-
Hochwasserschutz: HTWD auf dem Weg zur zertifizierten Prüfstelle
11.08.2025Bauingenieurwesen Pressestelle TransferExtreme Wetterereignisse wie Starkregen und Überflutungen nehmen infolge des Klimawandels zu. In hochwassergefährdeten Gebieten müssen Maßnahmen zur Anpassung an die Umweltbedingungen getroffen werden, um Schäden zu begrenzen und um Risiken für die Bevölkerung zu minimieren. Der sogenannte direkte Objektschutz umfasst dabei Hochwasserschutzeinrichtungen, die unmittelbar an, oder in Gebäuden angebracht werden, etwa an Fenstern, Türen oder Toren. Neuer Prüfstand am Institut für Bauen im Klimawandel (IBiK) Im Rahmen des vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA) geförderten Forschungsprojekts „TestHUB“ hat die HTWD einen speziellen Versuchsstand entwickelt. Dieser befindet sich im Flussbaulabor des neuen Lehr- und Laborgebäudes der Hochschule und ermöglicht die praxisnahe Erprobung und Prüfung von Hochwasserschutzelementen. Wie funktioniert der Prüfstand? Der Versuchsstand ermöglicht Prüfungen unter hydrostatischen Belastungen. Dabei wird ermittelt, wie viel Wasser ein eingebautes Schutzsystem unter verschiedenen Einstauhöhen durchlässt und wie stark es sich durch den Wasserdruck verformt. Um eine möglichst realitätsnahe Einbausituation zu gewährleisten, wurde innerhalb des Versuchsstandes ein Rahmen installiert, welcher mit verschiedenen Oberflächen wie Putz, Fliesen oder Naturstein ausgestattet werden kann. So können verschiedene Laibungen simuliert werden. Erste Testläufe erfolgreich absolviert Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur offiziellen Akkreditierung des Prüfstands wurde im April und Juni 2025 erreicht: Es konnten erste Versuche an verschiedenen Hochwasserschutzelementen durchgeführt werden. Dabei wurden die Funktionen der Anlage und die angewandten Messmethoden erfolgreich getestet und validiert. Innerhalb des Versuchsstandes wurden Wasserstände von über einem Meter erzeugt und über mehrere Stunden auf konstantem Niveau gehalten. Während dieser Zeit wurde der Durchfluss durch das eingebaute Schutzsystem gemessen Akkreditierung als wichtiger Schritt auf dem Weg zur Prüfstelle Aktuell befindet sich der Versuchsstand in der Akkreditierungsphase: In Zusammenarbeit mit der VdS Schadenverhütung GmbH wird auditiert, ob das Labor der HTWD künftig offiziell Prüfungen nach der VdS-Richtlinie 3855 durchführen darf. Diese Richtlinie legt fest, welche Anforderungen Hochwasserschutzelemente hinsichtlich Dichtigkeit und Stabilität erfüllen müssen, um durch die zuständige Stelle der VdS Schadenverhütung GmbH zertifiziert zu werden. Wenn die Akkreditierung erfolgreich abgeschlossen ist, wird das Institut für Bauen im Klimawandel (IBiK) an der HTWD bundesweit eines der wenigen Institute sein das solche Prüfungen mit anschließender Zertifizierung anbieten darf. Damit stärkt die Hochschule ihre Rolle in der Klimaanpassung und bietet eine Dienstleistung an, die privaten und öffentlichen Gebäudeeigentümern hilft, sich wirksam gegen Hochwasser zu schützen. Ziel des IBiK ist es, sich langfristig als unabhängige Prüfstelle zu etablieren und die Prüfung von Hochwasserschutzelementen als festen Bestandteil des Angebots zu verstetigen.

-
Wir suchen Kursleitende für Gruppenfitnesskurse
08.08.2025HochschulsportWerde Teil unseres neuen Gruppenfitnessangebotes! Wir suchen Dich als Kursleitenden!

