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Anne-Katrin Haubold
HTW Dresden/Peter Sebb
Der Preis wurde im Rahmen des Neujahrsempfangs des Rektors verliehen. In ihrer Rede bedankte sich Prof. Anne-Katrin Haubold bei allen, die diesen Preis ermöglicht haben, denn "innovative Lehre kann nur durch die Unterstützung vieler verschiedener Akteure gelingen."

It’s time for a flip – Perspektivwechsel in der Lehre

Erstellt von Pressestelle |

Professorin Anne-Katrin Haubold lässt die Studierenden den Lehrstoff eigenständig anhand von Anwendungsfällen aus der Unternehmenspraxis erarbeiten. Dafür erhält sie den „Preis für gute Lehre“.

Dr. Anne-Katrin Haubold ist seit neun Jahren Professorin für Personalmanagement an der Fakultät Wirtschaftswissenschaften der HTW Dresden. In ihrer Lehre hat sie häufig die Erfahrung gemacht, dass sich Lehrende und Lernende aus verschiedenen Perspektiven den Lernzielen näheren: Während Lehrende in erster Linie an die Vermittlung der Fachinhalte denken, steht für die Studierenden häufig die Prüfungsleistung im Vordergrund. „Lehrende werden so in die Rolle des dauerredenden Alleinunterhalters gedrängt und die Lernenden eignen sich ihr Wissen lediglich unter dem Gesichtspunkt der Klausurrelevanz an, lernen also fast ausschließlich für den Tag der Klausur“, so Anne-Katrin Haubold. Die ehemalige Personalerin, die auch einige  Jahre in einer Unternehmensberatung gearbeitet hat, suchte nach einem Weg, Lernziele, Lehr-/Lernaktivitäten und Prüfungen so aufeinander abzustimmen, dass am Ende beide Seiten ihre Ziele erreichen und Wissen nachhaltig vermittelt wird.

Dafür bedient sich die Professorin des „Flipped Classroom“. Die Methode sieht vor, dass die Studierenden die theoretischen Lehrinhalte stärker eigenständig erarbeiten und die Präsenzlehre für die vertiefte Auseinandersetzung mit den Anwendungsaspekten genutzt wird. In ihren Lehrveranstaltungen nutzt Anne-Katrin Haubold unterschiedliche Lehr-Lernkonstellationen: Immer ausgehend von inhaltlichen Impulsvorträgen durch die Lehrende vertiefen die Studierenden die Thematik, indem sie in Kleingruppen oder Tandems in die Rolle von fiktiven Personalmanagern schlüpfen und entsprechende Praxisprobleme lösen, oder indem sie die praktischen Implikationen von empirischen Studien zur besprochenen Thematik diskutieren.  „Insbesondere bei heterogenen Studierendengruppen ist dieses Vorgehen sinnvoll – durch die erforderliche Mitarbeit jeder und jedes einzelnen Studierenden erkenne ich schneller, bei wem es noch Verständnisdefizite gibt. Außerdem kommt gerade dann, wenn deutsche und internationale Studierende in Kleingruppen zusammenarbeiten, häufig ein interessanter Austausch zustande darüber, wie unterschiedlich die Herangehensweise an Personalprobleme in verschiedenen Kulturen sein kann.“, so die Beobachtung der Professorin.

Von den Studierenden verlangt dieser Lehransatz höhere Eigenverantwortung und intensivere Mitarbeit während des Semesters. Dafür profitieren sie von interessanten Lehrformaten, der Zusammenarbeit in internationalen oder hochschulübergreifenden Studierenden-Gruppen, der Entzerrung der Prüfungszeiten sowie der Möglichkeit eines zeitnahen Feedbacks zu ihren Leistungen. Anne-Katrin Haubold ist es wichtig zu betonen, dass die Lehrformate noch nicht zu Ende entwickelt sind: „Es gibt noch sehr viele Aspekte im didaktischen Herangehen, die verbessert werden müssen oder können. Aber ich habe ja auch noch einige Jahre als Professorin vor mir.“

Über den Preis für gute Lehre

Mit dem „Preis für gute Lehre“ würdigt die HTW Dresden herausragendes Engagement in der Lehre. Neben der Vermittlung von Fachwissen spielen hierbei auch die Weitergabe von weiterführenden Kompetenzen und die Motivierung der Studierenden eine große Rolle. Ziel des Preises ist es, die Lehre als Kernbereich der Hochschule stärker sichtbar zu machen und innovative Lehrformen und -formate zu fördern. Jedes Hochschulmitglied kann eine Kandidatin oder einen Kandidaten nennen. Die Kommission Lehre und Studium entscheidet über die Preisträger. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und wurde im Rahmen des Neujahrsempfangs des Rektors am 9. Januar verliehen.

Kontakt

Prof. Dr. rer. pol. Anne-Katrin Haubold

Prodekanin

Prof. Dr. rer. pol. Anne-Katrin Haubold

Prof. Dr. rer. pol. Ralph Sonntag

Prorektor für Lehre und Studium

Prof. Dr. rer. pol. Ralph Sonntag