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Lehre gestalten

Thema des Monats

Mai 2018: Interdisziplinariät

Interdisziplinäre Gestaltung von Lehre erlangt gerade unter dem Blickwinkel der Ausbildung von s.g. Zukunftskompetenzen zunehmend an Bedeutung. Da die Berufswelt, u.a. durch Technologien und Digitale Transformation zunehmend komplex wird, wird es zunehmend notwendig, komplexe Probleme unter Beteiligung und durch Kompetenz verschiedener Fachdisziplinen zu lösen.

Per Definition ist mit Interdisziplinarität die übergreifende Zusammenarbeit von Fachkräften an übergreifenden Aufgaben gemeint, wobei die einzelnen Disziplinen gemeinsam kooperieren. Dabei geht man von der Grundannahme aus, dass man die Sicht-  und Denkweisen der jeweiligen Disziplin nutzen kann, um neue komplexe Probleme gemeinsam zu bearbeiten und einer Lösung zuzuführen. Der Interdisziplinaritätsbegriff wird oft sehr unscharf benutzt. Günther und Honekamp (2013) stellen Interdisziplinarität folgendermaßen grafisch dar (siehe Fall d) und grenzen diese deutlich von anderen Formen der überfachlichen Zusammenarbeit ab.


Eine Ringvorlesung ist demnach noch kein interdisziplinäres Lehrformat. Die kooperative Bearbeitung von Themen und Aufgabenstellung steht im Fokus einer interdisziplinär gestalteten Lehre.


Vor- und Nachteile

• hoher organisatorischer Aufwand für Vorbereitung und Durchführung bei den beteiligten Lehrpersonen, insbesondere didaktische Vorbereitung im Sinne eines Constructive Alignment (ausgehend von den Kompetenzen wird das Lehrkonzept entwickelt)

• permanente Abstimmung und Aushandlung des Lehrprozesses untereinander erforderlich

• Wissenstransfer zwischen den Disziplinen erzeugt neues Wissen

• neben dem Aufbau von Fachkompetenz parallel hoher Anteil des Aufbaus von Schlüsselkompetenzen


Fallbeispiel Interdisziplinäre Lehre

Prof. Diana Simon und Prof. Georg Freitag sind bereits ein eingespieltes Team, wenn es um interdisziplinäre Lehre geht. Seit einigen Semestern bringen Sie immer wieder Studierende der Fakultät Informatik/Mathematik mit Studierenden der Fakultät Design zusammen. Aktuell arbeiten sieben Master-Studierende beider Fakultäten in einem interdisziplinären Studienprojekt zusammen. Für die Informatiker ist es ein Forschungs- und Entwicklungsseminar, für die Designer das Modul Iterative Designprozesse.

Auf Basis einer agilen Projektplanung werden in wöchentlichen Treffen vorgegebene Themen durch die Studierenden bearbeitet. Skizzen, Präsentationen und ein intensiver Diskurs zum jeweiligen Wochenthema stehen auf dem Programm, teilweise angereichert durch Input externer Spezialisten (z.B. intolight*, Breuninger Stiftung). *übrigens ein Startup der Gründungschmiede

Dabei wandelt sich die Rolle des Lehrenden vom vorlesenden Dozenten zum Moderator und Coach. Neben dieser Herausforderung gilt es immer wieder auch die Zusammenarbeit zwischen den Lehrenden im interdisziplinären Raum auszugestalten und jedes Mal aufs Neue auszuhandeln. Das geht nur mit viel Vertrauen und Kommunikation zwischen den Lehrpersonen, was natürlich Zeit kostet.

Ziel der interdisziplinären Projektarbeit ist in diesem Semester nicht die Entwicklung eines konkreten Produktes, sondern einer Produktvision zum Thema Mediale Unterstützung des Formates ‘Runder Tisch’, die in einem gemeinsamen Hackathon Ende Mai und in einer Demonstration zur Langen Nacht der Wissenschaften münden werden.


Was bringt es den Studierenden?

Der Einsatz aktueller, an der späteren Berufswelt orientierter Arbeitsweisen und digitaler Werkzeuge, wie etwa Slack, Trello, Pinterest oder OneNote bilden deren Kommunikationsfähigkeit und digitale Kompetenz aus. Gruppenarbeit und die regelmäßige Abstimmung im Team sorgen für den Aufbau sozialer Kompetenzen.

