
Informatik trifft Ausdauersport: Neues Lehrformat verbindet KI, Datenanalyse und Trainingswissenschaft
Wie lassen sich Trainingsdaten wissenschaftlich auswerten? Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz bei der Analyse von Belastung und Regeneration? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Studierende im Sommersemester 2026 erstmals in der neuen Lehrveranstaltung „Trainingswissenschaften und Sportinformatik“ an der HTW Dresden.
Das Modul verbindet Informatik mit Sportwissenschaft. Die Studierenden analysierten Trainingsdaten, verglichen Modelle zur Belastungssteuerung und untersuchten, wie sich körperliche Leistungsfähigkeit mithilfe von Daten beschreiben lässt. Dabei arbeiteten sie mit realen Datensätzen statt mit konstruierten Beispielen. Ziel war es, wissenschaftliche Methoden anzuwenden, ihre Aussagekraft kritisch zu bewerten und die Möglichkeiten wie auch die Grenzen datenbasierter Modelle kennenzulernen.
Den roten Faden der Lehrveranstaltung bildete ein Semesterprojekt mit Praxisbezug. Über mehrere Monate entstand ein umfangreicher Datensatz aus der Vorbereitung auf einen 100-Kilometer-Ultramarathon. Anhand dieser Daten diskutierten die Studierenden Trainingsmodelle, werteten Herzfrequenz- und Bewegungsdaten aus und überprüften, wie sich Training, Erholung und Leistungsentwicklung gegenseitig beeinflussen.
Am Ende des Semesters wurde das Projekt erfolgreich abgeschlossen: Im Juni absolvierte Professor Marco Block-Berlitz erstmals die 100-Kilometer-Distanz. Für die Lehrveranstaltung war der Lauf jedoch kein Selbstzweck. Er machte sichtbar, wie wissenschaftliche Modelle im Verlauf eines langfristigen Trainingsprozesses eingesetzt, überprüft und weiterentwickelt werden können.
Das neue Lehrangebot zeigt, wie sich Informatik auf gesellschaftlich relevante Fragestellungen anwenden lässt. Methoden der Datenanalyse und Künstlichen Intelligenz kommen heute nicht nur in der Softwareentwicklung oder Industrie zum Einsatz, sondern auch in Bereichen wie Gesundheit, Prävention und Sport. Die Lehrveranstaltung greift diese Entwicklung auf und vermittelt den Studierenden, wie Daten verantwortungsvoll erhoben, ausgewertet und interpretiert werden.
Zum Lauf gibt es ein Video bei YouTube.

