geteiltes Bild: linke Hälfte Titel Trainingswissenschaften und Sportinformatik, rechte Hälfte Sporttelemetriedaten
Marco Block-Berlitz
Erstellt von PD Prof. Dr. Marco Block-Berlitz / Norman Schulze |

Professor läuft für das Semesterprojekt 100 Kilometer

Im Sommersemester 2026 wurde an der HTW Dresden erstmals die Lehrveranstaltung „Trainingswissenschaften und Sportinformatik“ angeboten. Ziel des neuen Moduls ist es, Studierenden einen Einblick in die Verbindung von Sportwissenschaft, Datenanalyse und Informatik zu geben. Dabei stehen nicht nur mathematische Modelle und technische Werkzeuge im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie digitale Technologien Menschen dabei unterstützen können, ihre Gesundheit, Leistungsfähigkeit und ihr Wohlbefinden besser zu verstehen.

Ein besonderer Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf dem Einsatz moderner KI-Werkzeuge. Die Studierenden werden dazu ermutigt, sich eigenständig neue Themenbereiche zu erschließen, Trainingsdaten auszuwerten, Modelle kritisch zu hinterfragen und neue Lösungsansätze zu entwickeln. Gleichzeitig soll die Veranstaltung dazu anregen, eigene sportliche Ziele zu verfolgen und das Thema Achtsamkeit im Umgang mit dem eigenen Körper zu reflektieren.

Im Verlauf des Semesters wurden verschiedene Trainingsmodelle vorgestellt, Leistungsdaten analysiert und Methoden zur Interpretation von Herzfrequenz-, Bewegungs- und Belastungsdaten diskutiert. Die Studierenden arbeiteten dabei nicht nur mit theoretischen Beispielen, sondern auch mit eigenen Datensätzen und individuellen Fragestellungen. Ziel war es, ein besseres Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Belastung, Regeneration und Leistungsentwicklung zu entwickeln.

Um den Praxisbezug zu stärken, stellte sich Prof. Dr. Marco Block-Berlitz selbst einer besonderen Herausforderung: Bis zum Ende des Semesters sollte erstmals ein 100-Kilometer-Ultramarathon erfolgreich absolviert werden. Über die gesamte Vorlesungszeit hinweg wurden Trainingspläne erstellt, Belastungsmodelle diskutiert, Daten ausgewertet und Fortschritte gemeinsam analysiert. Die Studierenden konnten so die in der Veranstaltung behandelten Konzepte direkt an einem realen Langzeitprojekt nachvollziehen.

Am 12. Juni 2026 war es schließlich soweit: Nach mehreren Monaten systematischer Vorbereitung wurde die Distanz von 100 Kilometern erfolgreich bewältigt – ein persönlicher Rekord für den Professor und zugleich ein anschauliches Beispiel dafür, wie datenbasiertes Training, wissenschaftliche Methoden und kontinuierliche Reflexion zusammenwirken können.

Die Veranstaltung zeigt exemplarisch, wie Informatik weit über klassische Softwareentwicklung hinausgeht. Datenanalyse, Künstliche Intelligenz und Modellbildung können dazu beitragen, komplexe Prozesse des menschlichen Körpers besser zu verstehen und wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar in den Alltag zu übertragen.

Erstellt von PD Prof. Dr. Marco Block-Berlitz / Norman Schulze |