Die größte Herausforderung besteht allerdings auch hier darin, sich auf die Denk- und Arbeitsweisen der anderen Fachdisziplin einzulassen, was einen beständigen Aushandlungs- und Kommunikationsprozess sowie Engagement über die Lehrveranstaltung hinaus erfordert.



Weiterführende Informationen

• mehr zu den Erfahrungen der Akteure der HTW Dresden lesen Sie auch in der Jubiläumsausgabe der WissenD

• andere Hochschulen, die sich mit interdisziplinärer Lehre beschäftigen

• Lehre Laden der Universität Bochum zum Thema Interdisziplinäre Lehrformate

• Beispiele interdisziplinärer Lehre an der RUB

Thema des Monats

März 2018: Was macht eigentlich das Prorektorat Lehre und Studium?


Die Aktivitäten der verschiedenen Akteure im Bereich Lehre und Studium orientieren sich an den Zielen des Hochschulentwicklungsplans 2025 - die Grafik verdeutlicht die verschiedenen Themen in Anlehnung an den Hochschulentwicklungsplan 2025. Die HTW Dresden steht für ein sehr gutes Studienangebot in den verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen mit dem Schwerpunktim MINT-Bereich.

Mit speziell auf Schülerinnen und Schüler zugeschnittenen Angeboten lenken wir das Interesse unserer zukünftigen Studierenden schon früh auf die HTW Dresden. Eine spezielle Willkommensseite stellt klar die Vorzüge der Hochschule, der jeweiligenStudiengänge sowie der Stadt Dresden dar. Die Bewerbung unserer Hochschule auf internationalen Plattformen zeigt, dass wir an Attraktivität bei unseren ausländischen Studienbewerbern gewinnen.

Die Arbeits- und Berufswelt wird zunehmend komplexer und globaler. Interdisziplinarität, Internationalität und Digitalisierung prägen nicht nur die zukünftigen Wirkungsbereiche unserer Alumni, sondern sind auch die Überschriften unseres Hochschulentwicklungsplans 2025.Im Rahmen der Akkreditierung und Zertifizierung von Studiengängen werden diese Zukunftskompetenzen bzw.-themen bei der Weiterentwicklung von Studiengängen aufgegriffen und berücksichtigt.

Die notwendigen Weiterentwicklungen der Kompetenzen unserer Absolventen gehen mit einer entsprechenden Entwicklung der Lehre einher. Die Angebote der Hochschuldidaktik, die wir für Lehrende anbieten, orientieren sich am Bedarf unserer Lehrenden, damit jeder didaktische Impulse für dieeigene Lehre erhalten und direkt einsetzen kann.

Die Angebote des Studium Integrale, die wir für alle Studierenden anbieten und die Möglichkeit eines Teilzeitstudiums erlauben es den Studierenden,ihr Studium flexibler und eigenbestimmt zu gestalten. Zu Beginn des Studiums bieten wir verschiedene Kurse direkt vor Ort oder Online an, um den Studieneinstiegzu unterstützen. Lehrende, die in ihren Lehrveranstaltungen E-Learning einbinden wollen, unterstützen wir dabei. Auch dieses steigert denflexiblen Wissenserwerb seitens der Studierenden, baut Selbstlernkompetenzen auf und bereitet sie auf komplexe Arbeitswelten vor.

Der Studienerfolg und die Vorbereitung auf verschiedene Karrierewege liegen allen Lehrenden am Herzen. So haben wir Lernräume und Schreibwerkstätten initiiert, damit dort Studierende zu bestimmten Fragestellungen direkt unterstützt werden. Ein Frühwarnsystem direkt im Notenportal wird den Studierenden zukünftig ihren Studienverlauf und konkrete Unterstützungsangebote aufzeigen. Derzeit nutzen viele Studierende den Kompetenztest nach Kode, um die individuelle Zielrichtung ihres Studiums für sich herauszuarbeiten. Für unsere Studierenden suchen wir nach Stipendien, die eine gute Affinität zu unseren Studiengängen haben.

Der Career Service und die Gründungsschmiede beraten und begleiten unsere angehenden Absolventen, damit diese gut gerüstet auf die verschiedenen Karrierewege während ihres Berufsleben vorbereitet sind. Und um den Kontakt zu unseren ehemaligen Studierenden am Leben zu halten, führen wir gerade eine Software, ein CRM-System ein, um zukünftig hier leichter gemeinsam mit den Fakultäten die Kommunikation zu unseren Alumni umzusetzen.