-
Austauschstudent der HTW Dresden erhält Stipendium der Christian und Dorothee Bürkert Stiftung für sein Studium in China
08.08.2025Informatik / Mathematik International Maschinenbau WirtschaftswissenschaftenAhmad Ali Nabizada studiert an der HTW Dresden Wirtschaftsinformatik und wird sein 5. Semester an der HTWD-Partneruniversität Zhejiang University of Science and Technology (ZUST) in Hangzhou absolvieren. Ermöglicht wird das durch ein Stipendium der Christian und Dorothee Bürkert Stiftung Ahmad Ali Nabizada: „Ich freue mich sehr über die Gelegenheit, in einer der wirtschaftlich und technologisch fortschrittlichsten Städte Chinas – und der Welt – studieren zu dürfen.“ Im Rahmen seines Auslandssemesters wird der Wirtschaftsinformatiker voraussichtlich auch ein Industriepraktikum in Shanghai bei der dortigen Niederlassung des Unternehmens Bürkert absolvieren. Chinesische Studierende an der HTWD Das Stipendium der Christian und Dorothee Bürkert Stiftung steht nicht nur deutschen Studierenden für ihr Studium in China, sondern auch chinesischen Studierenden für ihr Studium in Deutschland zur Verfügung. Im August begrüßt daher die Fakultät Maschinenbau im Rahmen des 2+3-Kooperationsprogramms die nächsten chinesischen Studierenden in Dresden. Sie studieren die ersten beiden Jahre an der Heimatuniversität ZUST und schließen nach weiteren drei Jahren ihr Studium an der HTW Dresden ab. Die Absolventen erhalten daher sowohl von der ZUST als auch von der HTWD ihr Bachelor-Abschlusszertifikat. Langjährige Kooperation mit der ZUST Die chinesisch-deutsche Zusammenarbeit zwischen der HTWD und der ZUST besteht bereits seit 29 Jahren. Dabei sind die Fakultäten Maschinenbau, Informatik/Mathematik sowie Wirtschaftswissenschaften eingebunden.

-
Inklusives Memoryspiel für Sächsischen Designpreis nominiert
08.08.2025GründungDer kreative Kopf hinter dem Spiel und die Gründerin des gleichnamigen Startups ist Jessica Haustein, die an der HTW Dresden Design studiert hat. Die Idee zum unimory -Spiel entstand während ihres Studiums. Mit Unterstützung des LabX und der Gründungsschmiede der HTWD hat sie das Spiel erfolgreich am Markt platziert. Gestaltung unserer Lebenswelt Der Wettbewerb um den Sächsischen Staatspreis für Design versteht sich als unterstützendes Element der sächsischen Designwirtschaft und will die Relevanz von Design zur Gestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft bundesweit sichtbar machen. Der Preis wird alle zwei Jahre vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA) ausgelobt. Für mehr Inklusion Unimory unterscheidet sich vom klassischen Memory durch Spielsteinpaare, die sich einfach greifen lassen und durch ihre einzigartigen Strukturen auch für Menschen mit Seheinschränkungen erfühl- und unterscheidbar sind. Mit einem ‚Clack‘ lassen sich die Steine zu einem Paar zusammenfügen. Mit unimory möchte Jessica Menschen mit unterschiedlich ausgeprägten Sinnen und Fähigkeiten zum gemeinsamen Spielen zusammenzubringen. Unimory bringt Inklusion sozusagen spielend voran. Die Serienreife des Spiels wurde durch die Zusammenarbeit mit dem Designer Jonathan Meuer und der Sächsischen Aufbaubank realisiert. Gewinner im November gekürt 210 Arbeiten wurden in diesem Jahr eingereicht, darunter 120 für den Design Mission Award. Unimory gehört zu den 18 Designleistungen, die in diesem Bereich nominiert wurden. Alle nominierten Arbeiten werden am 11. September in Dresden der Öffentlichkeit und am 12. September der Jury zur finalen Wertung präsentiert. Alle Preisträger:innen werden am 3. November im Rahmen der feierlichen Preisverleihung bekannt gegeben. Insgesamt stehen für den Wettbewerb Preisgelder in Höhe von 50.000 Euro bereit. Liebe Jessica, wir drücken dir fest die Daumen!

