1. Hauptnavigation
  2. Navigation des Hauptbereiches
  3. Inhalt der Seite

Prof. Dr. phil. Florian Alexander Schmidt

Dr. phil. Dipl.-Des. Florian Alexander Schmidt, geboren 1979, ist seit 2018 Professor für Designkonzeption und Medientheorie an der HTW Dresden. 2008 schloss er sein Kommunikationsdesign-Studium an der Kunsthochschule Berlin Weißensee mit dem Diplom ab. 2015 wurde er an der geisteswissenschaftlichen Fakultät des Royal College of Art in London promoviert. In seiner Doktorarbeit untersuchte er die Funktionsweise und die Geschichte von Crowdsourcing, insbesondere im Designbereich. Neben seiner Arbeit als Designer veröffentlicht er seit 2006 Bücher, journalistische Artikel und wissenschaftliche Studien in den Bereichen Designgeschichte, Medientheorie und Zukunft der Arbeit. Seit 2008 ist er an wechselnden Hochschulen in der Lehre tätig. Von 2015 bis 2017 war er Chefredakteur des Printmagazins agenda design. Zudem schreibt er für Magazine wie designreport und t3n.

 

LEHRE (aktuell & künftig)

  • The Making of Design: Kommunikation (D538)

  • Design und Narration (D542)

  • Information Design (D548)

  • Medienkritik (D574)

  • Medien im kulturellen Kontext (D582)

  • Theorien zu Medien und Gesellschaft (D554)

  • Auftraggeber und Prozessmanagement (D504)

 

AUFFASSUNG VON LEHRE UND FORSCHUNG

Im Mittelpunkt meiner Lehre steht die inhaltlich-konzeptionelle Dimension des Kommunikationsdesigns, die Auseinandersetzung mit der Botschaft eines Entwurfs und der eigenen Haltung hierzu. Dies gilt sowohl in Kontexten, in denen Design primär als Dienstleistung verstanden wird, als auch insbesondere dann, wenn gestalterische Autorschaft bewusster in den Vordergrund tritt. Es geht um die kritische Auseinandersetzung mit den Mitteln und Methoden, die Designern zur Verfügung stehen, um Informationen zu erarbeiten und zu ordnen; um Inhalte in Form zu bringen und Aussagen zu treffen. Es gilt, ein Bewusstsein für Mittel-Zweck-Relationen zu entwicklen, sich mit der Grenze zu Manipulation und Propaganda zu befassen, und die gesellschaftlichen Implikationen des Designs zu reflektieren.

In meinen Kursen kommt dem Verhältnis des Kommunikationsdesigns zu Schrift und der Praxis des Schreibens besondere Bedeutung zu. Gute Texte produzieren zu können, ist für Designer in allen Phasen des Entwurfsprozesses von Vorteil. Um das eigene Denken zu strukturieren, zur Standortbestimmung, um Kooperationspartner, auch aus anderen Disziplinen, von Ideen zu überzeugen, Prozesse mit multiplen Stakeholdern zu koordinieren, und um finale Produkte einem breiten Publikum verständlich zu vermitteln. Deutlich mehr noch als im Produktdesign, wo diese entwurfsbegleitenden Funktionen des Schreibens bereits eine wichtige Rolle spielen, ist Text im Kommunikations- und Interfacedesign meist unmittelbarer Bestandteil des Entwurfs. Bevor Designer coden lernen, sollten sie also schreiben können.

In meiner Forschung geht es um die Entwicklungsgeschichte digitaler Werkzeuge, Plattformen und Schnittstellen – deren Verheißungen, Affordanzen, tatsächlichen Anwendungen, impliziten Annahmen, Enttäuschungen und Zweckentfremdungen. Dahinter steht ein tiefes Interesse an der politischen Dimension solcher interaktiver Artefakte, verstanden als Multi-Stakeholder-Tools. Es geht mir darum, zu verstehen und sichtbar zu machen, wie sich Machtverhältnisse durch entsprechende technologisch geprägte Designobjekte verschieben, verfestigen, in ihrer Form zum Ausdruck gebracht und beeinflusst werden.

