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Neuigkeiten/Pressemitteilungen

Biodiversität schützen: UN-Preis für Revitalisierungsprojekt

Uferentsteinung an der Mulde – eine Revitalisierungsmaßnahme, um wieder dynamische Uferentwicklung zu ermöglichen. Diese fördert zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Foto: HTW Dresden/Frank Dziock

Uferentsteinung an der Mulde – eine Revitalisierungsmaßnahme, um wieder dynamische Uferentwicklung zu ermöglichen. Diese fördert zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Foto: HTW Dresden/Frank Dziock


07.12.2018 Das Flussauenprojekt ‚Wilde Mulde‘ wurde als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet, da es sich für den Erhalt der Biodiversität besonders stark macht. Überreicht wurde der Preis durch die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Prof. Dr. Beate Jessel.

Ziel des seit Ende 2015 laufenden Vorhabens, bei dem Forscher und Naturschützer zusammenarbeiten, ist es, einen Flussabschnitt der Mulde und ihrer Auen wissenschaftlich begleitet zu revitalisieren. Auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der HTW Dresden sind an dem Projekt beteiligt. Gemeinsam mit dem UFZ in Leipzig und Magdeburg, der TU Braunschweig, der Universität Leipzig sowie der Leibniz-Universität Hannover erheben sie an fünf Standorten entlang der Mulde Daten, um den ökologischen, chemischen und funktionellen Zustand des Flusses vor und nach der Umsetzung von Revitalisierungsmaßnahmen bewerten zu können. Damit wollen die Forscher Aussagen treffen, ob mögliche Zustandsänderungen auf diese Maßnahmen zurückzuführen sind.

HTW Forscher untersuchen gefährdete Libellenarten

So untersuchen Claudia Sprößig, Alexander Drexler und Prof. Dr. Frank Dziock von der HTW Dresden in dem Vorhaben den Einfluss der Revitalisierungsmaßnahmen auf gefährdete Laufkäfer- und Libellenarten. Dabei zeigten erste Analysen der Libellen-Populationen ein diverses Bild: Der Erhaltungszustand der Populationen der FFH-Art Grüne Keiljungfer ist hervorragend, bei der FFH-Art Asiatische Keiljungfer dagegen schlecht. Zudem konnten sie an den für Wildflüsse typischen Prall- und Gleithängen der Untersuchungsgebiete 123 Laufkäfer-Arten feststellen, darunter auch zahlreiche gefährdete Arten der Roten Liste sowie für den Landschaftsraum Elbe/Untere Mulde lebensraumtypische Arten.

Bis zum Projektende 2020 sollen sämtliche Forschungsergebnisse zusammengetragen und in einer wissenschaftlichen Synthese analysiert und Zusammenhänge hergestellt werden. Angesichts der schlechten Gewässersituation und des dringenden Handlungsbedarfs in Deutschland sollen die Erfahrungen und Projektergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung aus dem Verbundprojekt ‚Wilde Mulde‘ dazu dienen, sie auch in anderen Flusslandschaften zu nutzen.

Über das Projekt

Das Projekt ‚Wilde Mulde – Revitalisierung einer Wildflusslandschaft in Mitteldeutschland‘ wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert. Die Gesamtkoordination sowie die Umsetzung der baulichen Maßnahmen obliegen dem WWF Deutschland. Die Arbeiten der fünf beteiligten Forschungseinrichtungen koordiniert das Helmholtz – Zentrum für Umweltforschung. https://wilde-mulde.de/

Über die Auszeichnung

Die Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt findet im Rahmen der Aktivitäten zur UN-Dekade Biologische Vielfalt statt, die von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen wurde. Ziel der internationalen Dekade ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Die Auszeichnung dient als Qualitätssiegel und macht den Beteiligten bewusst, dass ihr Einsatz für die lebendige Vielfalt Teil einer weltweiten Strategie ist. Möglichst viele Menschen sollen sich von diesen vorbildlichen Aktivitäten begeistern lassen und die ausgezeichneten Projekte als Beispiel nehmen, selbst im Naturschutz aktiv zu werden. https://www.undekade-biologischevielfalt.de/

 

 

Kontakt

HTW Dresden

Fakultät Landbau/ Umwelt/ Chemie

Prof. Dr. Frank Dziock

frank.dziock@htw-dresden.de

 

WWF Deutschland

Georg Rast

georg.rast@wwf.de