Constructive Alignement

Constructive Alignement

Das Konzept des Constructive Alignments, mit demsich Lehr-/Lernsettings unabhängig von Fachkulturengestalten lassen, geht auf Prof. John Biggs zurück.Biggs brachte die drei relevanten Eckpfeiler der Lehrgestaltung, Lehr-Lernziele, die Lehr-Lernsituation und die Prüfung in einen Gesamtzusammenhang.Damit Lehre optimal gestaltet ist und Studierende eben nicht nur für die Prüfungen lernen,müssen diese drei Eckpfeiler, die voneinander abhängig sind, aufeinander abgestimmt werden.Mehr diesem Dreiklang erfahren Sie hier im Video.

Constructive Alignment bedeutet also von den aufzubauenden Kompetenzen bei den Studierenden aus die Lehrveranstaltungen zu planen. Diese Form der Gestaltung von Lehre ist zunächst etwas ungewohnt, weil man nicht vom Inhalt her die Planung der Lehrveranstaltung vornimmt. Zuerst wird formuliert, welche Kompetenzen die Studierenden am Ende der Lehrveranstaltung aufgebaut haben sollen, leitet daraus den inhaltlichen Aufbau, die verwendeten Methoden und Medien sowie letztendlich geeignete Prüfungsformen ab.

Beispiele zum Constructive Alignment aus den Ingenieurwissenschaften


Ingenieure arbeiten zunehmend in internationalen Projektteams, jedoch werden diese speziellen Kompetenzen im Ingenieurstudium bisher wenig bewusst adressiert. Die TU Dortmund hat deshalb in Kooperation mit der University of Virginia die Online-Vorlesung Als Ingenieur die Zukunft gestalten – eine globale Herausforderung eingeführt. Das Zusammenspiel aus Lehr-Lernziel, Lehr-Lernaktivität und Prüfung stellt die Grafik dar. Die detaillierte Beschreibung des Constructive Alignements der genannten Vorlesung finden Sie auf den Webseiten der TU Dortmund.

Weiterführende Informationen

Vortragsreihe „Lehre im Wandel“: Kompetenzorientiertes Lernen im Studium – Wo muss man ansetzen, um Kompetenzen wirkungsvoll zu fördern?
Prof. Dr. Niclas Schaper, Universität Paderborn

Teaching Teaching & Understanding Understanding
Lehrfilm bei YouTube

Kompetenzen im Fokus
HRK Projekt Nexus

Umsetzungshilfen für kompetenzorientiertes Prüfen
HRK Projekt Nexus

Tipps zur Formulierung von Lehr-Lernzielen finden Sie übrigens auf der Webseite Service für Lehrende.

November 2017: Projektorientiertes Lernen

Projektorientiertes Lernen Illustration

Beim Projektorientierten Lernen müssen Studierende eine praxisnahe und komplexe Aufgabe / ein Problem im Team eigenverantwortlich und ergebnisoffen bearbeiten, von der Planung über die Durchführung bis zur Dokumentation sowie Präsentation des Ergebnisses. Der Ablauf des Projektorientierten Lernens ähnelt dabei der Arbeitsweise in vielen beruflichen Handlungsfeldern und entwickelt berufsrelevante Handlungskompetenzen, u.a. Projektmanagementkompetenz. Der Vorteil der Teamarbeit für den Lernprozess ist u.a., dass nicht nur der eigene Arbeitsprozess organisiert, sondern auch der Gruppenprozess gemanagt werden muss.

Der Lehrende steht als Berater zur Verfügung und begleitet die Studierenden mit seinem Feedback. Lehrende müssen bei der Vorbereitung bedenken, dass authentische Problemstellungen bearbeitet werden sollen, die Bearbeitung selbstständig und nach wissenschaftlichen Grundätzen erfolgen sowie in einen sozialen Kontext (Teamarbeit, Begleitung und Beratung) integriert sein sollte. Das Projektorientierte Lernen kann sich auf Teile einer Lehrveranstaltung (z. B. Übung) beziehen oder als Methode ein ganzes Modul durchziehen.