  

PUBLIKATIONEN

Bücher und Studien 

(Google Scholar; Research Gate)  

  • »Crowdproduktion von Trainingsdaten«, Hrsg.: Hans-Böckler-Stiftung, 2019 (online)

  • »Crowd Design: From Tools for Empowerment to Platform Capitalism«, Birkhäuser 2017 (Verlag)

  • »Der Job als Gig: Digital vermittelte Dienstleistungen in Berlin«, Hrsg.: ArbeitGestalten im Auftrag der Senatsverwaltung Berlin, 2017 (online)

  • »Arbeitsmärkte in der Plattformökonomie: Zu den Herausforderungen von Crowdwork und Gigwork«, Hrsg.: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2016 (online)

  • »Crowd Work: Zurück in die Zukunft«, Hrsg.: Christiane Benner, Bund-Verlag, 2014 (Verlag)

  • »The Good, the Bad and the Ugly: Why Crowdsourcing Needs Ethics«International Conference on CrowdWork and Social Computing, Universität Karlsruhe, 2013 (PDF)

  • »For a Few Dollars More: Class Action Against Crowdsourcing«Digital Aesthetics Research Center, Aarhus, 2013, ausgezeichnet mit dem Core77 Design Award for Writing & Commentary (Journal)

  • »Gamer als Designer: Nutzergenerierte Inhalte in Computerspielen« Informatik Spektrum, Springer Science+Business Media, 2010 (PDF)

  • »Kritische Masse: Von Profis und Amateuren im Design«, form + zweck, 2010 (Verlag)

  • »Volkssport Design: Nachspiel«, Tagungsband, 2010

  • »Parallel Realitäten«, Niggli, 2006, Gewinner: Braun-Feldweg Förderpreis für designkritische Texte

Chefredaktion Magazin »agenda design«

  • #5 Antrieb (Herbst 2017); Leitartikel: »Formen der Autonomie«, über das Selbstfahrende Auto als Designproblem

  • #4 Experimente (Frühling 2017), Leitartikel: »Speculative Design«, über die Zukunft als Gedankenexperiment

  • #3 Identität (Herbst 2016), Leitartikel: »Einzigartigkeit am Fließband«, über Crowdsourcing als Quelle von Wegwerfidentitäten 

  • #2 Grenzen (Frühling 2016), Leitartikel: »#Neuland«, über die Ethik und Ästhetik des Phänomens »Seasteading«

  • #1 Sichtbarkeit (Herbst 2015), Leitartikel: »Ich sehe was, das Du nicht siehst«, über Plakate mit Gesichtserkennung

Journalistische Texte, Essays, Interviews (Auswahl)

  • »Programme mit Bewusstsein sind Fiktion«, Interview mit Dr. Ralf Herbrich, Director of Machine Learning bei Amazon; t3n #54, 2018 (online)

  • »Aus Darwins Sicht sind wir Pfauen«, Interview mit Prof. Dr. Hartmut Böhme; designreport 2/2018

  • »Hardware is Hard«Doppelinterview mit Kickstarter & Lofelt zu neuen Geschäftsmodellen für Designer, designreport 5/ 2017

  • »Gehirne in die Cloud laden? Absurd!«, Interview mit KI-Forscher Raul Rojas, t3n #46, 2015 (online)

  • »Dieser Mann will Facebook zerschlagen«,Interview mit Jaron Lanier, t3n #45, 2016 (online)

  • »Wie Büroarchitektur Innovation fördert«, t3n #42, 2015 (online)

  • »Die Revolution wird nicht 3D gedruckt«über die Politik der Maker-Szene, Deutsche Gesellschaft für Designtheorie und Forschung, 2013

  • »Futuristische Pixelnostalgie: Die Gestaltung des Morgens am Beispiel der New Aesthetic«, FROH!, #9, 2012

  • »Monster Soup: Making the Invisible Visible«, Unmaking Things, Blog des Victoria & Albert Museum, 2011, lobende Erwähnung: Core77 Design Award for Writing & Commentary 

  • »Quirky: Gestaltung durch die Massen«, bauhaus, #3, 2012

  • »London Calling: Experiment mit Tradition«, designreport 2/2012

  • »Volkssport Design: live and let live?«, eye, #74, 2009

  • »Semantische Tektonik«, Reinventing the Virtual City, Arch+, 2009

  • »Web der Extreme: Flickering vs. Frugal«, form, #227, 2009

  • »Design in Second Life«, form, #215, 2007

Aktualisiert: 05.06.2019