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Tiergenetische Ressourcen

Tiergenetische Ressourcen: Entwicklung eines nationalen Monitorings tiergenetischer Ressourcen auf der Basis der effektiven Populationsgröße


Bearbeitung:             Carina Apelt

Laufzeit:                    2009 - 2012

 

 

 

Finanzielle Unterstützung: Wilhelm-Schaumann-Stiftung e.V.

Betreuung:

  • Prof. E. Groeneveld (Institut für Nutztiergenetik, Friedrich-Löffler-Institut Mariensee)
  • Prof. H. Swalve (Institut für Agrar- und Ernährungswirtschaft, Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg)
  • Prof. M. Klunker (Fakultät Landbau/ Landespflege, HTW Dresden)
  • Dr. R. Fischer und Dr. U. Bergfeld (Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Köllitsch)

 

Projektziel

Züchterisch erfolgreiche Populationen und Rassen erfahren eine steigende Verbreitung. Als Nebeneffekt dieses eigentlich begrüßenswerten Vorgangs geraten weniger bevorzugte Rassen unter Druck und nehmen in ihrer Größe kontinuierlich ab.

Hier setzt das Nationale Fachprogramm für Tiergenetische Ressourcen der Bundesrepublik Deutschland an und hat eine Handlungskaskade in Abhängigkeit der Populationsgröße definiert. Diese besteht aus vier Stufen, wo die Populationsgröße als effektive Populationsgröße Ne definiert wird.

Diese sind:

  • Ne > 1000       Population nicht bedroht (NG-nicht gefährdet)
  • Ne >   200       Anlage einer Kryoreserve (BEO-Beobachtungspopulation)
  • Ne ≤   200       Auflage eines Erhaltungszuchtprogramms (ERH-Erhaltungspopulation)
  • Ne ≤     50       Phänotypische Erhaltungspopulation (PERH)

Weiterhin hält das Fachprogramm fest, dass die Berechnung der effektiven Populationsgröße auf der Basis von Einzeltierpedigrees zu erfolgen hat. Mit dem neuen Tierzuchtgesetz der Bundesrepublik Deutschland von 2006, ist das Monitoring ein verpflichtendes Element des legislativen tierzüchterischen Rahmens geworden. Da das Monitoring alle Populationen im Geltungsbereich des Tierzuchtgesetze umfasst, betrifft es nicht nur kleine und möglicherweise bedroht Populationen, sondern durchgängig alle Populationen, also auch die zahlenmäßig sehr großen wie die Holstein Friesian - Milchviehpopulation.

Während dieses zuerst widersinnig erscheint, so ist gerade das Monitoring der wichtigen Produktionspopulationen von großer Bedeutung, weil hier das Bedrohungspotential ungleich gravierender und unmittelbarer ist als bei einer kleinen Rasse, die keinen großen unmittelbaren wirtschaftlichen Impakt hat. Für die Datengrundlage, z.B. die kompletten Pedigrees über alle Zuchtverbände hinweg zu erstellen, wurden im Rahmen des Erhebungstitels der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung eine Reihe von Initiativen angestoßen, die die Schaffung einer Infrastruktur zur regelmäßigen Datenbereitstellung als Basis zur Ne - Berechnung zum Ziele hat. Die bis jetzt gestarteten Projekte betreffen Schweine, Rinder und Schafe/Ziegen.

Die effektive Populationsgröße ist somit regelmäßig (vielleicht alle zwei Jahre) für alle der etwa 60 Rassen zu berechnen. Somit ist es klar, dass dieser Vorgang so beschaffen sein muss, dass er im Prinzip automatisch auf der Basis der jeweils aktuellen Pedigrees erfolgen kann. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, ein umfassendes und robustes Verfahren zur Berechnung der effektiven Populationsgröße zu entwickeln, das auch in der Lage sein muss, trotz der Unwägbarkeiten von Felddaten sinnvolle Ergebnisse zu produzieren bei einem Minimum an manueller sprich aufwändiger Arbeit.

Während sich die Handlungskaskade des Nationalen Fachprogramms schlüssig und einfach darstellen lässt, ist die Berechnung der Ne durchaus nicht notwendigerweise komplikationslos für die aktuellen Jahre möglich. Es mag durchaus Situationen geben, in denen sie sich nicht sinnvoll berechnen lässt. Für diese Fälle muss es aber auch eine „Rückfallstrategie“ geben. Inwieweit diese die Berechnung der Ne als auch möglicherweise die Stringenz der Handlungskaskade selbst betrifft, wurde analysiert.

Aktualisiert: 15.02.2017