Chances and Opportunities of Entrepreneurship Education in Digital Environments

Fakultät Wirtschaftswissenschaften

Chances and Opportunities of Entrepreneurship Education in Digital Environments

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Beschreibung der DAAD geförderten Maßnahme

Projektlaufzeit: Juli - Dezember 2020

Das Oberziel dieses Projektes ist die Vertiefung der internationale Zusammenarbeit der HTW Dresden mit der GJU - German-Jordanien University in Amman im Bereich Modernisierung der Ausbildung im Unternehmertum. Jordanien im Allgemeinen sowie Amman als Hauptstadt im Besonderen hat in den letzten Jahren vielfältige Transformationen durchlaufen. Hierbei spielen auch die Hochschulen vor Ort eine tragende Rolle. Da die GJU eine private Hochschule ist, ist ein Verzerrungsfehler bezüglich der Repräsentativität zur Gesamtbevölkerung zu attestieren. Dies soll durch Involvierung GJU-externen ExpertInnen und DozentInnen adressiert werden. Durch diese vom DAAD geförderte Kurzmaßnahme wollen wir basierend auf persönlichen und fachlichen Kontakten die Bestrebungen der GJU mit besten Willen und Kräften unterstützen.

Weiter Informationen und COVID-19 bedingte Onlinemaßnahmen 2020

Ausgangslage

Der Gründergeist und die Zahl der Existenzgründungen gehen in Deutschland seit dem Jahr 2000 stetig zurück. Im Jahr 2018 lagen beide Indikatoren auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren (vgl. KfW 2019). Ähnliche Tendenzen sind in Jordanien zu beobachten. Gemäß dem Global Entrepre-neurship Monitor hat sich die Anzahl derjenigen, die in den nächsten drei Jahren beabsichtigen ein Unternehmen zu gründen, von 33 % der Befragten in 2004 auf 16 % im Jahr 2016 nahezu halbiert. Der Anteil derer, die sich aktuell in Gründung befinden bzw. ein junges Unternehmen führen, lag 2004 bei 18 %; in 2016 waren es lediglich noch 8 %. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. Dass die derzeitige Ausgestaltung der Entrepreneurial Education dabei eine Rolle spielt, zeigt sich daran, dass im Jahr 2016 nur noch 48 % der jordanischen Befragten angaben, dass sie das not-wendige Wissen und die Fähigkeiten haben, ein Unternehmen zu gründen. Im Jahr 2004 lag dieser Wert noch bei 71 %. In Deutschland manifestiert sich dieser Indikator auf einem stetig niedrigen Niveau (2018: 38 %).

Diese Entwicklungen sind insbesondere vor dem Hintergrund besorgniserregend, da Unterneh-mensgründungen aus ökonomischer Sicht Wachstum, Beschäftigung und Zukunftsfähigkeit einer Volkswirtschaft repräsentieren. Gründer spielen für die Etablierung von Innovationen in bestehen-den Märkten ebenso wie bei der Entwicklung neuer Märkte eine wichtige Rolle und veranlassen damit strukturelle und technologische Transformationsprozesse. Unternehmensgründungen sind demnach insbesondere beim Aufbau neuer Wirtschaftszweige entscheidend. Gerade für Entwick-lungs- und Schwellenländer im arabischen Raum ist dieser Aspekt von besonderer Bedeutung, da die teilweise eingeschränkte Wirtschaftskraft dieser Länder u. a. auf das Nichtbestehen ganzer Wirt-schaftszweige zurückgeführt werden kann. Ebenfalls können ähnliche Probleme und Parallelen in ostdeutschen wirtschaftsschwachen Regionen wie beispielsweise der sächsischen Oberlausitz o-der im Osterzgebirge festgestellt werden. Neben dem Beschäftigungseffekt kommt hier die Abhängigkeit des Landes bzw. der Region von Importen zum Tragen. Darüber hinaus sind eine positive Entwicklung entsprechender Wirtschaftsräume und die Schaffung von nachhaltigen Per-spektiven für junge UnternehmerInnen von globalen Interesse um High Potentials im jeweiligen Herkunftsland zu halten. Diese personellen Ressourcen sind von größter Bedeutung um den Auf- und Ausbau der Heimatmärkte voranzutreiben und die Lebensqualität der gesamten Bevölkerung in den betroffenen Regionen zu verbessern

