Magazin #14 - Was ist gutes eLearning? Qualität in Lehr-/Lernszenarien mit digitalen Medien. In: Hamburger eLearning-Magazin Nr. 14, 2015 Hamburg). Aufgabe eins ist nach fünf Wochen terminiert. Jedes Teammitglied stellt der Betreuerin vor der 4er-Gruppe seine/ihre Gliederung, Forschungsfrage und Literaturliste vor. Nach sieben Wochen hat jede_r eine halbe Einleitung und zwei Seiten Theorieteil (Aufgabe 2) geschrieben, an die Betreuerin per Email gesendet und mit ihr und den anderen Teammitgliedern einen Termin vereinbart, an dem Verbesserungsvorschläge diskutiert werden. Nach neun Wochen hat jede_r vier weitere Seiten geschrieben und diese von einem anderen Teammitglied Korrektur lesen lassen (Aufgabe 3). Die Betreuerin bekommt den Text mit den Korrekturen, ergänzt und beraumt ein erneutes Treffen an, bei dem die Korrekturen besprochen werden. Die Note 2,7 erhalten die Studierenden, die folgende Aufgaben korrekt bearbeitet haben:

-      ein Thema gefunden

-      Literatur zum Thema gesucht und diese gelesen

-      eine Forschungsfrage erarbeitet

-      eine Gliederung und Einleitung erstellt

-      und sowohl einen zweiseitigen de- oder induktiven Theorieteil und vier weitere Seiten geschrieben

-      und eine andere mehr als vierseitige Arbeit eines Kommilitonen stilistisch und inhaltlich Korrektur gelesen.

Studierende, die eine bessere Note anstreben, erweitern die Belegarbeit auf 10 Seiten mit erörterter Abbildung oder Tabelle, Zusammenfassung und Abstract.

Die Studierenden lernen durch minutiöse und kontinuierliche Erarbeitung und Feedback, wie eine wissenschaftliche Arbeit entsteht, wächst und durch konsequentes Selbstmanagement überraschend einfach fertig gestellt werden kann. Dies nimmt ihnen die Angst nicht nur vor dem weißen Blatt, der nächsten Seminararbeit, sondern auch vor der Bachelorarbeit.

Die Studierenden lernen in den Kleingruppen und durch die direkte praktische Umsetzung das theoretisch Vermittelte umzusetzen. Sie nehmen äußerst positiv die starke Arbeitsbelastung auf sich, weil sie den Sinn hinter dem Ganzen, nämlich eine Vorbereitung auf ihre Bachelorarbeit und damit das Studienende, sehen und verstehen. Lobend äußern sie sich bezüglich der zeitnahen Antworten auf Fragen.

Das Lesen für Korrekturanregungen der 70-100 Belegarbeiten fordert von mir ein strukturiertes Zeitmanagement und wiederum eine gewisse Flexibilität ein, wenn es zu unerwarteten Verzögerungen seitens der studentischen Abgabefristen kommt.

Change und Projekt Management (Bachelor: BWL 3. Sem)

Lehr-/Lernziel: Einführungen in zehn ausgewählte Themengebiete aus dem Change- und Projektmanagement, die durch Feedbackbögen mit Fallstudien praktisch im Unterricht angewendet werden (Note 2,7) und eigenständige Vertiefung eines dieser Themen durch szenische Umsetzung in Form eines Theaterstück- oder Rollenspiel-Projekts in Anlehnung an Unternehmenstheater innerhalb eines (Change-)Prozesses.

