Lehrveranstaltungsplanung

Didaktische Vorbereitung und Planung

Lehrveranstaltungsplanung

Vor dem Beginn eines Semesters und der Lehrveranstaltungen steht oftmals die Überarbeitung einzelner Lehrveranstaltungen an. Da das kommende Semester wiederum ein besonderes Semester sein wird, betrifft die Vorbereitungsphase diesmal alle Ihre Lehrveranstaltungen. Mit den folgenden Seiten wollen wir Sie bei der Erstellung von Lehrkonzepten für das hybride Semester unterstützen. Für das hybride Semester empfehlen wir die Lehre basierend auf dem Blended-Learning-Modell aufzubauen. Dieses ist gekennzeichnet durch die didaktisch sinnvolle Verbindung von Online- und Präsenzphasen.

Hier erfahren Sie in fünf Schritten, wie Sie einfach und strukturiert Ihre Lehre als Blended-Learning-Format planen können.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten an die Lehrplanung heranzugehen. Wir empfehlen Ihnen für ein Blended-Learning-Format die Herangehensweise nach dem ADDIE-Modell, das aus fünf einfachen Schritten besteht: Analyse, Design, Development (Entwicklung), Implementierung und Evaluation.

Im ersten Schritt wird eine Analyse der Rahmenbedingungen vorgenommen, die die Basis für die nachfolgenden Schritte bildet. Zur Erstellung der Analyse können Sie die folgenden Leitfragen heranziehen:

Wie ist die Zusammensetzung der Teilnehmenden?
Wie viele Studierende nehmen an der Lehrveranstaltung teil?
Welche Vorerfahrungen haben die Studierenden hinsichtlich Vorwissen, Techniknutzung und Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Werkzeugen?
Kennen sich die Studierenden bereits, z.B. aus vorangegangenen Semestern?
Welche Lerneinschränkungen existieren eventuell?

Um welche Lehrveranstaltung handelt es sich?
Wie ist der Anteil an Vorlesungen, Übungen und Praktika?
Mit welchen Inhalten sollen sich die Studierenden auseinandersetzen?
Welche Lehr-/Lernziele werden in der Veranstaltung verfolgt?

Wie sind die Lerngegebenheiten?
Welche technischen und personellen Ressourcen stehen zur Verfügung?
Welche Vorgaben, z.B. durch die Modulbeschreibung , sind zu erfüllen, z.B. welche Prüfungsform ist festgeschrieben?
Welche Anteile der Lehrveranstaltung können/sollten in Präsenz stattfinden (z.B. Praktikum)?
Welche Anteile können/müssen online stattfinden (z.B. Vorlesung)?

Nun beginnt die eigentliche Konzeption: In der Designphase werden die Lerninhalte unter Beachtung der Lehr-/Lernziele geplant. Basierend auf den Ergebnissen aus der Analyse legen Sie die Lernumgebung und Lernmaterialien für Ihre Lehrveranstaltung fest. In diesem Schritt finden auch die Auswahl der Online- und Präsenzphasen sowie der zu verwendenden Medien und die Detailplanung der einzelnen Lehrveranstaltungsblöcke statt. Schauen Sie dazu gern auf unseren Praxisideen-Seiten nach passender Inspiration.

Die folgenden Leitfragen können in dieser Phase unterstützen:

Welche Bestandteile finden Online und welche in Präsenz statt?
Mit welchen Methoden (und Medien) sollen welche Inhalte (und in welcher Phase) vermittelt werden?
Wie erfolgt die Kommunikation mit den Studierenden, einmal zu inhaltlichen Aspekten der Lehrveranstaltung, aber auch die Kommunikation des Semester- bzw. Wochenablaufs der Lehrveranstaltung?
Wie ist eine Interaktion der Studierenden untereinander vorgesehen?
Welche Formen der Aktivierung im virtuellen und realen Raum sollen zum Einsatz kommen?
In welcher Form erhalten die Studierenden semesterbegleitend Rückmeldungen zu ihren Lernergebnissen?
Wie möchten Sie Feedback von den Studierenden einholen?
Wie erfolgt die Umsetzung (technisch/organisatorisch) der Prüfungsform?

Tipp: Visualisieren Sie sich den Wechsel zwischen Präsenz- und Online-Phasen über den zeitlichen Verlauf aller Lehrveranstaltungselemente.

Nach erfolgter Analyse und Konzeption können Sie nun mit der Zusammenstellung der benötigten Lehr-/Lernmaterialien sowie ggf. deren Vorab-Produktion (z.B. Videos, Übungsaufgaben, Skripte) starten.

Tipp: Sie müssen nicht immer alles selbst produzieren. Machen Sie sich doch einmal auf die Suche nach bereits existierenden offenen Bildungsmaterialien (so genannte Open Educational Resources - OER). Bei Interesse finden Sie weitere Informationen in dieser Handreichung zu OER.

Nun geht es an die eigentliche Durchführung Ihres Blended-Learning-Formats. Achten Sie dabei auf die vorab geplanten Aspekte von Kommunikation, Kollaboration und Rückmeldungen an die Studierenden sowie das Einholen von Feedback bei den Studierenden. Sollte sich hier zeigen, dass etwas nicht optimal funktioniert, scheuen Sie sich nicht, im Semesterverlauf nachzujustieren.

Für den nachhaltigen Lernerfolg einer Lehrveranstaltung ist eine regelmäßige Evaluation wichtig. Dazu gehört vor allem sich regelmäßig Feedback von den Studierenden einzuholen. Dies kann auch bereits während des Semesters, z.B. am Ende einer einzelnen Lehrveranstaltung stattfinden. Abfragen könnten Sie zum Beispiel Erwartungen, Motivation, Verbesserungsvorschläge oder die Überprüfung der Lernziele. Sie sind also beim Einholen von Feedback nicht immer an die geplanten Evaluationen Ihrer Fakultät gebunden.

Um Sie bei der Erstellung Ihrer Lehrkonzepte zu unterstützen, haben wir Ihnen ein Formular mit passenden Leitfragen vorbereitet, die Sie Schritt für Schritt durch die Konzepterstellung leiten. Sie können die Fragen selbständig für sich beantworten. Falls Sie Feedback oder eine Beratung für Ihr Lehrkonzept wünschen, stehen wir Ihnen selbstverständlich zur Seite. Schreiben Sie uns einfach an service.lehre(at)htw-dresden.de.

PDF: Leitfragen für die Konzepterstellung

Leitfragen Blended-Learning-KonzeptPDF

Workshop: Planung und Konzeption von Lehrveranstaltungen im Blended-Learning-Format

Sie möchten sich im Rahmen eines Workshops mit der Planung und Konzeption Ihrer Lehrveranstaltungen im Blended-Learning-Format auseinandersetzen? Kein Problem! Vom 19.08. bis 20.08. bieten wir einen Workshop an, der Ihnen einen roten Faden für die Konzepterstellung an die Hand gibt. Die Anmeldung finden Sie unserem OPAL-Kurs.

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