Panel zur Hybrid Biennale
HTWD
Panel zur HYBRID Biennale in Hellerau: Elisabeth Haufe, Silke Hilsing, Stefan Queißer, Neda Sultova und Anja Przybilla (v.l.n.r.)
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Wie künstliche Intelligenz den Designprozess verändert

Im Rahmen der HYBRID Biennale lud das KI Netzwerk Dresden zu einer Podiumsdiskussion im Festspielhaus HELLERAU in Kooperation mit dem Kreativnetzwerk WIR GESTALTEN DRESDEN ein. Mit dabei war Silke Hilsing von der Fakultät Design.

Das Thema lautete „KI & Digital Arts: Wie KI die Kunst revolutioniert und wem sie am Ende gehört.“ Silke Hilsing, die an der Fakultät Design die Professur Interfacedesign vertritt, war dabei. Wir haben sie gefragt, wie sich KI auf den gestalterischen Prozess auswirkt und die Arbeit von Designerinnen und Designern verändert. 

Künstliche Intelligenz verändert die kreative Arbeit und wirft neue Fragen nach Kreativität und Urheberschaft auf. Wenn Menschen und KI gemeinsam Kunst schaffen, stellt sich die Frage, wem das Ergebnis gehört und welche Rolle der Mensch dabei spielt. Mit diesen Fragen beschäftigte sich eine Podiumsdiskussion, an der auch Silke Hilsing teilnahm, die derzeit an der HTWD die Professur Interfacedesign an der Fakultät Design vertritt. Ebenfalls im Podium saßen Stefan Queißer (Geschäftsführer Confgames und Mitinitiator der Brains on Silicon-Konferenz), Anja Przybilla (Rechtsanwältin) und Neda Sultova (Künstlerin und Informatikerin). Moderatorin war Elisabeth Haufe (COO Silicon Saxony). 

Silke Hilsing beschäftigt sich mit der Frage, wie Menschen mit intelligenten Systemen intuitiv interagieren. Wir haben sie gefragt, wie sich kreative Prozesse durch KI verändern und welche neuen Formen der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine daraus entstehen.

Wie verändert KI den Designprozess? 

Silke Hilsing (SH): KI verändert unser Werkzeug und damit auch die Bedingungen, unter denen wir kreativ werden. Je nachdem, wie wir sie einsetzen, kann sie unsere kreative Suche erweitern oder aber auch verkürzen und uns um wertvolle Erfahrungen bringen. Deshalb sollten eigenes Produzieren und die Arbeit mit KI nicht gegeneinander ausgespielt werden. Zeichnen, Coden oder Modellieren mit Material sind wichtige gestalterische Denkwerkzeuge. KI kann helfen, Ideen schneller erlebbar und überprüfbar zu machen, Varianten auszuprobieren und dabei neue Richtungen zu entdecken. 

Durch wiederholtes Ausprobieren, Verwerfen und Überarbeiten wächst gestalterische Urteilskraft. Dies kann auch in Zusammenarbeit mit KI geschehen. Wer diesen Prozess aber zu früh an ein System delegiert, muss später möglicherweise Ergebnisse beurteilen, ohne genügend eigene Erfahrung dafür aufgebaut zu haben.

Wie wirkt sich dieses Verständnis von kreativer Arbeit auf die Lehre aus? Was müssen Studierende heute lernen?

SH: Klassische Gestaltungsgrundlagen und ein experimenteller, kritischer Umgang mit KI sollten zusammengedacht werden. Neben der Lust am Ausprobieren neuer Technologien ist es essentiell, bewusst entscheiden zu können, wo KI im kreativen Prozess sinnvoll ist und wo nicht. Ich möchte eine Haltung fördern, mit der Studierende neue Technologien offen erkunden, ihre Ergebnisse kritisch prüfen und eine eigene gestalterische Position entwickeln. 

Was bedeutet das für Interfacedesignerinnen und -designer?

SH: Insbesondere für angehende Interfacedesigner*innen kommt eine weitere Dimension hinzu. Sie nutzen KI-Systeme nicht nur für ihren eigenen kreativen Prozess, sondern sie gestalten diese Systeme selbst mit. Und schaffen damit Umgebungen, in denen Menschen zukünftig (kreativ) arbeiten. 

Ich sehe hier ein deutlich erweitertes Lehr- und Tätigkeitsfeld für den Bereich des Interfacedesigns und der Mensch-Maschine-Interaktion. Die Gegenwart zeigt, dass digitale Schnittstellen mit dem Einzug künstlicher Intelligenz an vielen Stellen neu gedacht und gestaltet werden müssen. Ob Menschen ein intelligentes System verstehen, barrierefrei und sicher nutzen können, seine Grenzen erkennen und Entscheidungen hinterfragen oder korrigieren können, hängt ganz wesentlich von seiner Gestaltung ab.

"Showcase Digital Art“ zeigt Arbeiten der Fakultät Design

Im Rahmen der HYBRID Biennale 2026 wurden im Showcase Digital Art im Festspielhaus Hellerau ausgewählte Positionen Dresdner Digital Artists vorgestellt. Darunter auch Arbeiten von Mitarbeitenden und Studierenden aus der Fakultät Design. Im Fokus standen Interfacedesign, Creative Coding, Physical Computing. 

JeongHo Park, Mitarbeiter der Fakultät Design, verbindet Bürotechnik mit ASCII-Kunst. Ein Mikrocontroller, elektrisch mit einer Schreibmaschine verbunden, setzt vorgelernte Verse zu neuen Gedichten zusammen. 

Die HTWD Designstudentin Marie Eichler (6. Sem.) untersucht Ko-Kreation als flüchtiges, multisensorisches Erlebnis: Berührungen von Kontaktflächen werden in Schwingung übersetzt, die ein Wasserbecken in Resonanz versetzen. Im Zusammenspiel von Berührung und Wasserbewegung entstehen immer wieder neue Strukturen.

In ihrer Semesterarbeit übersetzt Minh Nguyet Pham (2. Sem) Forschung der HTWD zum Erkennen emotionaler Signale in ein interaktives visuelles Experiment: Menschliche Mimik steuert Bewegung, Farbe und Form. Die Arbeit erkundet, wie intuitive Interaktionen die Kommunikation und die Entwicklung empathischer Assistenzsysteme unterstützen können.

Weitere Informationen: https://hellerau.org/showcase-digital-art

Die Fragen stellte Constanze Elgleb, Pressesprecherin HTWD.

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Kontakt

Dipl.-Des. (FH) Silke Hilsing

Vertreterin der Professur für Interfacedesign

Dipl.-Des. (FH) Silke Hilsing