Das Modul Change- und Projektmanagement belegen die Studierenden im Studiengang Betriebswirtschaft curricular im dritten Semester. Es gibt zehn Präsenzlehrveranstaltungen, die sich je zur Hälfte mit Projektmanagement (gehalten von Frank Thiel) - und Changemanagement (von mir gehalten) -Themen befassen. Jede Präsenzveranstaltung gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil jeder Veranstaltung umfasst etwa 60 Minuten und dient dazu, die Lehrinhalte in Impulsvorträgen durch den Dozenten und kurze Gruppenübungen zu vermitteln. Im zweiten - etwa 30 minütigen - Teil soll das Thema der jeweiligen Veranstaltung von den Studierenden geübt und gefestigt werden. Dazu erhalten diese einen Feedbackbogen mit einer Fallstudie passend zum Themengebiet der Lehrveranstaltung, den sie in der noch in der Veranstaltung bearbeiten können. Die Zusammenarbeit in Kleingruppen ist in dieser Phase explizit erwünscht, da Lernen vom Dozententeam stets als sozialer Prozess verstanden wird. In den zehn Präsenzveranstaltungen bearbeiten die Studierenden also insgesamt zehn Feedbackbögen. Nachdem sie die Bögen bearbeitet haben, geben sie diese – mit ihrem Namen gekennzeichnet – bei uns ab. Wir korrigieren die Bögen anschließend. Haben die Studierenden mindestens acht der zehn Bögen richtig gelöst, haben sie das Modul bereits bestanden und eine Note 2,7 erreicht.

Die Teilnahme an der Lehrveranstaltung ist nicht zwingend nötig. Der Feedbackbogen zur jeweiligen Lehrveranstaltung wird noch am selben Tag in der Lernplattform OPAL zur Verfügung gestellt. Die Feedbackbögen sind für die Studierenden und für uns als Dozententeam eine Rückkopplung darüber, ob die Lernziele der Veranstaltung tatsächlich erreicht wurden. Letztlich ist es unsere Aufgabe, sicher zu stellen, dass die Studierenden bestimmtes Wissen und bestimmte anwendungsbereite Fähigkeiten aus unserem Modul mitnehmen. Die Feedbackbögen prüfen genau diese Kriterien ab.

Wenn Studierende das Modul mit 2,7 bestanden haben und ihre Note verbessern wollen, benötigen sie ein Vertiefungsthema und eine Gruppe, welche dieses Thema bearbeitet. Die Einschreibung in die Gruppen (passend zu den vorgegebenen Vertiefungsthemen) findet spätestens nach zwei Dritteln des Semesters in der Lernplattform OPAL statt. Die Studierenden erarbeiten mit ihrer Gruppe das Vertiefungsthema und überlegen, wie sich das Thema szenisch –in einem Rollenspiel – verarbeiten lässt. Sie entwickeln das Rollenspiel, proben und führen das Rollenspiel zu ihrem Thema an ihrem Präsentationstermin gemeinsam mit ihrer Gruppe auf. Jedes Gruppenmitglied muss eine aktive Rolle im Rollenspiel übernehmen.

Auf folgende Kriterien achten wir bei der Benotung des Rollenspiels:

-          Gruppenfindung

-          Wahl eines Vertiefungsthemas

-          Ausarbeitung und Abgabe eines Skriptes/Drehbuches

-          Aktive Rolle/Teilnahme aller Gruppenmitglieder

-          Inhaltlich korrekte Umsetzung des Vertiefungsthemas

-          Fließende Aufführung

Rollenspiel ist ein sehr kraftvolles Instrument und wird, wie Theaterspielen, in Change-Prozessen eingesetzt. Wie wenige Methoden wirkt es kontaktstiftend, kommunikativ und integrierend, anregend und motivierend, Horizont erweiternd, Experimentierlust und Kreativität fördernd, ansprechend und sinnlich: Es fordert den ganzen Menschen mit all seinen Sinnen. Darüber hinaus verfügen Rollen/Theaterspielelemente über die zusätzlichen Qualitäten des unmittelbaren Erlebens und der Beteiligung der Emotionen; der Beschleunigung, denn das wirklich wichtige Thema liegt schneller auf dem Tisch und kann bearbeitet werden; und des Entdeckens neuer Lösungen, Möglichkeiten, Fähigkeiten und Talente, denn Menschen ‚erkennen‘ und wachsen über sich selbst hinaus (vgl. Funke/Havermann-Feye (2015) - Training mit Theater, managerSeminare Verlags GmbH, Bonn 2015, S. 13).

