
Erfolgreiche Promotion im Wasserwesen: HTWD-Absolventin verteidigt Dissertation
Am 8. Juni 2026 hat Yasmin Adomat ihre Dissertation mit dem Titel „Entwicklung risikobasierter Monitoringkonzepte für die Uferfiltrat-Gewinnung zur Trinkwasserversorgung“ an der Fakultät Umweltwissenschaften der Technischen Universität Dresden erfolgreich verteidigt. Das kooperative Promotionsverfahren zwischen der HTW Dresden und der TU Dresden schloss sie mit dem Prädikat „magna cum laude“ ab.
Yasmin Adomat. ist Absolventin des Studiengangs Chemieingenieurwesen der HTW Dresden. Von März 2018 bis Dezember 2019 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Lehrgebiet Wasserwesen tätig. Anschließend forschte sie von 2020 bis 2022 in der ESF-Nachwuchsforschergruppe „VEMIWA – Vorkommen und Verhalten von Mikroplastik in sächsischen Gewässern“. Seit November 2024 arbeitet sie als Umweltmanagerin bei Infineon. Umso bemerkenswerter ist der erfolgreiche Abschluss ihrer Promotion, den sie parallel zu ihrer Tätigkeit in der Industrie erreichte.
Forschung zur Sicherheit der Trinkwasserversorgung
Die Dissertation vereint Forschungsergebnisse aus zwei Themenfeldern des Wasserwesens. Der erste Schwerpunkt befasst sich mit dem Monitoring der Wasserbeschaffenheit bei der Trinkwasseraufbereitung. Im Rahmen ihrer Untersuchungen analysierte Yasmin Adomat die Entfernung von Pharmazeutika und Inhaltsstoffen aus Kosmetikprodukten bei der Uferfiltration und Grundwasseranreicherung im Wasserwerk Dresden-Hosterwitz. Von insgesamt 116 untersuchten Spurenstoffen, die häufig in europäischen Oberflächengewässern nachgewiesen werden, konnten lediglich 21 mehrfach im Elbewasser und teilweise im Uferfiltrat detektiert werden. Nach der Aktivkohlefiltration und Desinfektion waren keine dieser Substanzen mehr oberhalb der Bestimmungsgrenze nachweisbar. Die Ergebnisse belegen die hohe Leistungsfähigkeit der eingesetzten Aufbereitungsverfahren und bestätigen die hohe Qualität der Dresdner Trinkwasserversorgung.
Darüber hinaus konnte die Doktorandin das Potenzial der Durchflusszytometrie für die Überwachung der mikrobiellen Wasserbeschaffenheit an Uferfiltrationsstandorten in Dresden und Budapest nachweisen. Die Durchflusszytometrie ist ein modernes Analyseverfahren, bei dem einzelne Mikroorganismen in einer Wasserprobe mithilfe von Laserlicht innerhalb weniger Sekunden erfasst und charakterisiert werden. Im Vergleich zu klassischen mikrobiologischen Untersuchungsmethoden ermöglicht sie eine deutlich schnellere und umfassendere Beurteilung der mikrobiellen Wasserqualität. Die Methode eröffnet damit neue Möglichkeiten für ein effizientes und risikobasiertes Monitoring von Trinkwasserressourcen.
Mikroplastik in Flusssedimenten
Der zweite Forschungsschwerpunkt widmete sich dem Transport von Mikroplastik in Flusssedimenten sowie methodischen Grundlagen der Probenahme. In Laborversuchen untersuchte Yasmin Adomat das Transportverhalten verschiedener Mikroplastikpartikel auf und innerhalb der Gewässersohle. Zudem verglich sie die Wiederfindungsraten von Mikroplastik bei unterschiedlichen Sedimententnahmetechniken unter Strömungsbedingungen. Die Ergebnisse zeigen, dass marktübliche Sedimentprobenahmegeräte nur eingeschränkt für verschiedene Korngrößenbereiche geeignet sind und während der Probenahme Störungen der Sedimentmatrix sowie Partikelverluste verursachen können.
Die wissenschaftliche Qualität ihrer Arbeiten spiegelt sich auch in ihrer Publikationstätigkeit wider: Yasmin Adomat ist Hauptautorin von fünf internationalen Fachpublikationen in begutachteten wissenschaftlichen Zeitschriften.
Betreut wurde die Promotion von Prof. Dr. rer. nat. habil. Stolte (TU Dresden) und Prof. Dr.-Ing. Thomas Grischek (HTW Dresden). Als externer Gutachter wirkte Prof. Dr. habil. Traugott Scheytt von der TU Bergakademie Freiberg mit.
