Fakultät Landbau/Umwelt/Chemie

Panorama-Blick vom Rostigen Nagel über den Sedlitzer See
C. Siewert

Studium Integrale – Exkursion
 

Strukturwandel in der Lausitz: Landnutzung nach der Kohle

Regionale Perspektiven durch nachhaltige Nutzung von Naturressourcen
 

Natürliche Ressourcen sind Grundlage des Überlebens. Der Zugang zu solchen Ressourcen entscheidet oft über den sozialen Frieden, Kultur, Religion und Politik. Ungeachtet der Kenntnisse um solche Zusammenhänge, werden diese aber oft erst in Krisen wahrgenommen. Aktuelle Beispiele betreffen die Energieversorgung, den Klimawandel, die Nahrungsmittelsicherheit, Migration etc.

Maßnahmen zum Umgang mit Krisen gehen oft an den Ursachen vorbei. Kurzfristige Lösungen ignorieren die Komplexität von langfristigen Zusammenhängen. Sie stehen einer nachhaltigen Entwicklung entgegen. Bekannte Beispiele sind z.B. Subventionen in die Agrarproduktion, Preisbremsen, Einwanderungsregeln.
 

Alternativen wurden in einem EU-Forschungspro­jek­t zu strategischen Partnerschaften (SUM­CULA = Sustainable Management of Cultural Landscapes“) analysiert. Im Ergebnis entstand u.a. eine interdisziplinäre Lehrveranstaltung. Sie vermittelt praxisrelevante Erfahrungen zur Landnutzung unter Berücksichtigung kultureller, politischer und historischer Besonderheiten zur langfristigen Verbindung wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Herausforderungen.

Das Ziel ist die Stärkung regionaler Perspektiven durch interdisziplinäres Wissen als Antwort auf globale Herausforderungen. Gleichzeitig geht es um kommunikative und soziale Kompetenzen, die sich an Nachhaltigkeit als zukunftssicheren Wertestandard orientieren.

Die Exkursion
 

Die Lehrveranstaltung baut momentan auf einer Exkursion in die Lausitz als Pilotregion auf. Am Beispiel des Braunkohlenbergbaus werden fachgebietsoffen Fähigkeiten im Umgang mit aktuellen Herausforderungen und Perspektiven vermittelt und Möglichkeiten zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen aus aktueller wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Sicht an anschaulichen Beispielen dokumentiert.

Mit dem emotionalen Erleben von beeindruckenden Landnutzungsformen, Naturobjekten, neuen Technologien, sozialen Herausforderungen, kulturellen Traditionen etc. wird die Wissensvermittlung unterstützt. Die Motivation der Teilnehmer regt zu kreativen Lösungsansätzen an und ermöglicht alternative Denkweisen, die in vielfältiger Weise die berufliche und persönliche Entwicklung der Teilnehmer auf Dauer begleiten werden.

Die einwöchige Lehrveranstaltung dokumentiert regionale Erfahrungswerte im Umgang mit globalen Herausforderungen am Beispiel von Unternehmen, bundesweiter Förderprogramme und neuester Erkenntnisse aus der Forschung. Dazu gehören:

  • Interessante Naturobjekte zu Klima, Geologie, Wasser, Bodenkunde, Flora und Fauna (einschl. Wolfsbeobachtung im Schutzgebiet), Tier-, Pflanzen- und Energieproduktion
  • Emotional motivierende Verbindungen naturwissenschaftlicher Fakten mit regionalen, kulturellen (z.B. Verkostungen regionaler Produkte), sozialen, politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen
  • Einblicke in die Vielfalt von Gestaltungsmöglichkeiten des sozialen und wirtschaftlichen Umfelds am Beispiel der Rekultivierung, einschl. des Managements der Produktivität von Böden
  • Einblicke in die natürliche Sukzession nach Aufgabe des Bergbaus
  • Aktuelle Forschungsschwerpunkte der Land- und Forstwirtschaft

Die Lehrveranstaltung beginnt am 6.6.2023 mit einer Einführung in Dresden-Pillnitz und endet am 10.6.2023 mit der Vorstellung eines Agrarforstsystems der BTU Cottbus in der Lausitz mit anschließender Rückfahrt nach Dresden.

Die Exkursion wird von regionalen Fachkräften, Mitarbeitern von Firmen, Dozenten der HTW Dresden sowie der BTU Cottbus getragen. Sie findet in 2023 auf Deutsch statt. Einzelbeiträge in englischer Sprache sind möglich.

Die für alle Studiengänge offene Teilnahme wird mit 5 ECTS des Bachelor-Moduls L914 bzw. 6 ECTS des Master-Moduls L921 Landnutzungsmanagement in der Lausitz aus dem Studium Integrale der HTW Dresden bescheinigt.