Wir stellen fest, dass die Studierenden ganz anderes an einer Lehrveranstaltung teilnehmen, wenn das, was ihnen präsentiert wird, nicht für eine ferne Klausur am Ende des Semesters oder ein noch viel ferneres Berufsleben von Bedeutung ist, sondern direkt im Anschluss von ihnen angewendet werden soll. Auch die Bearbeitung der Feedbackbögen im Selbststudium durch die Studierenden, die nicht an der Lehrveranstaltung teilnehmen können, funktioniert gut. Wir stellen dazu Unterrichtsmaterial in Form von Präsentationsfolien und Literaturhinweisen auf der Lernplattform zur Verfügung. Obwohl über das gesamte Semester hinweg die Möglichkeit besteht die Feedbackbögen im Selbststudium zu bearbeiten, nimmt der überwiegende Teil der Studierenden an den Präsenzveranstaltungen teil. Dies könnte darauf hindeuten, dass die direkte Interaktion mit den Dozierenden von den Studierenden präferiert wird.

Die Bearbeitung der Feedbackbögen zu dem Thema der jeweiligen Lehrveranstaltung gelingt den Studierenden sehr gut. Größere Schwierigkeiten bereitet es den Studierenden, wenn im Feedbackbogen Bezug zu Themen anderer – z.B. einige Wochen zurück liegender – Präsenztermine genommen wird. Durch die Ansage, dass die Feedbackbögen sich stets auf die Themen der aktuellen Veranstaltung beziehen, beziehen die Studierenden Erlerntes aus früheren Präsenzterminen kaum ein.

Wenn Studierende in einer Gruppe ein Thema vertiefen und versuchen, es in einem Rollenspiel darzustellen, müssen sie die Umsetzung intensiv diskutieren und die Inhalte genau durchdenken. Damit erreichen sie in ihren Vertiefungsthemen eine Verarbeitungstiefe und eine Verankerung der Lehrinhalte, die mit einer Klausur nur schwer zu erreichen wäre. Außerdem wird die Erinnerung an das Rollenspiel ihnen immer wieder dabei helfen, sich an die Details des Rollenspiels an sich und ihres Vertiefungsthemas zu erinnern – auch später im Berufsleben.

Die Korrektur der etwa 80 Feedbackbögen erfordert einen erhöhten und disziplinierten Einsatz seitens des Dozententeams, schafft aber gleichzeitig auch Nähe zu den Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern. Die Studierenden sehen, dass wir die Bearbeitung der Feedbackbögen ernst nehmen und zur Nacharbeit auffordern, wenn wir mit den Bearbeitungsergebnissen der Bögen bei einzelnen Studentinnen und Studenten nicht zufrieden sind. Dadurch kommt es tatsächlich zu einer tieferen Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema, da nicht am Ende eines langen Semesters eine Klausur ansteht, sondern die Studierenden sich wöchentlich mit den aufeinander aufbauenenden Themen aueinandersetzten. Das in der Vorlesung gehörte wird sofort im Anschluss umgesetzt, bzw. pracktisch angewendet. Zur Senkung des Arbeitsaufwandes bei den Dozierenden ist ein solches Verfahren aufgrund der hohen Zusatzbelastung im laufenden Semester nicht geeignet.

PeW-Übung (Wing 2.Sem.)

Die Übung zur PeW Vorlesung umfasst 2SWS à 4 Gruppen á 25 Studierenden. Die dazugehörige Vorlesung wird von Prof. Rüdiger van der Weth mit 2SWS gehalten. Die Übungsaufgaben gibt mir Rüdiger van der Weth in thematischer Abstimmung zur Vorlesung vor. In der Regel stelle ich am Anfang der Übung eine Übungsklausurfrage und bespreche diese in der Übung und gebe anschließend eine Übungsaufgabe / -blatt aus. Die Studierenden haben innerhalb der Übung nun Zeit, dieses zu bearbeiten. In der nächsten Übungsstunde bespreche ich die Übungsaufgabe / -blatt, nachdem ich eine mögliche Klausurfrage besprochen habe…

Intercultural Leadership Skills II (ILS II)

Im SoSe 15 hielt ich das erste mal ILS II. Da ich gerade mein HDS Zertifikatprogramm abgeschlossen hatte, wollte ich in dieser Veranstaltung viel ausprobieren und habe gelernt, dass...

