Promotion

Ausschnitt mit Laptop, Notizblock und Kaffeetasse
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Kooperativ Promovieren an der HTW Dresden

Können Sie sich einen Werdegang an einer Hochschule vorstellen oder zieht es Sie doch eher in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Unternehmen? Dann ist eine Promotion der nächste Schritt auf Ihrer akademischen Leiter! Dieser Weg steht Absolventinnen und Absoventen von Fachhochschulen in Sachsen über das Modell der Kooperativen Promotion offen. 

 

Rechtliche Rahmenbedingungen

Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) und Fachhochschulen besitzen kein Promotionsrecht. Den akademischen Grad "Dr." dürfen nur Universitäten verleihen. Für HAW-Absolvent*innen besteht der Zugang zur Promotion über das Modell der kooperativen Promotion. Diese ist in Sachsen - wie auch in vielen anderen Bundesländern - im Landeshochschulgesetz geregelt. 

"(4) Universitäten und Fachhochschulen wirken zur Promotion von Fachhochschulabsolventen im kooperativen Promotionsverfahren zusammen.

(5) 1Das Nähere, insbesondere 1. die Zulassung zur Promotion, 2. das Eignungsfeststellungsverfahren einschließlich der Kriterien für die Festlegung zusätzlich zu erbringender Studienleistungen, 3. das Zusammenwirken mit Fachhochschulen einschließlich der Mitwirkung von Hochschullehrern an Fachhochschulen im kooperativen Promotionsverfahren als Betreuer, Gutachter oder Prüfer, 4. ob ein Rigorosum durchzuführen ist, regelt eine Promotionsordnung."

[Auszug aus dem SächsHSFG / § 40 Satz 4 und 5]

In der Praxis bedeutet das, dass Professor*innen von HTW Dresden und Universitäten ein Promotionsvorhaben gemeinsam betreuen. Die Einreichung der Arbeit und die Disputation erfolgen an der Universität, welche den Doktortitel verleiht. Die Forschungsarbeit dagegen kann vollständig an der HTW Dresden - bspw. im Rahmen eines Forschungsprojektes - durchgeführt werden. 

Tipp

Die wesentliche rechtliche Grundlage ist die Promotionsordnung der Fakultät an der kooperierenden Universität. Informieren Sie sich daher frühzeitig über die Regularien, die an Ihrer kooperierenden Einrichtung gelten. 

Vor der Promotion

Wenn Sie kooperativ promovieren, benötigen Sie zwei Betreuer*innen - je eine Person an der HTW Dresden und an einer Universität. Sollten Sie schon eine konkrete betreuende Professur im Blick haben, nehmen Sie am besten direkt den Kontakt auf und verständigen sich zu möglichen Themen. Entweder Sie haben einen eigenen Vorschlag dabei oder Sie entwickeln gemeinsam eine Forschungsfrage.

Ist es jedoch genau andersherum und Sie haben die zündende Idee bereits im Kopf, aber Ihnen fehlt die passende Ansprechperson, empfehlen wir Folgendes: Formulieren Sie Ihr zu bearbeitendes Forschungsgebiet in ein Abstract. Nutzen Sie dann unsere Website, das Forschungsinformationssystem oder den Kontakt zu den Forschungsbeauftragten der Fakultäten, um potenzielle Betreuer*innen zu ermitteln. Nehmen Sie Kontakt auf und stellen sich mit Ihrem Abstract und ggf. einem kurzen Lebenslauf vor. Sollten Sie Alumni der HTW Dresden sein, gibt es sicher zusätzlich passende Anhaltspunkte für ein Gespräch.

Dann gilt es, eine Uni-Betreuung zu finden, also die passende Professur für Ihr Thema - entweder durch eigene Recherche oder durch Kontaktvermittlung mit Hilfe Ihrer Professur an der HTW Dresden.

Im kooperativen Promotionsmodell werden die Rahmenbedingungen durch die Promotionsordnung der Fakultät der kooperierenden Universität definiert. Das heißt auch, dass der gesamte Verwaltungsablauf an der kooperieren Universität - und nicht an der HTW Dresden - erfolgt. 

Jede Fakultät kann andere Regelungen vorsehen. Als FH-Absolvent*in ist es wichtig, darauf zu achten, ob und welche Bedingungen es für die Aufnahme einer kooperativen Promotion gibt. In Sachsen gilt, dass Absolventen von Fachhochschulen und Universitäten in Bezug auf Promotionen gleichzustellen sind. Leider kommt es immer noch häufig vor, dass FH-Absolventen - besonders Dipl. (FH) -  Prüfungsleistungen nachholen müssen. Klären Sie vorab, welche Zusatzleistungen Ihrerseits erbracht werden müssen. 