-
wisawi: Neue Plattform vernetzt sächsisches Innovationsökosystem
04.08.2025Forschung TransferMit dem Launch der digitalen Plattform wisawi – Wirtschaft und Wissenschaft vis-à-vis wurde ein neuer Raum für Vernetzung, Zusammenarbeit und Innovation in Sachsen geschaffen. Dieses neue Angebot bringt sächsische Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Kommunen und weitere Akteurinnen und Akteure des Innovationsökosystems auf einer gemeinsamen Plattform zusammen. Ziel ist es, Ideen, Projekte und Kooperationsbedarfe sichtbar zu machen und registrierten Nutzenden die gezielte Suche nach passenden Partner*innen zu ermöglichen – branchenübergreifend, regional und auf Augenhöhe. Gemeinsam mit Mitwirkenden wie dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf , futureSAX , Fraunhofer IWU oder simul+ hat der Transferverbund Saxony⁵ , bei dem viele Forschende der HTW Dresden mitwirken, in den letzten Monaten intensiv an dem Aufbau der Plattform gearbeitet. Das zentrale Plattformmanagement übernimmt die Wirtschaftsförderung Sachsen. Forschung sichtbar machen und passende Kooperationspartner*innen finden Forschende und Projektverantwortliche der Hochschule sind eingeladen, ihre Vorhaben auf der Plattform zu präsentieren. Auf wisawi veröffentlichen Sie kostenlos Dienstleistungen, Forschungsergebnisse, Produktinnovationen oder Infrastrukturangebote und treten direkt mit Unternehmen, Start-Ups, Kommunen oder öffentlichen Einrichtungen in Kontakt. Denn wisawi bietet mehr als nur eine Datenbank: Die dynamische Plattform ermöglicht gezielte Vernetzung durch intelligentes Matching und direkte Kommunikation per Chat. Technisch basiert das System auf einer erprobten Plattform der Firma Innoloft, die bereits in mehreren Bundesländern erfolgreich eingesetzt wird. Ihre Vorteile auf einen Blick: Darum lohnt sich die Teilnahme Die Plattform bietet vielfältige Funktionen, um Forschende bei Vernetzung, Sichtbarkeit und Förderung zu unterstützen – hier die wichtigsten Vorteile im Überblick: Sichtbarkeit erhöhen: Präsentieren Sie Ihre Forschung, Projekte und Kompetenzen öffentlich und zielgerichtet Kooperationspartner finden: Das Matching-Tool unterstützt bei der gezielten Suche nach passenden Partnerinnen und Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft oder Verwaltung Veranstaltungen teilen und entdecken: Der Eventkalender bietet einen Überblick über relevante Events im Innovationsumfeld Sachsens, um über Möglichkeiten zur Vernetzung zu informieren Communitys nutzen: Thematische Gruppen ermöglichen kollaborativen Austausch und Projektarbeit mit anderen Expertinnen und Experten Fördermöglichkeiten identifizieren: Ein Fördermittel-Finder unterstützt bei der Suche nach passenden Finanzierungsprogrammen Ansprechpartner an der HTW Dresden Bei Fragen zur Nutzung der Plattform stehen Ihnen Jacob Richter und Marlen Walther von Saxony⁵ als Ansprechpersonen gern zur Verfügung und unterstützen Sie bei der Registrierung auf der Plattform, der Aufbereitung der Eintragung Ihres Projektes und bei Fragen rund um das Matching. Werden Sie Teil der sächsischen Innovationsplattform und gestalten Sie Transfer aktiv mit!

-
Ein Boost für Mitteldeutschland: Neue Startup Factory macht sich auf den Weg
31.07.2025GründungZiel der Startup Factory boOst ist es, die Zahl wissensbasierter Gründungen in Sachsen und Thüringen bis 2030 auf 200 Startups pro Jahr zu verdoppeln – der Fokus liegt dabei auf Deep-Tech Innovationen. An der boOst beteiligt sind die Startup Campus Alliance , die aus zehn Hochschulen aus Sachsen und Thüringen - darunter auch die HTW Dresden - besteht, sowie führende Industriepartner, darunter Infineon, ZEISS, Bosch, ESMC, X-Fab, Volkswagen und die MADSACK Mediengruppe. Ebenfalls als Gesellschafter beteiligt sind u. a. die TUDAG, die SpinLab – The HHL Accelerator und die Stiftung Thomas Kirchner (YETI). Die Startup Campus Alliance bündelt die Kräfte der Hochschulen im Bereich der hochschulischen Gründungsförderung. Durch gemeinsame Lehrformate, geteilte Infrastruktur und interdisziplinäre Zusammenarbeit entstehen innovative Unterstützungsangebote für gründungsinteressierte Talente und Teams. Der Bund fördert die Initiative mit bis zu zehn Millionen Euro, die durch mindestens denselben Betrag an Mitteln durch die Projektpartner aus der Industrie ergänzt wird.

