
HTW Dresden und Landesamt für Archäologie Sachsen vertiefen Zusammenarbeit
Kooperationsvereinbarung schafft langfristige Grundlage für gemeinsame Forschung, Lehre und Nachwuchsförderung
Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW Dresden) und das Landesamt für Archäologie Sachsen (LfA Sachsen) haben am 10. Juli 2026 an der HTW Dresden eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Mit der Vereinbarung stellen beide Einrichtungen ihre seit vielen Jahren erfolgreiche Zusammenarbeit auf eine langfristige institutionelle Grundlage und bauen diese aus.
Unterzeichnet wurde die Vereinbarung von der Landesarchäologin Dr. Regina Smolnik und dem Kaufmännischen Direktor Markus Strothteicher für das Landesamt für Archäologie Sachsen sowie Professor Ingo Gestring, Rektor der HTW Dresden, und Professor Stephan Kopf, Dekan der Fakultät Geoinformation.
„Die Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Archäologie Sachsen besteht seit vielen Jahren und zeigt, wie Wissenschaft und Praxis voneinander profitieren. Unsere Studierenden arbeiten mit modernsten Verfahren der Photogrammetrie, des Laserscannings und der Fernerkundung an realen Fragestellungen und sammeln bereits während ihres Studiums wertvolle Praxiserfahrungen. Solche langfristigen Partnerschaften sind ein wesentlicher Baustein unseres Profils als Transferhochschule“, sagt Rektor Prof. Ingo Gestring.
Verbindung von wissenschaftlicher Expertise und praktischer Erfahrung
Die Kooperation verbindet die wissenschaftliche Expertise der HTW Dresden mit der langjährigen praktischen Erfahrung des Landesamtes für Archäologie Sachsen. Ziel ist es, moderne Verfahren zur digitalen Dokumentation und Analyse archäologischer Funde und Fundstellen gemeinsam weiterzuentwickeln und in Forschung und Praxis einzusetzen. Schwerpunkte bilden unter anderem Photogrammetrie, terrestrisches und mobiles 3D-Laserscanning, Structure-from-Motion-Verfahren sowie die Auswertung von Luft-, Satelliten- und LiDAR-Daten.
Landesarchäologin Dr. Regina Smolnik: „Die modernen Verfahren der digitalen Dokumentation sind in der sächsischen Landesarchäologie schon lange unverzichtbare Methoden. Im Idealfall gelingt es uns mit diesen Methoden der Fernerkundung archäologische Strukturen großflächig zu erkennen ohne in den Boden eingreifen zu müssen. An erster Stelle stehen Schutz und Erhalt von Bodendenkmalen und dazu ist das präzise Erfassen und Dokumentieren notwendige Voraussetzung. Wir sind dankbar, zahlreiche hochtechnologische Verfahren der HTW Dresden in Anspruch nehmen zu können und freuen uns darüber, Studierenden im Landesamt für Archäologie an modernsten Geräten einen Einblick in die praktische Nutzung verschiedenster Anwendungen bieten zu können."
Die Methoden kommen beispielsweise bei der hochpräzisen Dokumentation archäologischer Grabungen und ihren Funden sowie bei der digitalen Erfassung von Kulturdenkmalen zum Einsatz.
Wissenschaftlichen Nachwuchs fördern
Ein weiterer Schwerpunkt der Zusammenarbeit ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Studierende der HTW Dresden erhalten künftig noch bessere Möglichkeiten, Praktika sowie Abschlussarbeiten gemeinsam mit dem Landesamt für Archäologie Sachsen durchzuführen. Gleichzeitig bringen Expertinnen und Experten des Landesamtes ihre Praxiserfahrung durch Gastvorlesungen, Exkursionen sowie die Bereitstellung von Geodaten und archäologischen Datensätzen in die Lehre ein. Darüber hinaus bildet die Vereinbarung den Rahmen für zukünftige gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie wissenschaftliche Veranstaltungen.
Im Anschluss an die Unterzeichnung informierten sich die Gäste des Landesamtes im Labor für Photogrammetrie und Fernerkundung der Fakultät Geoinformation über aktuelle Forschungs- und Lehraktivitäten sowie die technische Ausstattung. Dabei standen insbesondere innovative Verfahren der digitalen Vermessung und dreidimensionalen Dokumentation im Mittelpunkt.
Die nun geschlossene Kooperationsvereinbarung formalisiert eine Partnerschaft, die sich bereits seit vielen Jahren in gemeinsamen Lehrveranstaltungen, Exkursionen, Abschlussarbeiten und Forschungsprojekten bewährt hat. Sie schafft einen verlässlichen Rahmen, um den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis weiter zu intensivieren, Innovationen für die digitale Archäologie voranzutreiben und Studierende frühzeitig in anwendungsnahe Forschungs- und Entwicklungsprojekte einzubinden.
Über das Landesamt für Archäologie Sachsen (LfA Sachsen)
Das LfA Sachsen ist die zentrale archäologische Fachbehörde. Sie hat den gesetzlichen Auftrag, den nachhaltigen Schutz der Bodendenkmale zu gewährleisten, diese zu erfassen und zu erforschen. Von den über 20.000 archäologischen Fundstellen aus einem Zeitraum von fast 300.000 Jahren stehen rund 13.000 Bodendenkmale unter Schutz. Ausgrabungen werden nur dort durchgeführt, wo archäologischen Spuren und Denkmale im Gelände durch Baumaßnahmen oder Rohstoffabbau bedroht und schließlich zerstört werden. Als außeruniversitäre Forschungseinrichtung betreut und realisiert das Landesamt zahlreiche wissenschaftliche Projekte mit in- und ausländischen Kooperationspartnern.


Kontakt
Prof. Dr.-Ing. Danilo Schneider
Professor für Photogrammetrie und Laserscanning
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