Erfolgsrezept der Fakultät Maschinenbau

Bild zeigt ein Mikrofon.
pixabay.com

Erfolgsrezept der Fakultät Maschinenbau

Sie spielen mit dem Gedanken, ein Tutorenprogramm neu zu konzipieren oder gar weiterzuentwickeln und möchten gern auf Erfahrungswerte zurückgreifen oder sich einfach nur Ideen holen? 

Wir haben Prof. Gunther Naumann, Studiendekan der Fakultät Maschinenbau zum bestehenden Tutorium an seiner Fakultät befragt. So haben Sie die Möglichkeit sich einen Einblick zu verschaffen oder sogar Ideen für Ihr eigenes Tutorenprogramm abzuleiten.

Alle Fakten des Erstsemester-Tutorenprogramms der Fakultät Maschinenbau finden Sie zusammengetragen auch in diesem Factsheet.

ANSPRECHPARTNER

Sie möchten für Ihren Studiengang ein Tutorenprogramm evaluieren, weiterentwickeln oder neu konzipieren?

Finden Sie erste Antworten hier und/oder sprechen Sie uns an! Wir sind gerne für Sie da.

B.A. Anna Pönisch
Raum A 311
Tel.: +49 351-462 2016
anna.poenisch(at)htw-dresden.de

Interview mit Prof. Dr. Gunther Naumann zum Tutorenprogramm der Fakultät Maschinenbau

Neben einigen Fachtutorien, welche die Professorinnen und Professoren zum Teil selbst organisieren, bieten wir ein speziell koordiniertes Erstsemestertutorium an.

Das Erstsemestertutorium ist speziell für unsere StudienanfängerInnen an der Fakultät Maschinenbau gedacht.

Wir haben eine große Diversität unter der Studierendenschaft, z.B. Herkunft aus verschiedenen Bundesländern, Abiturienten mit aktuellem Abschluss, Menschen mit längerer Berufserfahrung nach dem Abitur oder Meister mit einem Abschluss in Industrie oder Handwerk. Es wird immer schwieriger für alle ein passendes Lehrangebot, gerade in der Phase des Studieneinstiegs, zu konzipieren. 

Wir sind daran interessiert den Studieneinstieg zu erleichtern und die Abbrecherquoten zu senken, ohne dabei den Qualitätsanspruch in den Ausbildungsinhalten in Frage zu stellen.

Unser Erstsemestertutorium findet ab der 3. oder 4. Woche nach Semesterstart wöchentlich zu jeweils zwei Terminen statt.

Unsere Leitidee ist die Formel (x+1). Dies bedeutet, dass Lehrinhalte, welche in der Woche x zu Schwierigkeiten im Verständnis führen in der Folgewoche (x+1) zeitnah aufgearbeitet werden. Dieses Prinzip wiederholt sich fortlaufend und soll helfen im Semester "am Stoff dran zu bleiben".

Inhaltlich wird das Erstsemestertutorium durch die Nachfragen unserer Studierenden gestaltet. Fragen, die uns zu speziellen Fächern in der Woche x erreichen, werden in der Woche (x+1) behandelt und aufgearbeitet. Unser TutorInnen-Team spricht sich vorher ab und klärt intern wer die Vorbereitung für welche Fächer (z.B. Elektrotechnik oder Gestaltungslehre) übernimmt. Insgesamt stehen vier bis fünf TutorInnen und ein MentorIn zur Verfügung.

Darstellung Zeitraum des Erstsemester Tutoriums.

Die TutorInnen erhalten Anfragen unserer Studierenden (Woche x). Diese Themen werden aufgegriffen und fachlich vorbereitet. Wenn notwendig organisiert der Mentor/die mentorin zusätzliches Lehrmaterial durch Nachfrage bei Professorinnen und Professoren, Lehrkräften für besondere Aufgaben und LaboringenieurInnen. Außerdem finden organisatorische Absprachen zwischen dem TutorInnen-Team, dem Mentor und dem Studiendekan statt.