-
Praktikumserfahrung: Hubert von der University of Sherbrooke an der HTW Dresden
28.07.2025Industrie 4.0 ModellfabrikIm Rahmen seines fünften und letzten Praktikums vor dem Studienabschluss arbeitete Hubert mit einer Vielzahl moderner Technologien wie Docker, Arrowhead Cloud, OPC-UA, BLE und Python. Sein Hauptprojekt bestand darin, einen Microservice-basierten Software-Stack für die Ansteuerung eines industriellen automatischen Lagerregals zu implementieren – unter Anwendung aktueller CI/CD Best Practices. Darüber hinaus entwickelte er neue Funktionalitäten für mehrere dieser Microservices. Ein besonderes Highlight seines Praktikums war die Arbeit an einer realen Industrieanlage, die zukünftig an der HTW Dresden demonstriert werden wird. Neben den fachlichen Erfahrungen konnte Hubert seine Zeit in Dresden auch kulturell und persönlich bereichern: „Drei Monate in Deutschland haben mir ermöglicht, neue Freundschaften mit Menschen aus aller Welt zu schließen. Ich habe es genossen, durch Europa zu reisen, die Natur zu erkunden und viel zu klettern.“ Wir danken Hubert für seine engagierte Arbeit und wünschen ihm für seine weitere berufliche Zukunft alles Gute.

-
Feierlicher Abschied unserer Absolventinnen und Absolventen 2025
22.07.2025Informatik / MathematikNach der erfolgreichen Wiederaufnahme dieser Tradition im Jahr 2024, bot auch in diesem Jahr das Abschlussfest den passenden Rahmen, um die Leistungen der Absolventinnen und Absolventen gebührend zu würdigen. Die Absolventinnen und Absolventen des Master-Studiengangs Allgemeine Informatik sowie der Bachelor- Studiengänge Wirtschaftsinformatik, Medieninformatik, Verwaltungsinformatik und Informatik , die ihren Abschluss von Mai 2024 bis Juni 2025 erworben hatten, wurden im feierlichen Rahmen mit der Übergabe der Abschlusszeugnisse verabschiedet. Anschließend gab es bei musikalischer Untermalung viel Raum für persönliche Gespräche, Erinnerungen und den gemeinsamen Austausch zwischen Studierenden, Alumni, Lehrenden und Gästen. Das Fest wurde auch in diesem Jahr von einem engagierten Team aus Studierenden und Alumni der Fakultät organisiert, unter der Leitung von Prof. Dr. Markus Wacker sowie Robert Dominik , dem Leiter des Laborbereichs der Fakultät. Ein besonderer Dank gilt den Sponsoren und Unterstützern – vor allem 3m5. WEBENGINEERS, Avantgarde Labs, SANDSTEIN NEUE MEDIEN, u.v.a – die mit ihrem Beitrag zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben und es ermöglichten, den Absolventinnen und Absolventen einen unvergesslichen Abend zu bereiten. Wir freuen uns, diese schöne Tradition auch in Zukunft fortzusetzen und gemeinsam weitere erfolgreiche Jahrgänge feierlich zu verabschieden. Für die Zukunft wünschen wir unseren Absolventinnen und Absolventen recht viel Erfolg, Kraft, Glück und Freude auf Ihrem weiteren Weg. (Fotos: Lena Thum / Irena Badalyan-Ruch)

-
Freie Studienplätze für das Wintersemester 2025/2026
22.07.2025PressestelleDie Bewerbung ist noch bis spätestens 1. Oktober 2025 möglich – vorbehaltlich freier Kapazitäten in den jeweiligen Studiengängen. Eine Übersicht über alle Studiengänge mit freien Plätzen sowie weiterführende Informationen zum Bewerbungsverfahren befinden sich auf unserer Webseite: Freie Studienplätze an der HTW Dresden . Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung und darauf, Sie zum Wintersemester an der HTW Dresden willkommen zu heißen! Nach der Bewerbung ist vor dem Studienstart Für alle, die sich bereits beworben haben, gibt es am 27.08.2025 um 14:00 Uhr die Möglichkeit, am Onlinevortrag der Allgemeinen Studienberatung teilzunehmen. Die Kolleginnen geben Tipps und Hinweise zum Studienstart an der HTW Dresden. Die Veranstaltung findet online via Zoom statt und ist selbstverständlich kostenfrei, um Anmeldung wird gebeten.