Die Bearbeitung von Projekten wird dem handlungsorientierten Lernen zugeschrieben, weil die Studierenden für den Lernprozess selbst Verantwortung übernehmen, das Projekt aktiv und selbstbestimmt voranbringen und erkennen, dass der Erfolg mit der Fähigkeit zu Eigeninitiative und –motivation, aber auch mit Teamarbeit und Kooperationsbereitschaft zusammenhängt.

Phasen des Projektorientierten Lernens

Phasen des Projektorientiertesn Lernens

Phasen des Projektorientiertesn Lernens

Die Phasen des Projektorientierten Lernens sind ähnlich den Phasen eines Projektmanagementprozesses und definieren gleichzeitig die Aufgaben, die im Team bearbeitet werden müssen.

Prüfungsformen beim Projektorientierten Lernen

Der Nachweis der erbrachten Leistungen sollte neben dem Ergebnis/dem Produkt auch den Arbeitsprozess einbeziehen. Mögliche Prüfungsformen sind daher Funktionstest des Produkts, Online-Dokumentation der Arbeitsergebnisse, Reflexion des Arbeitsprozesses in E-Portfolios sowie die Präsentation der Arbeitsergebnisse mit anschließender Diskussion.

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Aufbau einer Reihe von Kompetenzen bei Studierenden (Fach-, Handlungs- und Methodenkompetenz sowie soziale Kompetenz (z.B. Förderung von Eigenständigkeit, soziales Lernen und Motivation)
  • Kennenlernen von integrierten Techniken zum Wissenserwerb, zur Dokumentation und Präsentation von Projektergebnissen
  • Berufsbildnahe Aufgabenstellungen
  • Alternative Prüfungsformate möglich

Nachteile:

  • Prüfung der rechtlichen Voraussetzungen (Curriculum) ggf. notwendig
  • Zeitaufwand für die Vorbereitung der Aufgabenstellungen und Betreuung der Studierenden
  • Rollenwandel des Lehrenden
  • „Mitschwimmen“ von Gruppenmitgliedern

Digitale Methoden zur Unterstützung des Projektorientierten Lernens

Die Nutzung von digitalen Werkzeugen oder Inhalten zieht sich durch alle Phasen des Projektorientierten Lernens. Die Tabelle zeigt einige Beispiele für Digitale Unterstützungsmöglichkeiten in den jeweiligen Phasen:

Phase Digitales Tool
Definition Digitale Suchmaschinen, Datenbanken und Bibliothekskataloge
Planung Mind-Mapping-Tools Projektmanagementsoftware (Trello, Slack oder Microsoft Project) Umfragetools
Umsetzung Tools zur Zusammenarbeit und Kommunikation z.B. SharePoint, Google, Slack, Trello, Lernmanagementsysteme
Abschluss Webseiten, PowerPoint, Prezi, Blogs, Padlet, E-Portfolio, Online-Checklisten

Oktober 2017: Forschendes Lernen

Phasen Forschenden Lernens

Phasen Forschenden Lernens

Durch Forschendes Lernen erfahren Lernende den Prozess eines Forschungsvorhabens in seinen wesentlichen Abschnitten. Das Forschende Lernen stellt eine interessante Frage- oder Problemstellung in den Mittelpunkt, welche auf die Gewinnung neuer Erkenntnisse ausgerichtet ist. Lernen meint dabei nicht die bloße Wissensanhäufung, sondern den ergebnisoffenen Prozess, bei dem das forschende Individuum im Mittelpunkt steht.

Dabei geht es weniger um praktische Ergebnisse als theoretische Einsichten. Wichtig ist, den Forschungszyklus in seiner Gesamtheit zu erfahren, die Zusammenhänge, den gesellschaftlichen Kontext und die Verantwortung der Wissenschaft zu begreifen und nicht nur Teilaspekte kennen zu lernen.

Wie können digitale Medien das forschende Lernen unterstützen?

Die Nutzung von digitalen Werkzeugen oder Inhalten zieht sich durch alle Phasen des Forschenden Lernens, in der „richtigen“ Forschung spricht man dann von E-Science. Die Tabelle zeigt einige Beispiele für Digitale Unterstützungsmöglichkeiten in den jeweiligen Phasen:


Die Umsetzung einer Lehrveranstaltung besteht aus verschiedenen Phasen: einer Planungsphase, der Durchführung, der Prüfung sowie der Evaluation der Lehrveranstaltung. 