Diversity Management

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Management-Techniken-Übung (Wirtschaftsinformatik)

Die MMT-Übung umfasst 2SWS á 2 Gruppen á 25 Studierenden. Die dazugehörige Vorlesung hat 2SWS und wird derzeit von Prof. Nicola Neuvians gehalten. Mittlerweile hält sie auch die Übungen.
Im WS14/15 haben sowohl ich (die Übung), als auch Nicola Neuvians (die Vorlesung) das erste Mal MMT gehalten. Sie hielt die Vorlesung und wir haben uns abgesprochen, was wann in der Übung abgehandelt werden sollte. Es gab sowohl Vorschläge von ihr, als auch von mir zu den umgesetzten interaktiven Übungsaufgaben. Wir versuchten das erste Mal auch den Selbstmanagement-E-Learning-Kurs zu integrieren.
Im WS 15/16 hat Nicola Neuvians die MMT-Übung übernommen und wir müssen uns nicht mehr absprechen. Der Selbstmanagement-E-Learning-Kurs wurde integriert und ich betreue online die Anfragen der Studierenden und helfe innerhalb von 12-24h bei technischen und inhaltlichen Problemen.

Kollegiale Beratung / Team Teaching

Im SoSe 13 begleitete ich Prof. Tobias Braun und Frank Thiel wöchentlich durch alle Veranstaltungen von CPM und coachte sie bzgl. didaktischer Verfeinerungen in ihrer Lehre / ihren Vorlesungen.
Tobias Braun (tobias.braun(at)hwr-berlin.de) schrieb mir folgende Referenz:


Tuschelgruppe

In den meisten Fällen wird ein Lehrender, der vor einer Gruppe steht und in diese hinein eine Frage stellt mit großem Schweigen quittiert. Zu groß ist die Angst der Gruppenmitglieder sich öffentlich vor den anderen zu blamieren.

Wenn ein Lehrender eine Frage stellt und die Gruppe bittet, sich zu zweit oder dritt tuschelnd 1-3 Minunten darüber auszutauschen, summt es im Raum.

Die Studierenden sind aktiviert, lernen, dass ihr Nachbar das Gleiche oder etwas Ergänzendes beitragen kann, die gleichen offenen Fragen und Probleme hat, und wird sich dadurch viel offenen trauen, genau dieses anzusprechen, wenn es zurück zur Frage in die gesamte Gruppe geht. Es besteht kein Gesichtsverlust mehr für den Antwortenden.

 

Diese Methode ist anwendbar in kleinen Gruppen, aber auch in übergroßen, überfüllten Hörsälen. Sie eignet sich hervorragend, Vorwissen abzufragen, die Studierenden eine Zuhörverschnaufspause zu gönnen, eine konkrete Fragestellung zu erörtern,  am Ende eines Vortrags als Zusammenfassung oder zur Klärung nach offenen Fragen.

Die 6 Denkhüte

The Six Thinking Hats von Edward de Bono (vgl. 1999) habe ich für mich als Feedbackmethode entdeckt. Unter Feedback verstehe ich, sicherzustellen, das Gelehrtes beim Lernenden verstanden angekommen ist, und zu erfahren, wie bestimmte didaktische Methoden und Werkzeuge, die ich anwende, vom Studierenden aufgenommen und bewertet werden.


In einer Art Rollenspiel kann jeder Studierende jeden der sechs farblich unterschiedlichen Hüte symbolisch aufsetzen und ohne Gesichtsverlust seine Meinung, Wahrnehmung, Emotion oder positive/negative Kritik äußern.
Zunächst setze ich den blauen Hut, den der Organisation, auf und erkläre die Hüte. In der Regel beginne ich mit dem weißen Hut und sammle Fakten: Was haben Sie (bis) heute / in der Veranstaltung / im Semester gelernt und sehe damit, ob ich mein gestecktes Lehr-/ Lernziel erreicht habe. Der schwarze Hut sammelt negative und der gelbe Hut positive Kritik: Was hat Ihnen überhaupt nicht, bzw. sehr gut gefallen? Der rote Hut fängt Emotionen auf und kann zwischen Ich- und Du-Botschaften unterscheiden und der grüne Hut blickt in die Zukunft: Was soll unbedingt genauso bleiben, und viel wichtiger: was geht noch (mehr)?