-
Skoliosekorsett in modischer Form
17.07.2025Design Forschung TransferSkoliose ist eine Verkrümmung der Wirbelsäule, die oft bereits im Kleinkindalter beginnt. Reicht die Behandlung durch Physiotherapie nicht aus, müssen die Betroffenen – meist in den Jahren der Pubertät – beinahe permanent und jahrelang ein Korsett tragen, um die Asymmetrie im Rücken zu bekämpfen. In dem europäischen Projekt MBrace untersuchte ein interdisziplinäres Forschungsteam von April 2022 bis Juni 2025 neue Ansätze, um die Skoliosekorsett-Therapie angenehmer zu gestalten. Dazu zählte die Entwicklung eines innovativen Korsetts aus modernen Verbundmaterialien, dasnicht nur einen verbessertem Tragekomfort bietet, sondern sich auch stärker an den Bedürfnissen der jugendlichen Patientinnen und Patienten orientiert. An dem Vorhaben waren Forschende aus Belgien, Polen und Sachsen beteiligt, darunter die Fakultät Design der HTW Dresden. In den drei Forschungsschwerpunkten verbanden sich Design und Medizintechnik: Das Institut für Biomedizinische Technik der TU Dresden (IBMT), gleichzeitig Gesamtkoordinator von MBrace, entwickelte ein neues patientenfreundliches, therapiebegleitendes Diagnoseverfahren, das regelmäßiges Röntgen überflüssig macht. Am Leibniz Institut für Polymerforschung Dresden e.V. (IPF) und bei den belgischen Partnern, der Non-Profit-Organisation Sirris sowie dem Unternehmen Isomatex, wurden Materialien und Materialverbünde erforscht, die geringes Gewicht mit Flexibilität kombinieren. Aufgabe der HTWD war das Design und die designtechnische Optimierung einer innovativen Korsettkonstruktion. Die Expertise der Universität Kielce (Polen) in der Skoliose-Behandlung ermöglichte es, die verschiedenen Ansätze zu diskutieren und an Patientinnen und Patienten heranzutragen. Die menschliche Komponente „Unser Part war es, das neuartige Korsett so zu gestalten, dass es nicht nur von den zumeist jugendlichen Betroffenen akzeptiert wird, sondern zugleich einem negativen Körperbild und der damit einhergehenden Stigmatisierung entgegenwirkt“, erläutert Professor Peter Laabs von der Fakultät Design, der das Projektteam an der HTW Dresden leitete. „Dabei standen wir vor der Herausforderung, die verschiedenen Denkweisen und Forschungsergebnisse unserer Partner zu integrieren und gleichzeitig der menschlichen Komponente im Projekt Gewicht zu verleihen.“ Neben den neuen Materialansätzen und ästhetischen Gesichtspunkten waren beim Entwurf der Korsettstruktur weitere Anforderungen zu berücksichtigen. „Für die innovative Diagnostik des IBMT muss die Wirbelsäulenpartie der Orthese offen sein, was die korrigierende Wirkung aber nicht beeinträchtigen darf“, so Peter Laabs. „Sie sollte leicht, fest, in eine bestimmte Richtung aber auch flexibel und bei all dem möglichst bequem sein.“ Sichtbar und bequemer Ein Skoliosekorsett wird traditionell meist unter der Kleidung versteckt. Gemeinsam mit den Partnern entwickelte das Designteam der HTWD ein Korsett, das sich nicht verstecken muss, sondern selbstbewusst gezeigt werden kann. Entstanden ist ein ästhetisch ansprechendes Modell aus leichten Verbundmaterialien, das über einem enganliegenden Oberteil offen sichtbar zu tragen ist. Es stellt den bisherigen, oft als hässlich empfundenen starren Kunststoffschalen ein positives Konzept mit verbessertem Tagekomfort entgegen. Die vergleichsweise offene Stützstruktur, die durch den Einsatz der neuen Werkstoffe möglich ist, bewirkt eine bessere Luftzirkulation und verringert Scheuerstellen. Eingebaute Scharnierelemente ermöglichen eine Beugung des Rumpfes. Anhand eines Prototyps der alternativen Korsettkonstruktion wurde an der Universität Kielce die Akzeptanz bei der jugendlichen Zielgruppe erkundet. Nach Abschluss des Projekts beginnen Test mit maßgeschneiderten Modellen an Patientinnen und Patienten. Im Rahmen der konzeptionellen Überlegungen entstanden darüber hinaus alternative Ansätze in Richtung eines interaktiven smarten Korsetts, das Betroffenen hilft, durch entsprechendes Muskeltraining einem Fehlstand selbst frühzeitig entgegenzuwirken. Damit könnten physisch aufwändige Konstruktionen möglicherweise gänzlich obsolet werden. Weil die Projektlaufzeit für tiefergreifende Ergebnisse hierzu nicht ausreichte, müssten diese Ansätze in weiterführenden Studien erforscht werden. Gefördert wurde das Projekt MBrace durch das EU-Programm für Forschung und Innovation (RL EuProNet/M-ERA.NET). Die Projektförderung für die HTW Dresden beläuft sich auf 270.000 Euro. Diese Maßnahme wurde mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