Sobald die Rahmenbedingungen abgesteckt sind und das Thema konkretisiert wurde, folgt der Antrag auf Zulassung zur Promotion an der kooperierenden Universität. Das Ziel ist es, dass Sie als Doktorand an der Universität angenommen werden (Aufnahme in die Doktorandenliste). 

Sie möchten ein Promotionsvorhaben starten und sind bereits mit der kooperierenden Universität oder einem potentiellen Betreuenden im Gespräch? Dann wird es Zeit sich als Promotionsinteressierte*r an der HTW Dresden zu registrieren. 

Registrierung als Promotionsinteressierte*r

Aktuell bitten wir um eine Information per E-Mail an sophie.tietze(at)htw-dresden.de. Folgende Daten sind wichtig: Name des Promovierenden, ggf. Betreuender an der HTW Dresden, geplanter Start des Promotionsvorhabens, ggf. bereits bekannte kooperierende Universität. 

Zukünftig wird eine Registrierung per Formblatt an der HTW Dresden nötig. Dies wird zeitnah bekannt gegeben. 

Wenn Sie an der HTW Dresden promovieren, können Sie sich - zusätzlich zur Registrierung als Promotionsinteressierte*r - als promotionsstudierend immatrikulieren. Sie zahlen dabei den Semesterbeitrag in voller Höhe und erhalten einen Studentenausweis.

Vorteile: Nutzung der Hochschulinfrastruktur, Semesterticket, studentische Vergünstigungen, erweitertes Qualifizierungsangebot im Rahmen des Studium Integrale an der HTW Dresden, Unfallversicherung über die HTW Dresden (Bitte informieren Sie sich bei Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung über den Versicherungsschutz als Promotionsstudent*in. Viele Krankenkassen erkennen dieses Studentenstatus nicht an und es fallen höhere Kosten an.)

Nachteil: halbjährliche Kostenbelastung

Der Antrag auf Immatrikulation wird von Ihrer betreuenden Professur sowie vom Prorektor für Forschung und Transfer unterzeichnet und anschließend im Studentensekretariat eingereicht.

Sollten Sie nicht "nebenberuflich" parallel zu einer festen Beschäftigung promovieren, ist der der Weg zur passenden Finanzierung unterschiedlich lang. Viele Parameter spielen dabei eine Rolle: Fachgebiet, voraussichtliche Dauer, finanzieller Bedarf, aktuelle Ausschreibungen und Projekte, Kontakte etc. Grundlegend kann man sagen, dass es vier Varianten der Finanzierung gibt:

  • Beschäftigung in einem Forschungsprojekt
  • Stipendium (national oder international)
  • Anstellung in einem Unternehmen
  • Aufnahme eines Studienkredits.

Die Sicherstellung bzw. Beantragung einer Finanzierung erfolgt individuell durch die Promovierenden, ggf. mit Unterstützung durch die betreuende Professur der HTW Dresden. 

Tipp: Für die Vorbereitungsphase des Promotionsvorhabens sollten Sie mindestens 6 Monate einplanen. Insbesondere bei einer Projektfinanzierung müssen die Bewilligungszeiträume der Fördermittelgeber beachtet werden. 

Während der Promotion

Während Ihrer Promotion wird der Besuch von Kolloquien und promotionsbegleitenden Qualifizierungsangeboten empfohlen. Ziel ist es, dass Sie promotionsrelevante Kompetenzen und Fertigkeiten zur Erstellung einer Dissertation erlangen. Zusätzlich können Sie sich weitere Kompetenzen für spätere leitende Tätigkeiten in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft aneignen. 

Die meisten Universitäten bieten im Rahmen von Graduiertenakademien (oder vergleichbaren Einrichtungen) ein Weiterbildungs- und Entwicklungsangebot. Der Nachteil ist dabei häufig, dass sich die Universität in einer anderen Stadt befindet und zusätzliche Zeit- und Kostenaufwände entstehen obwohl die eigentliche Teilnahme kostenfrei ist. Aktuell sind mit dem Promotionsstudiengang an der HTW Dresden keine Inhalte verbunden. Der Graduiertenservice der HTW Dresden bietet einen Überblick über aktuelle Angebote und Veranstaltungen für Graduierte. 

>>> Aktuelle Angebote im Rahmen des Graduiertenservice

Möchten Sie mit einem deutschen Abschluss im Ausland promovieren, sollten Sie unbedingt in Erfahrung bringen, ob die Zusammenwirkung mit einer deutschen Hochschule - insbesondere einer Fachhochschule - möglich ist. Oftmals ist das FH-Modell jedoch im Ausland gar nicht bekannt und es gibt keine Probleme.

