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Neuigkeiten/Pressemitteilungen

Fakultät veranstaltete internationale Tagung „BIM for surveyors“

Impressionen von der Tagung „BIM for surveyors“Impressionen von der Tagung „BIM for surveyors“Impressionen von der Tagung „BIM for surveyors“Impressionen von der Tagung „BIM for surveyors“

Impressionen von der Tagung „BIM for surveyors“


30.05.2017 Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Christian Clemen (HTW Dresden, Fakultät Geoinformation) fand am Sonntag, dem 28. Mai ein eintägiger internationaler Workshop zum Thema „BIM für Vermessungsingenieure“ in Helsinki, Finnland statt.

Der Begriff Building Information Modeling (kurz: BIM; deutsch: Bauwerksdatenmodellierung) beschreibt eine Methode der optimierten Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden und anderen Bauwerken mit Hilfe von Software. Dabei werden alle relevanten Bauwerksdaten digital modelliert, kombiniert und erfasst. (Wikipedia)

Für eilige Leser: Die Konferenzunterlagen sind hier zu finden: https://www.fig.net/fig2017/technical_program.htm 

United States, United Kingdom, Turkey, Switzerland, Sweden, Slovakia, Singapore, Portugal, Philippines, Nigeria, New Zealand, Malaysia, Liberia, Latvia, Ghana, Germany, France, Finland, Estonia, Equatorial Guinea, Czech Republic, Cote D'Ivoire, China, Botswana, Belgium, Bangladesh, Australia - 55 Vermessungsingenieure aus 27 Ländern diskutierten, wie die Digitalisierung des Bauwesens die Methoden und Geschäftsmodelle von Vermessungsingenieuren verändert.

Am Vormittag wurden die Grundlagen der BIM Methode erläutert: Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch Prof. Clemen zeigte Dr. Craig Hancock (University of Nottingham Ningbo, China) wie die chinesische Bauindustrie die BIM-Methodik umsetzt und berichtete eindrucksvoll, wie sich dies in einem interdisziplinären Curriculum (B.eng & M.eng) spiegeln lässt. Danach gab es „trockene“ Theorie von Prof. Clemen (HTW Dresden), der die BIM-spezifischen Anforderungen der 3D Modellierung beschrieb und anschließend BIM-Managementmethoden vermessungstechnischen Leistungen gegenüberstellte. Dr. Robert Kaden (HTW Dresden) zeigte mit grundsätzlichen Paradigmen und praktischen Beispielen, wie Geografische Informationssysteme (GIS) mit digitalen Bauwerksmodellen (BIM) gemeinsam genutzt werden können. Herr Dr. Kaden ging dabei insbesondere auf die Bedeutung virtueller Stadtmodelle (SmartCity, CityGML) ein.

Am Nachmittag rückten zunächst spezielle Sensoren in den Mittelpunkt: Andrej Mocicka (LISTECH Pty. Ltd., Australien) zeigte wie Totalstationen mit BIM Modellen „gefüttert“ werden können und eine präzise Absteckung durchgeführt und dokumentiert werden kann. Dr. Michael Olsen (Oregon State University, USA) berichtete dann von jüngsten Forschungsergebnissen zur Segmentierung und Klassifizierung von 3D-Punktwolken aus dem Terrestrischem Laserscanning (TLS). 

Die „rechtliche“ Seite des Vermessungswesens wurde von Dr. Mohsen Kalantari (Melbourne School of Engineering, Australien) beleuchtet: Er zeigte wie BIM zur Digitalisierung des dreidimensionalen Eigentumsnachweises (3D Kataster) beitragen kann. Der ehemalige Präsident des britischen RICS (Royal Institution of Chartered Surveyors), Dr. SeeLian Ong (Malaysia) stellte dann mit dem „International Construction Measurement Standards“ (ICMS) ein vereinheitlichtes Modell zur Kostenschätzung und -dokumentation von Bauvorhaben vor und vertrat damit die Berufsparte der Quantity Surveyor.

Nach Kaffee und Sahnetorte wurden in der letzten Session konkrete Softwareprodukte und Bauprojekte diskutiert. Alex Harrington (Beca Infrastructure, Neuseeland) berichtete von seinen Erfahrungen als Vermessungsingenieur in einem BIM Projekt – das durch häufige Erdbeben in Neuseeland von sehr hohen Anforderungen geprägt war. Marc Zschieschang (Faro Technologies Europe und HTW Dresden Absolvent!) zeigte, wie die Auswertung von Laserscanndaten durch semiautomatische Prozesse wirtschaftlich gestaltet werden kann. 

Danach wurde das Thema BIM- und GIS-Datenmanagement bei Infrastrukturprojekten adressiert: Dr. Christian Manthe (DB Engineering & Consulting) zeigte eindrucksvoll, wie eine komplexe Informationsinfrastruktur bei der Deutschen Bahn gemanaged wird und Liisa Kemppainen (Sito Oy, Finnland) erläuterte an praktischen Beispielen, wie sie Geodaten- und Bauwerksmodelle für die Erweiterung des Flughafens von Helsinki realisiert.

Die sehr gelungene Veranstaltung fand im Rahmen der „Working Week 2017“ der Fédération International de Géomètres (FIG, Internationale Vereinigung der Vermessungsingenieure) statt und wurde von der HTW Dresden organisiert. DVW – Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement, die Deutsche Bahn, Faro Technologies Europe und Listech Neo beteiligten sich inhaltlich und finanziell.