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Seniorenakademie
Prof. Hans-Joachim Böhme im Gespräch mit Seniorinnen und Senioren

Chancen der Digitalisierung in der Pflege

Erstellt von Pressestelle |

Die Arbeitsgruppe Künstliche Intelligenz/ Kognitive Robotik stellte sich auf der 7. Dresdner Seniorenkonferenz mit ihren aktuellen Projekten vor.

Seniorinnen und Senioren sowie Vertreterinnen und Vertreter von Politik und Institutionen konnten sich über die Projekte Care4All, in dem es um den Einsatz von Robotern in der Pflege geht, sowie über das Ambient Assisted Living-Labor (AAL-Living Lab) informieren.

Selbstbestimmt im Alter leben

Das AAL-Living Lab der HTW Dresden untersucht, mit welchen Technologien der Lebensraum älterer Menschen zukünftig ausgestaltet werden kann, um ein langes, selbstbestimmtes Verbleiben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Die kleine Zwei-Zimmer-Wohnung, das LivingLab, ist weitgehend barrierefrei. Unter den Fußböden versteckt befindet sich ein System aus Sensoren, die kontinuierlich die Position und Bewegung aller Personen in der Wohnung bestimmen. Aus den dadurch gewonnenen Daten sollen Laufwege, Aufenthaltshäufigkeiten und auch Sturzstellen ermittelt werden. Zur Ausstattung mit barrierearmen Möbeln gehören ein Kleiderschrank mit Kleiderlift, ein Aufstehbett mit aufwendiger Sensorik, motorisiert absenkbare Hängeschränke in der Küche, eine höhenverstellbare Arbeitsfläche sowie ein besonders standstabiler Tisch mit vier entsprechenden Stühlen, »schlaues Licht« und mehr. Das barrierefreie Bad ist mit einer ebenerdigen Dusche, einer höhenverstellbaren und neigbaren Toilette und einem höhenverstellbaren Waschtisch ausgestattet. Bewohnerinnen und Bewohner sollen am Ende ihres Aufenthalts in der Wohnung anhand ihrer Eindrücke Aufschluss darüber geben können, welche der vorhandenen Technologien und Einrichtungsteile während ihres »Probewohnens« einen positiven Einfluss auf ihr tägliches Leben hatten und möglicherweise auch langfristig haben könnten. Auf der Seniorenkonferenz gab es die Möglichkeit, das AAL bei einem virtuellen Rundgang zu erleben.

Außerdem diskutierte Professor Hans-Joachim Böhme mit Teilnehmenden der Konferenz zum Thema „Braucht die Zukunft (Pflege-)Angebote 2.0?“ über die Bedürfnislagen der Betroffenen. „Pflege kann sinnvoll durch Technologien unterstützt und ergänzt werden. Damit wird das Pflegepersonal entlastet, aber keinesfalls ersetzt“, so der Professor für Künstliche Intelligenz. „Auf dem ‚Markt der digitalen Möglichkeiten‘ konnten wir mit vielen Seniorinnen und Senioren sprechen und unsere Erfahrungen austauschen. Solche Begegnungen sind wichtig, um Vorbehalten zu begegnen und Berührungsängste gegenüber KI abzubauen.“

Austausch mit der Gesellschaft ist wichtig

Die Arbeitsgruppe sucht regelmäßig den Austausch mit der Bevölkerung, Interessierten sowie mit in der Pflege tätigen Menschen. So beteiligten sich Mitglieder der Arbeitsgruppe im Mai auch beim KI-Festival des Deutschen Hygiene-Museums, in denen sie mit anderen Forschenden und Bürgerinnen und Bürgern die Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz diskutieren. Außerdem ist die Forschungsgruppe regelmäßig Gast der Dresdner Seniorenakademie sowie der Evangelischen Akademie Sachsen.