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Proben von Reishülsen, Reishülsenasche, gefärbtem Kaliumwasserglas, sprühgetrocknetem Natri-umwasserglas und klarem Natriumwasserglas mit besonders hohem Silikatanteil inmitten feuchter Reishülsenasche
M.Wambold
Der Weg zum Produkt: Proben von Reishülsen, Reishülsenasche, gefärbtem Kaliumwasserglas, sprühgetrocknetem Natriumwasserglas und klarem Natriumwasserglas mit besonders hohem Sili-katanteil inmitten feuchter Reishülsenasche.

Chemie und Umwelt: Gewinnung von Wasserglas aus dem nachwachsenden Rohstoff Reishülsenasche

Erstellt von Fakultät LUC |

Angehende Chemieingenieurinnen und -ingenieure an der HTW Dresden machen schon im ersten Bachelorsemester Bekanntschaft mit der Grundchemikalie Wasserglas.

Die Grundchemikalie Wasserglas wird im Millionenjahrestonnenmaßstab hergestellt. Der vielseitige Grundstoff findet u. a. Verwendung zur Verfestigung, Versiegelung oder Abdichtung etwa von Beton und Mauerwerk, als Klebe- und Haftmittel für Fliesen wie auch etwa Kartonagen und ist Bestandteil von Gütern wie Reifen, Zahnpasta und Waschpulvern. Die klassische Herstellung erfolgt bisher energieintensiv bei ca. 1200 bis 1400 °C aus den Rohstoffen Alkalicarbonat und Quarzsand. Mit deutlich geringerem energetischem Aufwand lässt sich Wasserglas anstelle von kristallinem Quarzsand aus der amorphen Kieselsäure der Reishülsenasche gewinnen. Reishülsen stellen ein Abfallprodukt bei der Reisproduktion dar, fallen mit ca. 100 Millionen Jahrestonnen an und können wegen ihres hohen Kieselsäureanteils nicht als Futtermittel verwertet werden. Die energetische Verwertung des nachwachsenden Rohstoffs Reishülsen hinterlässt eine ca. 80 % kieselsäurehaltige Asche – ein idealer Ausgangsstoff für die Gewinnung von Wasserglas. Die Niederlassung der Pörner Gruppe (Österreich) entwickelt am Standort Grimma ein Verfahren zur industriellen Gewinnung von Wasserglas aus Reishülsenaschen, wobei der Kooperationspartner HTW Dresden (B. Sc. Matthias Wambold, Prof. Dr. Jörg Feller) die Optimierung von Prozessstufen analytisch begleitet. Auf dem Weg von der Reishülse zum optimalen Produkt (siehe Bild) werden dabei aktuell folgende Ziele verfolgt: Verringerung des Einsatzes von Prozesswasser und Energie, Eliminierung und Verwertung von Begleitstoffen und Erfüllung von konstanten Qualitätskriterien trotz der biologischen Herkunft der Edukte.

Für den Studiengang Chemieingenieurwesen kann man sich noch bis zum 30. September 2022 bewerben.

Weitere Dokumente/ Antragsformulare finden Sie hier: https://www.htw-dresden.de/news

Kontakt

Prof. Dr. rer. nat. Kathrin Harre

Studiendekanin Chemieingenieurwesen (B.Sc. & M.Sc.)

Prof. Dr. rer. nat. Kathrin Harre