Unabhängig von fachlichen Fragen zu den Studienfächern bieten die TutorInnen auch eine laufende Beratung zu wiederkehrenden Themen an. Diese sind zum Beispiel Nutzung elektronischer Medien und Informationen, zeitlicher Ablauf für die Prüfungsvorbereitungen oder Aufarbeitung der Studien- und Prüfungspläne.

Eine Besonderheit ist das oben erläuterte Prinzip (x+1). Es garantiert dem Studierenden, dass er den Anschluss nicht verliert.

Wir nutzen das Spektrum, welches auch in den obligatorischen Lehrveranstaltungen üblich ist. Konkret sind das ein betreutes Lösen von Aufgaben in Übungen, die Tafelarbeit mit Erklärungen und das Vorrechnen von Aufgaben sowie die Vergabe von zusätzlichen Hausaufgaben für das eigenständige Selbststudium.

Neben den vier bis fünf TutorInnen gibt es noch einen Mentor/eine Mentorin, welcher/welche den Kontakt zu den Professorinnen und Professoren und dem Studiendekan hält. Dieser vermittelt in Konfliktsituationen, spricht besondere Studienschwerpunkte an und organisiert bei Bedarf zusätzliches Lehrmaterial durch Nachfrage bei Professorinnen und Professoren, Lehrkräften für besondere Aufgaben und LaboringenieurInnen.

Wir sprechen vor allem unsere Studierenden der höheren Fachsemester an. Diese geben auch an, welche Fächer Ihnen besonders liegen. Daraus bilden wir ein Team von vier bis fünf TutorInnen und einem Mentor/einer Mentorin. Spätestens zum Semesterstart erhalten alle Beteiligten ihre Tutorenverträge mit einer Laufzeit bis zum Semesterende.
In den ersten Wochen treffen wir uns für organisatorische Absprachen und informieren die Studierenden aus dem ersten Semester. Ab der 3. oder 4. Woche nach Semesterstart startet das Programm zu jeweils zwei Terminen wöchentlich.

Grundsätzlich im Vorfeld über unsere Website im Internet, in den Vorlesungen, über unseren FSR Maschinenbau und (hoffentlich) auch durch die Kommunikation unter unseren Studierenden. Während des laufenden Tutorenprogrammes im Wesentlichen über eine spezielle Verteiler-E-Mail, aber auch durch persönliche Gespräche.

...,dass auch andere Studiengänge diese Infos bereitstellen könnten oder eben für diese interessant wären?

Unser Tutorenprogramm für das erste Semester ist fakultätsweit organisiert und schließt somit alle Studiengänge der Fakultät ein.

Eine 100%ige Feinabstimmung mit Blick auf die vielfältigen Angebote der ganzen Hochschule kann aber nicht sichergestellt werden. In einigen Fällen gibt es auch zusätzliche Bemühungen unserer KollegInnen aus den anderen Fakultäten, z.B. das Repetitorium oder der LernRaum in der Mathematik. In solchen Fällen bieten wir unseren Studierenden natürlich trotzdem Unterstützung an, aber wir verweisen zunächst auf die dafür speziell vorgesehenen Veranstaltungen.

Wir haben ca. 15 bis 25 TeilnehmerInnen in unseren Tutorien. Vor der Prüfungszeit oder einer Belegabgabe kann diese Zahl auch etwas höher sein ;-)

Wir führen momentan keine Evaluation des Tutoriums durch, welche in einem QM-Prozess abgelegt ist. Unabhängig davon werten wir das Tutorium aber semesterweise in einem ungezwungenen Gespräch bei einer Tasse Kaffee mit den TutorInnen aus. Diese Erfahrungen fließen dann in der nächsten Runde wieder ein.

Ein Ergebnis betrifft zum Beispiel die Organisation. In den ersten Jahren haben wir hier auf einen sehr festen Zeitplan und die zentral vorgegebene Organisation gesetzt. Die Erfahrung zeigt, dass sich die TutorInnen selbst viel schneller, direkter und auch flexibler per E-Mail-Verteiler, WhatsApp und Co. mit den Studierenden abstimmen können.