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Prof. Dr. rer. nat. habil. Jürgen Schmelzer


Jürgen Schmelzer studierte an der Karl-Marx-Universität Leipzig von 1964-1969 Chemie und diplomierte zum Thema „Experimentelle Bestimmung und numerische Auswertung isobarer Flüssig-Dampf- und Flüssig-Flüssig-Gleichgewichte am ternären System Benzol-Wasser-Ethylendiamin und seinen binären Kombinationen“. 1974 schloss er seine Dissertation zur Promotion A „Mischphasenthermodynamische Charakterisierung eines quaternären Modellsystems“ und 1985 zur Promotion B (nach 1991: Dr. rer. nat. habil.) „Phasengleichgewichte in flüssigen Nichtelektrolytsystemen; Experimentelle Untersuchungen, Modellierung und Vorausberechnung“ in der Forschungsgruppe von Prof. Konrad Quitzsch an der Sektion Chemie der Universität Leipzig ab. 1993 folgte er dem Ruf als Professor für Physikalische Chemie an die Hochschule für Technik und Wirtschaft – University of Applied Sciences nach Dresden.

Bei den Forschungsarbeiten beginnend mit der Diplomarbeit 1968 und während der Zeit als Assistent bzw. Oberassistent von 1969-1983 und 1987-1992 in der Physikalischen Chemie in Leipzig sowie von 1983-1986 als Gruppenleiter im Sektor Stoffdaten in den Leuna-Werken strebte Prof. Schmelzer stets eine Verbindung von experimentellen und theoretischen Aspekten der Mischphasenthermodynamik an. Das Hauptarbeitsgebiet war die Bestimmung von Phasengleichgewichten in mehrkomponentigen Mischsystemen aus Nichtelektrolyten. Auf der Basis eigener Messdaten und Daten aus der Literatur wurden vielfältige Algorithmen (Aktivitätskoeffizientenmodelle, Zustandsgleichungen und Gruppenbeitragsmethoden) zur Modellierung und Vorausberechnung getestet und weiterentwickelt. Prof. Schmelzer war beteiligt an der Erarbeitung von Stoffdatenmodellen für Vorhaben der Methanolfolgechemie, der Oxosynthese, des Parexverfahrens, der Caprolactamherstellung, der Carbochemie u.a.

An der HTW lehrte Prof. Schmelzer die Fächer Physikalischer Chemie, Angewandte Thermodynamik, Instrumentelle Analytik und Reaktionstechnik. Mit Unterstützung der DFG und des BMBF ist es ihm gelungen eine Arbeitsgruppe für Mischphasenthermodynamik aufzubauen. Im Zentrum des Interesses steht die Untersuchung von Phasengleichgewichten und anderen thermophysikalischen Eigenschaften in Systemen mit assoziierenden Komponenten (wie Alkohole, Phenole, Anilin, Cyclohexylamin und Wasser) und Kohlenwasserstoffen. Die Ergebnisse seiner Forschungstätigkeit sind in über 80 wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht.

Prof. Schmelzer ist gewähltes Mitglied der Leibniz-Sozietät und Mitglied im Vorstand der Wilhelm-Ostwald-Gesellschaft zu Großbothen sowie Schriftleiter der Mitteilungen der Gesellschaft.

Aktualisiert: 25.10.2016  |  Autor: H. Kühne / G. Naumann