Inhalte vermitteln

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Inhalte vermitteln

Bei der Wissensvermittlung in Präsenzveranstaltungen können ganz spontan Diskussionen geführt oder Inhalte noch einmal aufgriffen oder vertieft werden. Im virtuellen Raum ist das leider nicht immer so einfach möglich. Vor allem für die eigenständige Bearbeitung von Lerninhalten durch die Studierenden müssen die Inhalte und Aufgaben gut durchdacht und vorstrukturiert werden.

Wir geben Ihnen mit diesen Praxisideen einige Tipps an die Hand, mit denen auch virtuelle Arbeitsphasen gemeistert werden können.

 

Virtuelle Vorlesungen

Im virtuellen Raum fällt es meist schwerer konzentriert zuzuhören und mitzuarbeiten. Umso wichtiger ist es, virtuelle Vorlesungen abwechslungsreich zu gestalten. Dazu ist es empfehlenswert nach ca. 20 Minuten zur Auflockerung aktivierende Methoden einzusetzen und für Abwechslung zu sorgen.

Beachten Sie bitte auch, dass in virtuellen Vorlesungen nicht so viel Lernstoff wie in einer Präsenzvorlesung vermittelt werden kann. Planen Sie daher gezielt Zeit für Aufgaben, Übungen und Interaktionen ein. Erstellen Sie dazu vorab einen groben Zeitplan, den Sie den Studiereden zu Beginn jeder Lehrveranstaltung kommunizieren.

Tipp: Probieren Sie zusätzlich zu einem Methodenwechsel zur Auflockerung auch einen Tool- oder Ortswechsel aus.

Es ist guter Stil sich im virtuellen Raum auf klare Regeln festzulegen und diese an alle zu kommunizieren.

Folgende Regeln haben sich im virtuellen Raum bewährt:

  • Wer nicht aktiv spricht, schaltet sein Mikro und seine Webcam aus.
  • In größeren Gruppen werden verbale Wortmeldungen z.B. über Icons oder den Chat angemeldet.
  • Um einen Vortrag nicht mit Fragen zu unterbrechen, bietet es sich an die Fragen während des Vortrags im Chat zu sammeln und im Anschluss zu beantworten. Bei größeren Vorträgen mit mehreren Abschnitten bietet sich auch eine eingeschobene Fragerunde nach jedem Abschnitt an.
  • Da es schwer ist sich gleichzeitig auf den eigenen Vortrag und die Inhalte im Chat zu konzentrieren, kann ein regelmäßig wechselnder studentischer Moderator bestimmt werden.
  • Der virtuelle Raum kann bereits ca. zehn Minuten vor Beginn der Veranstaltung geöffnet werden, damit die Teilnehmenden ihre Technik vorab testen können. Hier ergibt sich vielleicht auch ein kurzes Gespräch „zwischen Tür und Angel“.

Tipp: Je nach Lehrveranstaltung können Sie sich auf weitere/andere Regeln festlegen. Beziehen Sie dazu am besten Ihre Studierenden mit ein.

Die harten Fakten werden mitunter schnell vergessen, vor allem, wenn sie nicht per se spannend sind. Anders sieht es jedoch mit Geschichten aus. Ereignisse oder Geschichten, die bei große Freude oder Verärgerung hervorrufen, bleiben im Gedächtnis. Nutzen Sie diese Tatsache für Ihre Lehre – verpacken Sie die Fakten in eine spannende Geschichte, die Emotionen weckt. Das können Erfolge oder Misserfolge sein, typische Situationen, die alltäglich vorkommen oder auch Zukunftsszenarien. Mit einer durchdachten Dramaturgie bleibt die Aufmerksamkeit der Studierenden über die gesamte Story erhalten.

Tipp: Storytelling funktioniert natürlich auch im nicht-virtuellen Raum sehr gut.

Begleitaufgaben

Wenn Sie Materialien, zum Beispiel in Form von Videos, Präsentationen, Texten oder Literatur, online bereitstellen, ist es grundsätzlich empfehlenswert diese mit Leitfragen oder begleitenden Aufgaben zu versehen. Damit können Sie die Studierenden ermutigen die Inhalte nicht einfach nur durchzuarbeiten, sondern auch Fragen zu beantworten, auf bestimmte Aspekte zu achten sowie Erkenntnisse und Ergebnisse schriftlich festzuhalten.

