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Produktdesign studieren

Produktdesign studieren

Im Rahmen des Bolognaprozesses wurde das Studium an der Fakultät Gestaltung von Grund auf neu konzipiert.

An Stelle eines Diplomstudiengangs über 8 Semester wurden ein Studiengang Bachelor Produktgestaltung über sechs Semester und einen Studiengang Master Produktgestaltung über 4 Semester aufgelegt, die konsekutiv aufeinander aufbauen. Somit erhöhte sich die Ausbildungsdauer um 2 Semester und genügt nun allen internationalen Vergleichen und Standards.

Der Bachelorstudiengang soll befähigen mit hoher gestalterischer Kompetenz in einer Designagentur mitarbeiten zu können. Der Masterstudiengang soll die Absolventen befähigen, eine Designagentur zu leiten und komplexe Entwurfsaufgaben zu managen.

Die Abschlüsse lauten jeweils Bachelor of Arts und Master of Arts.

Während in anderen Hochschulen der Masterstudiengang oft nur mit drei Semestern um die Masterthesis herum gruppiert ist, legen wir großen Wert auf den weiteren und kontinuierlichen Ausbau von gestalterischen, intellektuellen und organisatorischen Kompetenzen in höherkomplexeren Entwurfszusammenhängen.

Im Bachelorstudiengang ist Zeit für ein Praxissemester, möglichst im Ausland, vorgesehen. Im Masterstudiengang wird ein Semester lang ein Projekt in Kooperation mit einem Unternehmen oder einer Forschungseinrichtung durchgeführt. Die Ausbildung ist in beiden Studiengängen durch einerseits starke Praxisnähe und Praxisbezüge gekennzeichnet, als auch andererseits durch die Auseinandersetzung mit nichtkommerziell getriebenen Aufgabenbereichen sozialer und ökologischer Provenienz, wie sie eben nur an Hochschulen bearbeitet werden können, die mit öffentlichen Geldern gefördert und dem Gemeinwohl verpflichtet sind.


Ein besonderes Kennzeichen der Bachelor- und Masterausbildung an der Fakultät Gestaltung in Dresden ist die hier praktizierte Integration von "Grundlagen"-Kursen in die Curricula. Natürlich wissen auch wir, dass Kompetenzen aufeinander aufbauen und kumulativ vermitteln werden müssen. Wir achten aber auch darauf, dass der formal-ästhetischen Ausbildung ein experimenteller Charakter zukommt. Wir sehen in den sogenannten "Grundlagen" immer auch Freiräume zur Entwicklung des gestalterischen Repertoires. Deshalb haben wir das alte Denken "Erst die Grundlagen und Experimente, dann die ernsthaften Projekte" beendet und es gibt Kurse experimentellen Zuschnitts bis hinein in das letzte Semester der Masterausbildung.

Ein zweites Merkmal des Studiums an der Fakultät Gestaltung in Dresden ist die forschende, kritische und auf stimmige Konzeptionen gerichtete Grundhaltung in Lehre und Studium.

Wir sehen das Design als eine erkenntnisfördernde Disziplin an mit Ergebnissen, die von keiner anderen Disziplinen erbracht werden können.

Deshalb werden Lehre und Forschung bei uns eng miteinander verknüpft und integriert. Das Design spielt nicht nur mit einem "tacit knowing", sondern bringt es in der Gestalt der Dinge zu sinnlicher Erkenntnis.

In der Fakultät gibt es Strömungen, die allen Designlösungen nur einen Status von "permanent beta" zugestehen, nachdem im 20. Jahrhundert erkennbar wurde, dass es keine endgültigen Lösungen gibt. Entwürfe werden nie fertig, da ihre kulturelle Aneignung und ihre Implementierung in den Stoffwechsel mit der Erde eine Komplexität aufruft, die unmöglich vorbedacht werden kann. Deshalb ist Kritik an allen Dingen, die vorhanden sind, eine fundamentale Bedingung jeglicher Entwurfsarbeit. Diese Kritik ist ohne Standpunkt, ohne intellektuelle Gewissheit über die Funktion von Gestaltung in gesellschafltichen Zusammenhängen nicht zu leisten.

Drittens ist die Lehre durch große Sorgfalt gegenüber der Plausibilität von Konzeptionen geprägt. Wir wissen und achten sehr darauf, dass Form und Konzeption auseinander hervorgehen. Gerade weil es so schwierig ist, die Wirkungen gestalterischer Entscheidungen vorab ausreichend zu bedenken, muss diese Gegenseitigkeit von Form und Konzeption besonders aufmerksam und variantenreich beantwortet werden. Formale Mängel sind immer ein Indiz für fehlende Stimmigkeit im Konzept.

Aktualisiert: 10.10.2017