Des Weiteren können Sie sich mit dem jeweiligen Akademischen Auslandsamt bzw. International Office in Verbindung setzen, um weitere Rahmenbedingungen zu klären. Viele Hochschulen bieten besondere Möglichkeiten in Bezug auf das Kennenlernen des anderen Landes, der Stadt und der Hochschule sowie Unterstützung bei sprachlichen Barrieren.

Haben Sie Bedarf an konkreten Förderungen für internationale Reisen oder Gastaufenthalte, empfiehlt sich auch das Gespräch mit dem Akademischen Auslandsamt der HTW Dresden. Das Team kennt viele Möglichkeiten und berät Sie gern.

Die HTW Dresden bietet folgende Optionen zur Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Karriere an:

  • Als Promotionsstudierenden steht Ihnen die Kinderbetreuung des Studentenwerks offen.
  • Die HTW Dresden bietet eine individuelle Arbeitszeitgestaltung, z. B. durch Teilzeitmodelle und mobile Arbeitsstätten, zur flexiblen Alltagsgestaltung mit Kind.
  • Unter dem Titel „familiengerechte Hochschule“ setzen sich die Verantwortlichen der HTW Dresden für eine stete Weiterentwicklung der Vereinbarkeit von Studium/ Promotion/Beruf und Familie ein.

In Bezug auf Mutterschutz und Elternzeit berät Sie gern das Dezernat Personal: familie(at)htw-dresden.de

>>> Kitas des Studentenwerk Dresden

>>> Informationsseite zur familiengerechten Hochschule HTW Dresden

>>> Informationen  zu Mutterschutz und Elternzeit an der HTW Dresden

Die HTW Dresden möchte Lehre, Forschung und Hochschulleben inklusiv gestalten. Dies gilt auch für Promovierende mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen. Folgende Unterstützungsangebote stehen zur Verfügung:

  • Promovierende und Promotionsinteressierte mit Behinderungen können sich über das Projekt "PROMI - Promotion inklusive" der Universität Köln Unterstützung in Form von Vernetzungsmöglichkeiten und Peer-Expertise holen:
    • Vernetzung: Zweimonatlich findet ein virtueller Stammtisch für Promotionsinteressierte, Promovierende und Promovierte mit Behinderungen/chronischen körperlichen/psychischen Erkrankungen statt. Aktuelle Termine werden im Graduiertenservice bekanntgegeben. 
    • Peer-Support: Es gibt viele Fragen, die Promotionsinteressierte und Promovierende mit Behinderungen/chronischen körperlichen/psychischen Erkrankungen beschäftigen und auf die sie in Büchern oder im Internet keine Antworten finden. Die Promovierenden und Promovierten aus dem Projekt „PROMI – Promotion inklusive“ bieten an, Sie mit ihren Erfahrungen zu unterstützen. Wenn Sie an einem Austausch interessiert sind oder Fragen haben, senden Sie gerne eine E-Mail mit einer kurzen Beschreibung Ihres Anliegens an promi-projekt(at)uni-koeln.de.
  • Promovierende mit Behinderungen der HTW Dresden erhalten Unterstützungsangebote über die Schwerbehindertenvertretung. Aktuelle Vertrauenspersonen und Informationen finden Sie im internen Bereich.
  • Unter dem Titel "inklusive Hochschule" setzen sich die Verantwortlichen der HTW Dresden für eine Verbesserung der Inklusion ein. Informationen zum Thema Barrierefreier Campus, Psychisch fit studieren, Technische Hilfsmittel und mehr sind gebündelt auf der Website im Bereich Chancengleichheit zu finden. 

Kontakt:inklusion(at)htw-dresden.de

>>> Informationsseite zum Thema Chancengleichheit, Barrierefreiheit und Inklusion an der HTW Dresden

>>> Schwerbehindertenvertretung der HTW Dresden

>>> Projektseite "PROMI - Promotion inklusive" 

Unsere Services

Sie haben Fragen oder interessieren sich für eine Promotion an der HTW Dresden? Wir sind für Sie da mit folgenden Angeboten:

  • Beratung zu Finanzierungsmöglichkeiten und Rahmenbedingungen rund um die Promotion
  • Unterstützung bei der Einwerbung von Stipendien
  • Durchführung des Dr. Stammtischs als Vernetzungsformat
  • Information und Beratung zum Nachwuchsforschungspreis
  • Kommunikation zu anstehenden Veranstaltungen und Förderungen für Promovierende
  • Betreuung des Graduiertenservice und des Postdoc-Programms der HTW Dresden

 

M.A. Sophie Tietze

Forschungskoordinatorin

M.A. Sophie Tietze

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