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Zitzengummivergleich

Im Rahmen der Industrieforschung wurde 2007 ein Zitzengummivergleich zweier Hersteller durchgeführt, um Vorteile - aber auch Schwachstellen - eines neu entwickelten Silikonzitzengummis im Praxisversuch zu ermitteln.

Die Untersuchungen wurden in einem sächsischen Großbetrieb mit 1.450 Milchkühen durchgeführt. Die Betriebsauswahl erfolgte nach einer möglichst langen tägliche Einsatzzeit der Zitzengummi, welche durch das dreimalige Melken des großen Tierbestandes erreicht wurde. Somit konnten Veränderungen und Auswirkungen während des empfohlenen Einsatzzeitraumes des Zitzengummis untersucht werden.

Untersuchung auf Melkeigenschaften


Im Kurzversuch (je 3 Wochen pro Zitzen- gummi) wurde das Milchabagabever- halten der Kühe untersucht. Nach einer zweiwöchigen Eingewöhnungsphase für die Tiere wurden Milchflusskurven und machinelle Nachgemelksmengen erfasst. Des Weiteren wurden erhoben, wie viel Milch im Euter verbleibt, wenn die einge- stellte Abnahmeschwelle laut Technikein- stellungen erreicht ist. Dafür wurden die im Bild dargestellten Auffanggeräte in die Milchleitung eingebaut. Nach dem Melkende (bestimmt durch die Abnahmeautomatik der bestehenden Melktechnik) erfolgte durch manuelle Belastung der Melkzeugzentrale bzw. einzelner Melkbecher ein weiteres Ausmelken der Kühe. Die dabei ermolkene Milch wurde in dem dafür vorgesehenen Behälter aufgefangen.

Auswirkung des Zitzengummis auf Zitzenkondition

Um die unterschiedliche Wirkung beider Zitzengummis auf die Zitzenkondition zu ermitteln, wurde ein Langzeitversuch im Halbeuterversuch durchgeführt. Dabei wurde bei allen Melkzeugen des Karussell-Melkstandes auf der linken Melkzeugseite der eine Zitzengummi und auf der rechten Seite der andere Zitzengummi eingebaut. 

Über einen Zeitraum von 4 Monaten (2.500 Betriebsstunden Zitzengummi) wurden Zitzenbonituren auf Viertelebene zu folgenden Schwerpunkten durchgeführt und anhand von statistischer Auswertungen miteinander verglichen:

  • Ausprägung der Hyperkeratosen 
  • Verfärbung der Zitzen (Rötung / Blaufärbung)
  • Quetschung der Zitzen (Kuppe / Schaft)
  • Ringbildung (Zitzenbasis)

Zitzengummialterung

Die Alterung des Zitzengummis wurde anhand ausgewählter Materialeigeneschaften ermittelt. Dazu zählten im gesamten Versuchszeitraum:

  • Ermittlung der Einfaltdruckdifferenz
  • Verformbarkeit des Zitzengummikopfes
  • Verformungen des Zitzengummischaftes
  • Mikroskopische Eigenschaften der Materialoberfläche (u.a. Oberflächenstruktur, Fettdurchtritt)
  • Bakteriologische Besiedlung der Materialoberfläche (nach Melkmaschinenreinigung)

Bearbeitung:

Prof. Dr. S. Geidel, Dr. K. Graff & Dr. K. Heidig

Aktualisiert: 30.08.2016