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Blick auf Flutgebiet Stolberg (Ortsteil Vicht)
Große Teile des Ortes Stollbergs in Nordrhein-Westfalen wurden durch das Hochwasser im Sommer 2021 zerstört.

Gewappnet gegen die Flut

Erstellt von Pressestelle |

Die Nachwuchsforschergruppe IRIS berät beim Wiederaufbau in den Flutgebieten in Nordrhein-Westfalen

Starke Regenfälle führten im Juli 2021 zu Sturzfluten und massiven Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Das Hochwasser sorgte für enorme Schäden und zerstörte Gebäude, Brücken und große Teile der Infrastruktur.

Professor Thomas Naumann und Dr. Sebastian Golz aus der Nachwuchsforschergruppe IRIS der HTW Dresden waren Anfang November Teil eines inter- und transdisziplinären Expertenworkshops des Wasserverbands Eifel-Ruhr (WVER), der beim Wiederaufbau unterstützen soll. Gemeinsam mit anderen lokalen und bundesweiten Akteuren der Wasserwirtschaft, des Hochwasserschutzes, des Städtebaus und der Raumplanung, der Siedlungswasserwirtschaft sowie des Katastrophenmanagements trugen sie zur Entwicklung eines Masterplans für den hochwasserresilienten Wiederaufbau der Städte Stolberg und Eschweiler (NRW) bei.

Während des dreitägigen Workshops waren die Forscher auch in den überfluteten Gebieten unterwegs, um sowohl betroffene Privathaushalte als auch Unternehmen zu beraten. Die beiden Wissenschaftler gaben Hinweise, welche bautechnischen Vorsorge- und Anpassungsmaßnahmen geeignet sind, um überflutungsbedingte Schäden zukünftig zu mindern und kostenintensive Fehlinvestitionen zu vermeiden

Schadensmodelle helfen bei der Einschätzung von Gefahren

Wie sich die Widerstandsfähigkeit von Bauwerken gegen Naturgefahren bewerten und verbessern lässt, ist das zentrale Forschungsthema der ESF-Nachwuchsforschergruppe IRIS an der Fakultät Bauingenieurwesen der HTW Dresden. Die Forschungsgruppe entwickelt Lösungen, um Schäden an Brücken, Häusern, Straßen und anderen erd- und wasserbaulichen Anlagen infolge von Umwelteinwirkungen zu vermeiden oder abzumindern. Mit Hilfe von Simulationen und Experimentalstudien untersuchen sie, wie sich Naturgefahren auf bestehende Bauwerke auswirken. Hierfür untersuchen die Forschenden die wichtigsten Bauwerksparameter, die für die Abschätzung der Folgen extremer Wetterphänomene erforderlich sind.

Diese Erkenntnisse helfen u.a. Fachbehörden oder der kommunalen Verwaltung bei der besseren Bewältigung zukünftiger Ereignisse und der Planung und Umsetzung konkreter Vorsorge- und Anpassungsmaßnahmen, welche die Risiken kommender Ereignisse wirksam reduzieren.

Mit der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern im Sommer 2021 erlangten die Forschenden wichtige Erkenntnisse für ihre weitere Arbeit. Bei Begehungen der hochwassergeschädigten Gebiete nahmen sie vielfältige Schadensbilder auf, die für die Kalibrierung ihrer Schadensmodelle dienen. „Die Intensität der Schäden infolge des Hochwasserereignisses war enorm. Sehr beeindruckend waren der erlebte Zusammenhalt und die Zuversicht der Menschen bei der Bewältigung der Katastrophe.“, erinnert sich Sebastian Golz, „Aufgrund der Wucht des Ereignisses mussten wir Schäden beobachteten, die wir in unseren Schadensmodellen noch nicht antizipiert hatten. Vor allem der Anprall von Treibgut führte zu erheblichen Schäden an Bauwerken.“ Die Forschenden ziehen hieraus Schlüsse, wie Brücken und Gebäude zukünftig gebaut werden müssten, damit Schäden vermieden werden können.

 

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