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Neuigkeiten/Pressemitteilungen

Weltrekordverdächtig – 50 Quadratkilometer in 5 Tagen

Wissenschaftler des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI)  gemeinsam mit dem Archaeocopter-Team der HTW Dresden beim Einsatz im Orchontal in der Mongolei, Foto: Block-Berlitz

Wissenschaftler des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) gemeinsam mit dem Archaeocopter-Team der HTW Dresden beim Einsatz im Orchontal in der Mongolei, Foto: Block-Berlitz


20.09.2018 Wissenschaftler des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) haben gemeinsam mit dem Archaeocopter-Team der HTW Dresden historische Stätten in der Mongolei aufgenommen und vermessen.

Im Orchontal, das zur Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten zählt, wurden trotz teilweise sehr schwieriger Wetterverhältnisse mehr als 52 Quadratkilometer (das entspricht mehr als 7200 Fußballfeldern) mit handelsüblichen Multicoptern in nur fünf Tagen aufgenommen. Damit setzte das Forschungsteam neue Maßstäbe bei der Vermessung und 3D-Rekonstruktion großer Geländeflächen.

Mit den Aufnahmen von Karabalgasun, der historischen Hauptstadt der Uiguren im 8. und 9. Jahrhundert, konnte das fünfköpfige Team um Professor Marco Block-Berlitz einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Siedlungsgeschichte des Orchontals liefern.

Neben der großflächigen Befliegung des Orchontals wurden weitere historisch relevante Orte dokumentiert. So wurde das Kloster Erdene Zuu, das sich vor den Toren der Hauptstadt des Mongolischen Reiches Karakorum im 13. Jahrhundert befindet, vollständig digital rekonstruiert. Auch schwierig zu erreichende Grabhügelanlagen in den umliegenden Gebirgsketten, deren Befliegung aufgrund der Lage, Höhe und Winde spezielle Lösungen erforderte, wurden erfolgreich dokumentiert. „Mit den Aufnahmen erhoffen sich die Forscher des DAI neue Erkenntnisse zur Siedlungsgeschichte des Orchontals.“, so die Leiterin des Projekts Dr. Christina Franken (DAI).

„Besonders beeindruckte uns die große Gastfreundschaft der mongolischen Nomaden.“, so Prof. Block-Berlitz. „Unser Team konnte in den Jurten der Einheimischen wohnen und Anteil an deren Lebensalltag haben. Diese großartige Unterstützung hat sicherlich einen sehr großen Anteil an dem Erfolg unserer Dokumentationskampagne“.

Das Projekt wurde von der Gerda Henkel Stiftung finanziell gefördert. Erste Ergebnisse werden bei der Konferenz Visual Heritage (CHNT 2018) in Wien im November dieses Jahres vorgestellt.

Kontakt

HTW Dresden

Fakultät Informatik/Mathematik

Prof. Dr. Marco Block-Berlitz

E-Mail: block@htw-dresden.de

Deutsches Archäologisches Institut (DAI)

Dr. Christina Franken

E-Mail: christina.franken@dainst.de