Pomodoro-Technique

Francesco Cirilo, der Erfinder der Pomodoro-Technik geht davon aus, dass die durchschnittliche Konzentrationsspanne eines Menschen 25 Minuten beträgt. Er definiert eine Pomodoro-Einheit auf 25 Minuten und sagt, dass dann eine kurze, 5-minütige Pause eingelegt werden sollte, damit in den nächsten 25 Minuten wieder unter voller Konzentration gearbeitet werden kann. Nach 4 Pomodoro-Einheiten verlangt er eine längere Pause. (vgl. The Pomodoro-Technique, 2009). In der Hochschuldidaktik gehen z.B. Döring und Ritter-Mamczek ebenfalls davon aus, dass nach etwa 20-30 Minuten Einatmen ein Ausatmen für Lernende (vgl. Lehren und Trainieren in der Weiterbildung, 2001, S. 151ff) gewährleistet werden muss. Ich stelle sicher, dass nach 25 Minuten Input ein Aktivitätenwechsel stattfindet.


So oft wie möglich versuche ich meine Vorlesungen in Pomodoro-Einheiten einzuteilen. Ich stelle, nachdem ich die Pomodoro-Technik vorgestellt habe, meinen mitgebrachten Kurzzeitwecker auf 25 Minuten und unterbreche mit Klingeln für eine 5-minütige Pause. So unterteile ich eine 90-minütige Vorlesung in 3 Pomodoro-Einheiten. Die Studierenden lieben diese Einteilung und ich kämpfe sehr wenig mit unaufmerksamen Tuschlern oder Smartphone-Nutzern.
Die Studierenden sind motiviert, auch bei langatmigen Themen, sich mal eben nur 25 Minuten zu konzentrieren.

12-24h-Email-Antwort-Garantie

In der ersten Vorlesung eines jeden Semesters zeige ich mein antiquiertes Handy mit Tasten und garantiere, dass ich innerhalb von 24h, eher allerdings innerhalb von 12h oder gar kürzer, Emails beantworte. Wenn ich nicht antworte, ist sicher das Email nicht bei mir angekommen. Belächelt verlasse ich die Veranstaltung und bekomme am Ende eines jeden Semesters fassungsloses, aber dankendes Feedback ob der schnellen und zuverlässigen Email-Antwort-Zeit.


Die 2,7-Schleife

Die 2,7 Schleife wird von den Studierenden dankend angenommen, allerdings ist ist eine Nähe zum Studierenden seitens des Dozententeams unabdingbar. Nur durch eine konsequent offenen Kommunikation verstehen und wertschätzen die Studierenden den Ansatz und Extraaufwand. Der Großteil der Studierenden scheint die 2,7-Hürde zu nehmen und visiert eine bessere Note mit Mehrarbeit an.

...

Meyer-Ross, K. K. & Halgasch, J. (2014): Blended learning in der Hochschulpraxis, HDS.FORUM LEHRE 2014: MEDIAL, DIGITAL, GANZ EGAL!?, Nov. 2014 Freiberg: Meyer-Ross.pdf, S. 76-83.

 

Meyer-Ross, K. K. & Thiel, F. (2016) Benotung ohne Lernangst und Bewertungsstress, HDS.FORUM LEHRE 2015: HDS Journal 1/2016, S. 43-46: hds_jounal_I_2016-2.pdf .

 

Halgasch, J. & Meyer-Ross, K. K. (2015). Hamburger eLearning-Magazin #14 - Was ist gutes eLearning? Qualität in Lehr-/Lernszenarien mit digitalen Medien. In: Hamburger eLearning-Magazin Nr. 14, 2015 Hamburg: hamburger-elearning-magazin-14.pdf, S. 48-51.

 

Meyer-Ross et al. (2014): Interkulturelle Geschäftspartnerschaften pflegen, in Haubold et al. (Hrsg.): Managementkompetenzen im Mittelstand, Springer, Wiesbaden, S. 161-173.

 

Meyer-Ross (2016): Ethik durch Diversity, in Gestring et al (Hrsg.): Ethik im Mittelstand, Springer, Wiesbaden 2016, S. 257-270.

Aktualisiert: 03.03.2017