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Prof. Ullrich im Labor
HTW Dresden/ Peter Sebb
Prof. Robin Ullrich mit einem CCR (Corner Cube Reflector). Dieser wird zum Beispiel bei der 3D-Vermessung eines Fahrzeugs eingesetzt.

Geodäsie – viel mehr als das Vermessen der Erdoberfläche

Erstellt von Pressestelle |

Neu berufen: Prof. Dr. Robin Ullrich

Zum Wintersemester 2021 wurde Dr. Robin Ullrich als Professor für Ingenieurgeodäsie an die Fakultät Geoinformation berufen.

Robin Ullrich studierte Geodäsie an der TU Dresden und Geomatik an der Newcastle University (UK). Nach seinem Studium arbeitete er zunächst als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geodätischen Institut der TU Dresden, wo er sich mit Monitoringkonzepten für hohe Strukturen auseinandersetzte. Von 2011 bis 2018 arbeitete der Geodät als Projektleiter im Bereich der Industrievermessung, insbesondere hinsichtlich der Qualitätssicherung schienengebundener Fahrzeuge bei der A.S.T. GmbH in Dresden.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit promovierte er bei Professor Michael Möser (TU Dresden) als externer Doktorand zum Thema "Verfahren zur Punktidentifizierung bei der Qualitätskontrolle im Maschinenbau unter Verwendung von Polarmesssystemen". Hier untersuchte er, wie sich Messprozesse in der industriellen Fertigung mit Hilfe von Tachymetern oder Lasertrackern automatisieren lassen. Bereits seit 2015 lehrt Dr. Ullrich im Rahmen von Lehraufträgen an der FH Würzburg-Schweinfurt und der HTW Dresden in den Bereichen Vermessungskunde und Ingenieurgeodäsie. Von 2018 bis 2021 war er Professor für Ingenieurgeodäsie an der Hochschule München.

Was macht ein (Ingenieur-)Geodät?

Neben der Bestimmung der geometrischen Figur der Erde, ihres Schwerefeldes sowie ihrer Orientierung im Raum umfasst die Geodäsie vielfältige Fachdisziplinen. Neben der „klassischen Vermessung“ ermöglichen die Satellitengeodäsie, Ingenieurgeodäsie, Photogrammmetrie und Fernerkundung, Geoinformatik, Kartographie sowie das Landmanagement ein breit gefächertes und interdisziplinäres Arbeitsfeld.

In meinem Fachgebiet, der Ingenieurgeodäsie, beschäftige ich mich vor allem mit Vermessungsarbeiten, die mit technischen Projekten zum Beispiel im Maschinenbau oder Bauingenieurwesen in Zusammenhang stehen. Die Messungen dienen dazu, künstliche und natürliche Objekte abzustecken oder deren Bewegungsverhalten zu überwachen. Ein Teilgebiet der Ingenieurgeodäsie ist die Industrievermessung, mit welcher ich mich bereits seit mehreren Jahren beschäftige. Der besondere Reiz bei der Industrievermessung liegt für mich in den zu erreichenden Genauigkeiten im Submillimeterbereich, den eingesetzten Sensoren (z.B. Lasertracker) und den interdisziplinären Anwendungen.

Welche Fähigkeiten und Kenntnisse möchten Sie den Studierenden vermitteln?

Neben den Grundfertigkeiten der Vermessung möchte ich die Studierenden besonders in die Lage versetzen, präzise und richtige Messergebnisse zu produzieren, diese zu bewerten und ein Gefühl für die zugrundeliegende Sensorik zu entwickeln. Dazu sind in der heutigen Zeit auch Kenntnisse über Netzwerkkonzepte, Programmiersprachen sowie spezielle Softwareanwendungen nötig.

Zudem ist es mir ein Anliegen, den „geodätischen Tellerrand“ möglichst flach zu gestalten, so dass interdisziplinäres Arbeiten ermöglicht wird und neue Arbeitsfelder identifiziert werden können. Die Studierenden sollen das teambasierende Vorgehen zur Strukturierung und Abarbeitung komplexer Aufgabenstellungen in einer kollegialen Umgebung erlernen (und hoffentlich auch nach dem Abschluss nach außen tragen).