Methoden- und Medienvielfalt gestatten dem Studierenden einen vielseitigen Zugang zu Ihren Lerninhalten, bringen Abwechslung in den Lernalltag und verstärken den Lerneffekt. Das bietet dann Vorteile, wenn die Zielgruppe sehr heterogen ist. Durch gezielte Methodenauswahl können Sie auftretende Probleme umgehen, ihre Lehre flexibilisieren oder einfach mal etwas Neues ausprobieren.

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Studierende lernen selbstständiges Arbeiten, wissenschaftliches Arbeiten, erwerben Problemlösefähigkeiten und bauen Schlüsselkompetenzen auf
  • geringer Betreuungsaufwand aufgrund der selbstständigen Arbeitsweise der Studierenden
  • anwendungsbezogene Aneignung kognitiver Fach- und Methodenkompetenz

Nachteile:

  • sehr anspruchsvolles Konzept mit hohem Konzeptionsaufwand
  • relativ viel investierte Lernzeit seitens der Studierenden notwendig
  • Konflikte mit existierenden Ordnungen und Modulbeschreibungen hinsichtlich Prüfungs- und Lehrveranstaltungsformat bedenken
Phasen Digitales Werkzeug
Recherche Digitale Suchmaschinen, Datenbanken und Bibliothekskataloge
Datenerhebung und Auswertung Umfragetools, Statistikprogramme z.B. SPSS
Erzeugung von Daten Tools zur Zusammenarbeit und Kommunikation z.B. SharePoint, Google, Slack, Trello, Lernmanagementsysteme
Präsentation von Forschungsergebnissen Webseiten, PowerPoint, Prezi
Veröffentlichung von Forschungsergebnissen Researchgate, Qucosa

Weiterführende Quellen

Die Essenz der akademischen Bildung - Forschung
Video bei YouTube, Prof. Dr. Nida-Rümelin
Was bedeutet forschendes Lernen?
Video bei YouTube, FH Potsdam

September 2017: Problembasiertes Lernen


7-Schritt des Problembasierten Lernens

Das Problembasierte Lernen (PBL) ist ein Lehrkonzept, das Lernenden die selbstständige Lösung vorgegebener, meist realitätsnaher und komplexer Probleme ermöglicht.

Ausgangspunkt ist die Auswahl eines geeigneten und entsprechend umfangreichen Problems durch den Lehrenden. Dieses Problem muss innerhalb der vorgegebenen Zeit lösbar sein, andererseits eine gewisse Komplexität aufweisen, um Lernprozesse nachhaltig zu fördern. Bei der Problemformulierung ist es ratsam, sich über die Lernziele des Fachs zu informieren und die entsprechenden Kompetenzziele auf Basis der Modulbeschreibung aufzulisten.

Die Erarbeitung der Lösung erfolgt innerhalb von Lerngruppen gemeinsam und selbstständig, wobei jedem Mitglied spezifische Aufgaben oder Rollen übertragen werden. Zum Vorgehen hat die Universität Maastricht die Methode des Siebensprungs entwickelt, um sich in sieben Schritten der Problemstellung zu nähern und Lösungen zu erarbeiten.

 

Das problembasierte Lernen kann durch den Einsatz digitaler Lernumgebungen sowie Medien effektiv unterstützt werden. Digitale Lernumgebungen bieten neben der

  • Möglichkeit der Bereitstellung von Informationen zur Wissensvermittlung oder Erläuterung der Problemstellung über Lernplattformen
  • auch Tools zur synchronen und asynchronen Kommunikation (Forum, Chat, virtueller Klassenraum, Mail),
  • zur Kooperation in geschützten virtuellen Räumen (Gruppen, Forum, Wiki, Padlet, Etherpad, GoogleDocs),
  • Möglichkeiten zur Ablage organisatorischer Elemente (Problemaufgabe, Semesterplan, Formulare, Feedbackbögen, Vorlagen für Berichte, Lernportfolio),
  • sowie Möglichkeiten zur termingesteuerten Abgabe digitaler Lösungselemente.

