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Fahrzeugsicherheit/Unfallanalytik

Die Professur „Fahrzeugsicherheit/Unfallanalytik“ umfasst die Lehrveranstaltungen Passive und Aktive Sicherheit, Integrale Sicherheit, Sachverständigenwesen und Unfallanalytik.


Die Passive Sicherheit befasst sich mit unfallfolgenmindernden Maßnahmen zur Begrenzung der Auswirkungen eines Unfalles. Besondere Betrachtung erfahren dabei die Biomechanik und die Anatomie des Menschen hinsichtlich der beim Unfall auftretenden Verletzungsmechanismen. Zu den drei Versuchsarten der Experimentellen Simulation gehören die Fahrzeugversuche, die Schlittenversuche und die Komponentenversuche.

Die Aktive Sicherheit hat das Ziel, Unfälle zu vermeiden und somit deren Häufigkeit zu verringern. Dabei wird versucht, den Unfallentstehungsprozess direkt zu beeinflussen. Ein hohes Potential bietet dabei das Erkennen von kritischen Situationen mit anschließender Warnung des Fahrers sowie autonom eingreifende Systeme. Die Art der Unterstützung kann dabei nicht ohne Anbetracht der rechtlichen Konsequenzen erfolgen.


Obwohl die meisten der heutigen Fahrzeuge bereits ein hohes Maß an Sicherheit für die Insassen und für äußere Verkehrsteilnehmer aufweisen, steht die Automobilindustrie vor großen Herausforderungen, die nur durch eine Ausweitung der Zielsetzung und eine enge Zusammenarbeit zwischen Herstellern, Zulieferern und Entwicklungsdienstleistern einer gemeinsamen Lösung zugeführt werden können. Die Integrale Sicherheit verknüpft dabei die Aktive und Passive Sicherheit mit dem Ziel, das Schutzpotential aller Verkehrs-teilnehmer weiter zu steigern. Dabei wird der gesamte Unfallablauf von der Entstehung über die Kollision bis zum Rettungswesen ganzheitlich betrachtet. Die Vorlesung wird von Prof. Rodolfo Schöneburg (Daimler AG) und Karl-Heinz Baumann (Daimler AG) durchgeführt.


Die Lehrveranstaltung Unfallanalytik beschäftigt sich mit der Aufnahme, Rekonstruktion und Auswertung von realen Unfällen und Unfalldatenbanken. Zentraler Bestandteil ist dabei die Dokumentation und das Verständnis sowie die Zuordnung von Unfallspuren als grundlegende Basis für die Rekonstruktion von Unfällen. Im Rahmen vielfältiger Praxisübungen werden die verschiedenen Messverfahren zur Skizzenerstellung erläutert und angewendet. Die praktische Durchführung von Unfalldokumentationen erfolgt direkt an verunfallten Fahrzeugen. Inhalt und Umfang verschiedener Unfalldatenbanken weltweit werden aufgezeigt und vergleichend analysiert. Dabei steht sowohl die Unfallbegutachtung als auch die statistische Auswertung von Unfalldatenbanken im Vordergrund. In der wahlobligatorischen Veranstaltung der rechnerischen Unfallrekonstruktion werden reale Unfälle mit der Software PC-Crash im gemeinsamen Rechnerpool rekonstruiert.


Innerhalb der Lehrveranstaltung Sachverständigenwesen wird den Studierenden das Arbeitsgebiet von Kraftfahrsachverständigen näher gebracht. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Hauptuntersuchungen, Schaden- und Wertgutachten sowie Gutachten  zur Unfallrekonstruktion, zu Schadenursachen und zur Höhe von Reparaturkosten. Sowohl eine Allgemeine Betriebserlaubnis als auch eine Einzelbetriebserlaubnis für Fahrzeuge und Teile können nur durch Sachverständige mit voller Befugnis, die an bestimmte Qualifikationen gebunden ist, erstellt werden. Die Lehrveranstaltung wird von Herrn Jürgen Bönninger (FSD GmbH) durchgeführt.

Aktualisiert: 07.12.2017  |  Autor: L. Hannawald