1. Hauptnavigation
  2. Navigation des Hauptbereiches
  3. Inhalt der Seite

Klauengesundheit

Verbesserung der Klauengesundheit durch vorausschauende, orthopädische Klauenpflege

Bearbeitung:

  • Prof. M. Klunker, C. Apelt (Fakultät Landbau/Umwelt/Chemie, HTW Dresden)
  • Dr. S. Pache (Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Köllitsch)
  • M. Kloò (Genossenschaft Klauenpflege e.G. Sachsen/ Sitz in Lohmen)

 

Zeitraum:      01/2012 – 11/2013

 

Ausgangssituation

Klauenerkrankungen bei Milchkühen führen jährlich in Deutschland zu einem wirtschaftlichen Schaden für die Landwirtschaftsbetriebe von ca. 300 bis 350,- € pro Kuh des Jahresdurchschnittsbestandes und damit bei 4,1 Mio. Milchkühen insgesamt zu einer Schadenssumme von über 1,2 Mrd. €. Gesunde Klauen sind die Voraussetzung für hohe tierische Leistungen und Gesundheit der Tiere.

 

Inhalte und Ziele

Inhalt des Projektes war es, an einer größeren Anzahl von Tieren mit vorgeschädigter Klauenlederhaut die Wirkung individuell zugeschnittener Klauenpflegemaßnahmen (angepasste Zeitabstände) zu untersuchen. Dies geschah im Vergleich zu Tieren mit gleicher Vorerkrankungsgeschichte aber klassischen 6-monatigen Abständen der Klauenpflege. Ziel war es eine Neuerkrankung der geschädigten Lederhaut zu verhindern und damit die Nutzungsdauer der Tiere zu verlängern und die entstehenden Gesamtkosten für den Tierhalter zu verringern. Es sollte ermittelt werden, ob die höheren Kosten für klauenorthopädische Maßnahmen beim tierindividuellen Ansatz durch geringere Nacherkrankungsraten und damit geringeren Nachbehandlungskosten, durch Mehrerlöse bei der Milch, durch weniger Milchrückgang und weniger Sperrfristen sowie weniger Betreuungsaufwand (weniger Kranktage) kompensiert werden können bzw. sich die Erlössituation pro Tier und pro Herde verbessert.

Untersuchungsgegenstände waren dabei:

  • Vergleich der Entwicklung der Krankheitsbilder nach Einzeltieren
  • das Auftreten und die Schwere von Folgeerkrankungen an der Klaue und anderer Erkrankungskomplexe
  • Analyse der individuellen Behandlungszeiträume und der tierindividuellen Kosten
  • die Entwicklung der Milchleistung und der Fruchtbarkeit
  • Verhaltensbeobachtungen zum Abschätzen des Beeinträchtigungsgrades der Tiere (einschl. Locomotion Score)
  • Gegenüberstellung der Kosten- und Erlösstruktur in Herden mit und ohne funktioneller Klauenpflege

 

Ergebnisse

Es konnte gezeigt werden, dass sich die Versuchsgruppen im Vergleich zu den Kontrollgruppen in den untersuchten Parametern signifikant positiv in die erwartete Richtung entwickelt haben. Besonders die Einhaltung des verkürzten Pflegerhythmus bei vorgeschädigten Klauen zeigte signifikante Verbesserungen durch eine Verringerung des Schweregrades der Klauenerkrankungen. Bei der Auswertung nach Laktation zeigte der Versuch ebenfalls, dass vor allem ältere Tiere bei nichtinfektiösen Klauenerkrankungen von einem verkürzten Pflegerhythmus profitieren. Weiterhin konnte eine Verbesserung des Locomotion Score bei der Versuchsgruppe nachgewiesen werden.

Aktualisiert: 15.02.2017