OPAL-Tipp: Mit Hilfe des Aufgaben-Bausteins können Sie die Abgabe von (Begleit-)Aufgaben zu einem festgelegten Termin realisieren.

Ein Beispiel einer typischen Begleitaufgabe ist, die zentralen Aussagen eines Textes herauszuarbeiten und niederzuschreiben. Das verlangt von den Studierenden, sich nicht nur mit dem Text auseinanderzusetzen sondern auch die enthaltenen Informationen zu selektieren und zu gewichten. Durch den Fokus auf die wesentlichen Aussagen eines Textes bleiben die Informationen besser im Gedächtnis verankert. Die so verinnerlichten Inhalte stehen so im weiteren Verlauf der Lehrveranstaltung als Grundlagenwissen zur Verfügung.

Tipp: Das funktioniert natürlich auch mit anderen Formaten, wie zum Beispiel Videos, Präsentationen oder Podcasts.

Eine weitere beliebte Begleitaufgabe ist die Mindmap: Lassen Sie Ihre Studierenden die wesentlichen Inhalte aus einem Text, Video oder Skript in einer Mindmap darstellen. Die Übersetzung der Inhalte in ein visuelles Format ist in der Lage die Behaltensleistung zu steigern.

Tipp: Mindmaps lassen sich zu einzelnen Texten, Videos oder Skripten aber auch zu vollständigen Lehrveranstaltungen erstellen.

Ihre Studierenden stellen zu wenig Fragen? Geben Sie das Stellen von Fragen als Begleitaufgabe auf. Lassen Sie die Studierenden überlegen, welche Fragen sie an einen bestimmten Text, ein bestimmtes Video oder zu einem bestimmten Thema haben.

Zur Formulierung der Fragen können die klassischen W-Fragen (Wer? Warum? Wozu? Wie? Wo? Wann?) weiterhelfen.

Tipp: Natürlich können Sie den Spieß auch umdrehen und bereits selbst Fragen stellen: Welche Fragen beantwortet das Medium/der Autor? Welche Thesen werden aufgestellt? Welche Schlüsselbegriffe gibt es? Welche Definitionen werden vorgenommen?

Kollaboration und Interaktion

Gut geeignet zum Einstieg in ein neues Thema oder um einen Themenbereich abzuschließen: Lassen Sie Ihre Studierenden zu einem bestimmten Thema gemeinsam eine Linksammlung erstellen.

OPAL-Tipp: Für die Erstellung von gemeinsamen Linksammlungen eignet sich der Baustein Linkliste. Um auch Studierenden das Hinzufügen von Links zu erlauben, können Sie im Kurseditor unter Zugang die entsprechenden Einstellungen vornehmen.

Glossare und Wikis bieten sich zum Einstieg oder zur Vertiefung in ein oder mehrere Themen an. Die Studierenden können dazu allein oder kollaborativ die begrifflichen Grundlagen eines Themengebietes erarbeiten. Bei einer gemeinschaftlichen Erarbeitung des Themas ist zusätzlich zu den Inhalten auch die Strukturierung kollaborativ auszuhandeln.

OPAL-Tipp: Im OPAL können Sie dafür den Baustein Wiki verwenden.

Warum sollten immer Sie als Lehrender die Prüfungsaufgaben entwickeln? Lassen Sie während des Semesterverlaufs von den Studierenden mögliche Prüfungsfragen erarbeiten. Dies sorgt bei den Studierenden nicht nur für eine intensive Beschäftigung mit dem jeweiligen Thema sondern auch für eine zusätzliche Motivation durch Partizipation.

Tipp: Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten eine gemeinsame Ausarbeitung der Prüfungsfragen zu gestalten. Zum Beispiel können diese in Zweiergruppen diskutiert und dabei eine Musterlösung entwickelt werden.

Sie müssen die Lehrinhalte nicht immer frontal vermitteln: Lassen Sie die Studierenden in einer festgelegten Zeit gezielte Fragen oder Themen in Gruppen bearbeiten. Anschließend präsentieren die Gruppen ihre Ergebnisse im Plenum.

Tipp: Im virtuellen Raum können die Gruppen ihre Themen sehr gut in den Breakout-Räumen erarbeiten und anschließend im Hauptraum allen präsentieren.

Tipp: Sie können die Studierenden zu ihrem Thema auch Mindmaps, Grafiken, Präsentationen, Podcasts oder Screencasts erstellen lassen.