Obwohl der Bedarf eines ganzheitlichen Ansatzes für ein unternehmerisches Verständnis in der Hochschullehre bekannt ist, ist dieses Thema in Jordanien nur marginal bis gar nicht präsent. Zurzeit wird an den einzelnen Hochschulen mehr oder weniger aktiv an der Verbesserung bestehender und der Konzeption neuer Angebote gearbeitet. Das vorliegende Projekt trägt dazu bei, einen systema-tischen Ansatz zur Optimierung der Entrepreneurship Education zu entwickeln und skalierbar zunächst für die beteiligten Hochschulen, perspektivisch jedoch auch für andere Hochschule nutz-bar zu machen. Im Sinne des Zitats: “Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist nur Information“ von Albert Einstein, wollen wir unsere bisherigen Bemühungen und praktischen Erfolge in der akademi-schen Kooperation mit der arabischen Welt im Bereich der Ausbildung von jungen UnternehmerInnen weiter vorantreiben und ausbauen.

Inhaltliche Zielstellungen des Projektes

Die kurzfristigen Zielen leiten sich unmitttelbar aus dem beantragten Workshop ab, da hier die Weiterentwicklung der Curricula durch neue bzw. überarbeitete Module zum Entrepreneurship eines der Hauptziele sind. Durch diese Lehrveranstaltungen soll zugleich der Transfer in die unternehmerische Praxis stimuliert werden. Als erwartetes Kernergebnis lassen sich somit konkret anwendbare Lehrveranstaltungen für beide beteiligte Hochschulen erwarten.

Durch das Workshopdesign – insbesondere in From der diversen beteiligten Stakeholder – wird zudem ein Beitrag zur Weiterentwicklung der akademischen Selbstverwaltung nach deutschem bzw. europäischen Vorbild vorangetrieben. Insofern zeigt das Workshopdesign sowohl implizit auch auch explizit die Grundphilosophie der Mitwirkung aller an einer Hochschule Beteiligten im Sinne eines Good Governance auf. Hier spielen zum einen eine intensive Einbindung der Studierenden in die Diskussionen um die Moderniesierung der Lehre als auch Aspekte der Genderdiversität eine wichtige Rolle, wenngleich dies im Lichte unserer Erfahrungen vor Ort durchaus mit europäischen Standards vergleichbar ist.

Mittel- bzw. langfristig dient die Kurzmaßnahme der Konkretisierung einer weiterführenden Antragskooperation, um aufbauend auf den Workshopergebnissen vertiefende kooperative Lehr- und Forschungsvorhaben zu realsieren. Insofern ist die beantragte Kurzmaßnahme der erste Schritt zu einer weiteren Intensivierung der bestehenden Partnerschaft.

Nachwuchsförderung und Geschlechterparität

Auch wenn das  Projekt stark auf eine nachhaltige strukturelle Verbessung der Lehrbedingungen und damit einhergehend die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit - im Sinne der Fähigkeit eigene Unternehmen zu gründen - der Studierenden fokussiert, wollen wir bekräftigen, dass die Ziele der Nachwuchsförderung und Geschlechterparität für uns gleichermaßen Beachtung finden. Wir werden bei der Zusammensetzung und den Beitragsanteilen in den Workshops darauf achten, dass Studierende und Nachwuchswissenschaftlicher Einfluss auf die Ergebnisse nehmen können und dass bei den ins Projekt einbezogenen ExpertInnen, HochschullehrerInnen sowie bei den Studierenden der weibliche Anteil mindestens 50% beträgt. Die aktuell noch nicht gegebene Geschlechterdiversität der Antragsteller ist historisch und thematisch bedingt und wird perspektivisch bei dem Folgeantrag adressiert. Zudem werden wir hier hochschultypübergreifend kooperieren. Eine frühzeitige Involvierung ist durchaus denkbar, konnte im Rahmen dieses Projektantrags aufgrund der gegebenen Umstände leider noch nicht berücksichtigt werden.

Deutsch-Arabische Kurzmaßnahme

gefördert vom DAAD - Deutscher Akademischer Austausch Dienst