Spielbrettvisualsierung für How to Open Source Hardware
HTWD/ PIM
Erstellt von Nicole Jäpel |

Spielerisch Open Source Hardware entdecken: OSHOP-Planspiel bringt komplexe Themen in die Anwendung

Wie lässt sich ein komplexes Thema wie Open Source Hardware so vermitteln, dass daraus konkrete Ideen für die Unternehmenspraxis entstehen? Genau hier setzt das im Transferraum OSHOP entwickelte Planspiel an. Es macht Open Source Hardware greifbar, bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen und unterstützt Unternehmen dabei, eigene Anwendungsmöglichkeiten systematisch zu entdecken.

Open Source Hardware bietet Unternehmen vielfältige Möglichkeiten: Entwicklungswissen kann gemeinsam genutzt, Produkte können kollaborativ weiterentwickelt und neue Innovations- und Geschäftsmodelle erschlossen werden. Gleichzeitig wirft der offene Ansatz gerade bei Unternehmen, die bisher wenig Berührungspunkte damit hatten, viele Fragen auf. Was bedeutet „offen“ für das eigene Produkt? Welches Wissen kann geteilt werden? Welche Rolle spielen Communities? Und an welchen Stellen im Produktlebenszyklus kann Open Source Hardware überhaupt einen Mehrwert schaffen?

Genau hier setzt die im Transferraum OSHOP – Open Source Hardware Innovation Plattform entwickelte Workshopreihe „How To: Open Source Hardware“ an. Ziel ist es, Unternehmen nicht nur Grundlagenwissen zu vermitteln, sondern gemeinsam einen konkreten Open-Source-Hardware-Anwendungsfall zu entwickeln und dessen Potenziale für die eigene Praxis zu untersuchen.

Komplexe Fragen spielerisch bearbeiten

Ein zentrales Element der Workshopreihe ist ein eigens entwickeltes Planspiel. Die Teilnehmenden betrachten ihren Anwendungsfall entlang des gesamten Produktlebenszyklus und wechseln dabei bewusst die Perspektive. Mithilfe unterschiedlicher Frage- und Impulskarten werden technische, wirtschaftliche und organisatorische Aspekte gemeinsam diskutiert.

Dabei geht es beispielsweise um die Zusammenarbeit mit Communities, die Nutzung bereits vorhandenen Innovationswissens oder die Frage, welche neuen Wertschöpfungsmöglichkeiten durch einen offenen Entwicklungsansatz entstehen können. Der spielerische Aufbau erleichtert den Einstieg in ein zunächst häufig abstrakt erscheinendes Thema und schafft gleichzeitig Raum für Diskussion, Perspektivwechsel und neue Ideen.

Die ersten Erprobungen zeigen, dass dieser Ansatz Hemmschwellen abbauen und eine strukturierte Auseinandersetzung mit Open Source Hardware unterstützen kann. Das Dresdner Start-up allpacka hat die Workshopreihe bereits erprobt und das Planspiel genutzt, um sich systematisch mit möglichen Open-Source-Hardware-Ansätzen auseinanderzusetzen.

Ein Transferwerkzeug mit Potenzial über Open Source Hardware hinaus

Das Besondere am Planspiel: Der methodische Ansatz ist nicht ausschließlich auf Open Source Hardware beschränkt. Er zeigt beispielhaft, wie komplexe Forschungs-, Technologie- und Transferthemen so aufbereitet werden können, dass unterschiedliche Zielgruppen leichter Zugang finden und abstrakte Fragestellungen auf konkrete Anwendungsfälle übertragen werden können.

Damit ist das Planspiel nicht nur ein Werkzeug zur Vermittlung von Open Source Hardware, sondern zugleich ein übertragbarer Transferansatz, der sich perspektivisch auch auf andere komplexe Themenfelder anwenden lässt.

Ganz im Sinne von Open Source soll auch das Planspiel selbst offen zugänglich gemacht, weitergegeben und weiterentwickelt werden. So wird aus einem Werkzeug zur Vermittlung von Open Source Hardware zugleich ein praktisches Beispiel dafür, wie offener Wissens- und Technologietransfer funktionieren kann.

Selbst ausprobieren auf der 3. OSHOP-Konferenz

Wer das Planspiel selbst kennenlernen und ausprobieren möchte, bekommt dazu schon bald Gelegenheit: Am 23. und 24. September 2026 trifft sich die Open-Source-Hardware-Community zur 3. OSHOP-Konferenz in Halle (Saale).

Im Rahmen der Konferenz wird das Planspiel in einem Workshop gemeinsam mit den Teilnehmenden praktisch umgesetzt. Dabei können verschiedene Perspektiven auf Open Source Hardware eingenommen und konkrete Fragestellungen spielerisch bearbeitet werden. So lässt sich unmittelbar erleben, wie aus zunächst abstrakten Überlegungen neue Ideen und mögliche Anwendungsfälle entstehen.

Neben dem Planspiel bietet die Konferenz zahlreiche weitere Vorträge, Workshops und Diskussionsformate rund um Open Source Hardware und bringt Forschende, Unternehmen, Maker, offene Werkstätten und weitere Interessierte miteinander ins Gespräch.

Anmeldungen zur 3. OSHOP-Konferenz sind über folgenden Link möglich:

Zur Anmeldung zur 3. OSHOP-Konferenz am 23.–24. September 2026

Keine Zeit für die Konferenz? OSHOP geht auch eine Nummer kleiner

Wer es im September nicht zur Konferenz schafft, muss auf Austausch und Planspiel trotzdem nicht verzichten. Wir möchten Open Source Hardware bewusst auch niedrigschwellig und außerhalb klassischer Veranstaltungsformate erlebbar machen.

Deshalb planen wir einen OSHOP-Stammtisch außerhalb der HTWD, etwa in einem Café oder Restaurant sowie einen gemeinsamen Spieleabend, bei dem das Planspiel in lockerer Atmosphäre ausprobiert werden kann. Denn gute Ideen für Open Source Hardware müssen nicht zwangsläufig im Seminarraum entstehen.

Wer Interesse an einem solchen Format hat, kann sich gern bei uns melden. Wir freuen uns über Mitspielerinnen und Mitspieler, Neugierige und alle, die Open Source Hardware einmal ganz ungezwungen kennenlernen möchten.

Förderung und weiterführende Informationen

Das Planspiel wurde im Rahmen des Transferraums OSHOP – Open Source Hardware Innovation Plattform entwickelt. OSHOP wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Förderinitiative „T!Raum – TransferRäume für die Zukunft von Regionen“ gefördert. Ziel der Initiative ist es, neue Ansätze für den Wissens-, Ideen- und Technologietransfer zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln und nachhaltig in den Regionen zu verankern.

Einen vertiefenden Einblick in die Entwicklung, praktische Erprobung und Einsatzmöglichkeiten des Planspiels gibt ein aktueller Beitrag auf der BMFTR-Plattform „Innovation & Strukturwandel“:

Zum BMFTR-Beitrag „Planspiel öffnet Türen zu Open Source Hardware“

 

Erstellt von Nicole Jäpel |

Kontakt

Dipl.-Psych. Cäcilia Veliu

wissenschaftliche Mitarbeiterin

Dipl.-Psych. Cäcilia Veliu