Vor- und Nachteile

Die Methode des PBL unterstützt und fördert den Kompetenzaufbau in einer Vielzahl von Kompetenzbereichen (digitale Kompetenz, Fähigkeit zum selbstgesteuerten Lernen und Kooperationskompetenz) durch das Bereitstellen von zusätzlichen Hintergrundinformationen, Elementen zur Steuerung des Lernprozesses sowie durch das Anbieten von Austauschmöglichkeiten und die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit mit anderen Studierenden. Die praxisnahe Erschließung des Stoffes mit Hilfe der Bearbeitung konkreter Problemstellungen ist für den Lernenden eine sehr aktive Form des Lernens, die sich positiv auf die Motivation auswirkt. Sie ermöglicht höhere Stufen des Kompetenzerwerbs im Bereich von Fachkompetenz, z.B. im Sinne von Handlungskompetenz. Zudem werden durch die selbständige Gruppenarbeit die Anzahl der Präsenztermine reduziert und so die Lehre flexibilisiert.

Nachteilig am PBL ist die aufwändige Vorbereitung der „Probleme“ bei nachgelagterter kontinuierlicher Betreuung der Studierenden, jedoch nicht im Sinne einer Instruktion, sondern im Sinne eines Coaching.

Literatur

Marks, F.; Thömen, D. (2001): Die Moderation des Problemorientierten Lernens. In: Berendt, B.; Voss, H.-P.; Tremp, P.; Wildt, J. (Hrsg.): Neues Handbuch Hochschullehre. Berlin, Stuttgart, C1.1  

Slemeyer, Andreas (2013): Problemorientiertes Lernen für eine Einzelveranstaltung – ein Fallbeispiel aus dem Ingenieurbereich. Neues Handbuch Hochschullehre. Berlin, Stuttgart. 59. Ergänzungslieferung (Mai 2013) 

August 2017: Aktivierung mit ArsNova


Classroom Response System Arsnova

Nutzen Sie doch einfach die bei den Studierendenvorhandenen mobilen Endgeräte für das Einholen von lehrveranstaltungs- oder inhaltsbezogenemFeedback und zur Aktivierung der Studierenden. Das geht nach kurzer Einarbeitung kinderleicht und die Ergebnisse liegen Ihnen sofort vor. DerartigeTools heißen Classroom Response Systeme.

Unser Favorit ist hier Arsnova. Für die Abfrage von Wissensstand oder Feedback der Studierenden werden vorab vorbereitete Fragen über den Beamer angezeigt. Diese können dann per Handy oder Laptop anonym beantwortet werden.

Die Ergebnisse der Fragen können ebenfalls direkt per Beamer ausgegeben werden. Mehr erfahren Sie auf den Webseiten von ArsNova oder in einem Workshop der E-Learning-Herbstuniversität.

Juli 2017: Virtuelle Realität


Prof. Georg Freitag testet eine VR-Brille

Die verschiedenen Formen digital generierter künstlicher Welten werden als Virtuelle Realität (VR) bezeichnet. Allen gemeinsam ist, dass die Nutzenden in einen virtuellen Raum eintauchen können und mit den Daten oder anderen Nutzenden interagieren. Dabei kann zwischen Desktop-basierten und CAVE-basierten Welten unterschieden werden. CAVE (Cave Automatic Virtual Environment) ist ein Raum mit Projektionswänden, in dem der Nutzende umhergehen kann. Mit Hilfe von Brillen oder Helmen wird das Gefühl erzeugt, sich in der virtuellen Welt zu bewegen. Neben dem visuellen Kanal nutzt VR auch auditives, taktiles oder haptisches Feedback, um eine immersive Umgebung zu generieren. Sensoren erfassen Körperbewegungen oder auch Gesten und ermöglichen durch Handbewegungen mit virtuellen Objekten zu interagieren. Alternativ werden Datenhandschuhe oder Sticks verwendet, um die Bewegungen der Hand und der Finger zu messen und zu übertragen.  

Nachteile der virtuellen Welt sind die aufwendige Vorbereitung (virtuelle Welt, Raum) und die noch recht teure Technik. Und, nicht zu vergessen ist: Personen mit Behinderungen im Seh-oder Hörbereich können am virtuellen Erlebnis u.U. nicht oder nicht vollumfänglich teilnehmen. 

Von Vorteil ist, dass die virtuelle Welt so realistisch ist, dass sie dazu geeignet ist reale Verhaltensweisen auszulösen bzw. zu üben, die sonst vielleicht in der Ausbildung an Hochschulen nicht geübt werden können.

Aktualisiert: 15.05.2018  |  Autor: Jana Halgasch, Thomas Heider