Ein Mann, der vor einem Publikum steht und etwas vorstellt.
HTWD/ Beier
Anton Simon begrüßt die Teilnehmenden des Symposiums.
Erstellt von Nico Beier |

Naturbasiert und resilient: Nachwuchsforschungsgruppe RHESIS stellt ihr Projekt vor

Am 21. Mai stellte Nachwuchsforschungsgruppe RHESIS (HTWD) ihre Forschungen im Rahmen eines Symposiums der Hochschulöffentlichkeit vor.

Wenn Erosion zur Gefahr für die Sicherheit unserer Infrastruktur wird

Böschungen erodieren, Hänge rutschen ab, Dämme verlieren ihre Standfestigkeit. Starkregen, Sturzfluten, Hitzeperioden setzen Infrastrukturen zunehmend unter Druck. Klassische, rein technische Sicherungsmaßnahmen stoßen dabei an Grenzen. 

Diese klassischen Sicherungsbauweisen sind häufig material- und energieintensiv, mit hohen Treibhausgasemissionen verbunden und lassen sich nur schwer an sich verändernde Bedingungen anpassen. Naturbasierte Lösungen  bzw. ingenieurbiologische Verfahren wie die gezielte Begrünung von Hängen und Böschungen mit hoher Artenvielfalt versprechen eine nachhaltige und resiliente Alternative zum Einsatz von „Beton und Stahl“.

Die Nachwuchsforschungsgruppe RHESIS

Genau an diesen naturbasierten und nachhaltigen Verfahren forscht nun die interdisziplinäre Nachwuchsforschungsgruppe (NFG) „RHESIS – Research and Qualification Hub for Ecological and Sustainable Improvement of Structures“  an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden. In RHESIS arbeiten 6 Nachwuchsforschende aus den Fachbereichen Geotechnik (Nkwenti Vianny Joy Nabesi & Anton Simon), Biodiversitätsforschung (Sabrina Selinger), Geoinformation (Clara-Rosa Gano), KI (Tamás Janusko) und Biopolymerchemie (Ifigeneia Tsetsila) zusammen. 

Geleitet wird die NFG von Prof. Dr.-Ing. habil. Jens Engel (Fakultät Bauingenieurwesen), als Teilprojektleiter*innen wirken Prof. Dr. rer. nat. Kathrin Harre und Prof. Dr. rer. nat. habil. Arne Cierjacks (beide Fakultät Landbau/Umwelt/Chemie) sowie Prof. Dr.-Ing. Maik Thiele (Fakultät Informatik/Mathematik) und Prof. Dr.-Ing. Danilo Schneider (Fakultät Geoinformation) mit.

Nachwuchswissenschaftler*innen stellen ihre Teilprojekte vor

Nun hat die Forschungsgruppe, welche seit November 2025 besteht, ihre geplanten und bereits begonnenen Untersuchungen und Arbeitspakete im Rahmen eines Symposiums am 21. Mai der Hochschulöffentlichkeit vorgestellt  – ein erster Meilenstein für die NFG:

Sabrina Selinger (M. Sc.) von der Fakultät Landbau/Umwelt/Chemie wird in ihrem Arbeitspaket den Einfluss und die Nutzbarkeit von biodiversen Begrünungen zur langfristigen Stabilisierung von Hängen und Böschungen erforschen und erproben und die Bodenerosion messen. Die Untersuchungen werden in einem gemeinsamen Freilandlabor in der ehemaligen Lehmgrube Luga, in einem Solarpark sowie an einem Campusnahen Versuchsaufbaus durchgeführt.

Ifigeneia Tsetsila (M. Sc.) von der Fakultät Landbau/Umwelt/Chemie wird an der Entwicklung und Erprobung von nachhaltigen und biologisch abbaubaren Bewehrungselementen auf Basis von Biopolymeren sowie dem Abbauverhalten dieser im Boden forschen. Diese sollen zur temporären Erststabilisierung in der Anwuchsphase der Vegetation dienen.

Nachwuchswissenschaftlerin Nkwenti Vianny Joy Nabesi (M. Eng.) wird gemeinsam mit Dipl.-Ing. (FH) Anton Simon von der Fakultät Bauingenieurwesen die Scherfestigkeit und die Bodeneigenschaften im Freilandlabor Luga untersuchen, um die Scherfestigkeit und Stabilität der Böschungen zu Modellieren.

Clara-Rosa Gano (M. Eng.) von der Fakultät Geoinformation forscht an der autonomen Erfassung und Verarbeitung von 3D-Punktwolken die mittels LIDAR-Sensoren gemessen werden, um diese z. B. für das Monitoring von Erosionsprozessen als auch für die Vegetationsentwicklung einzusetzen.

Nachwuchswissenschaftler Tamás Janusko (M. Sc.) von der Fakultät Informatik entwickelt und erforscht KI-basierte Verfahren im Projektkontext z. B. zur vollautomatisierten semantischen Segmentierung von 3D-Punktwolken.

In der nachfolgenden Diskussion hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, Fragen an die Nachwuchswissenschaftler*innen zu richten und gemeinsam zu diskutieren oder an Stationen mit Postern, Prototypen und Messgeräten direkt mit den einzelnen Nachwuchswissenschaftler*innen und Projektleiter*innen ins Gespräch zu kommen.

Wir danken allen Teilnehmenden für Ihr Kommen, für die konstruktiven Nachfragen und angeregten Diskussionen!

Sie möchten mehr erfahren?

Hier gelangen Sie zur Seite der Nachwuchsforschungsgruppe RHESIS.

Die Nachwuchsforschungsgruppe „RHESIS – Research and Qualification Hub for Ecological and Sustainable Improvement of Structures“ (11/2025 – 10/2028) wird gefördert durch die Förderinitiative ESF Plus, welche gemeinsam von der Europäischen Union sowie durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes finanziert wird.

Erstellt von Nico Beier |