Fakultät Informatik/Mathematik

Kofinanziert von der Europäischen Union
https://www.europa-fördert-sachsen.de/de/info-portal/foerderzeitraum-2021-2027/kommunikationsvorschriften

Smart Co-Care Apartment - Verstetigung

Virtuelle Tour durch das AAL-Labor in der Wohnanlage Bühlau

Tour
Dauer: 01.01.2026 - 31.12.2027
Finanzierung: Europäischer Sozialfond (ESF)
Projektpartner: Cultus gGmbH der Landeshauptstadt Dresden
Arbeitsgruppe KI: Prof. Dr.-Ing. habil. Hans-Joachim Böhme, Nora Havel

Projektbeschreibung

Mit dem Abschluss des vorausgehenden Förderprojektes Smart Co-Care Apartment 2019 konnte gezeigt werden, dass eine realitätsnahe AAL-Musterwohnung erfolgreich eingerichtet und technisch ausgestattet werden kann. In Zusammenarbeit zwischen der Arbeitsgruppe Künstliche Intelligenz der HTW Dresden und der Cultus gGmbH wurde eine Wohnumgebung geschaffen, in der zentrale Komponenten assistiver Technologien, digitaler Vernetzung und intelligenter Sensorsysteme exemplarisch integriert sind. Über den ursprünglichen Förderumfang hinaus ist es durch das besondere Engagement der Projektpartner gelungen, das Smart Co-Care Apartment bis zum heutigen Stand weiterzuentwickeln und als praxisnahes Demonstrations- und Erprobungsraum nutzbar zu machen.

Im Folgeprojekt soll nun das erarbeitete Konzept gezielt weitergeführt und ausgebaut werden. Das bestehende Smart Co-Care Apartment soll verstetigt und als dauerhafte Forschungs-, Entwicklungs- und Erprobungsplattform etabliert werden, um innovative Unterstützungs-, Betreuungs- und Pflegekonzepte umsetzen zu können. Im Mittelpunkt des Vorhabens stehen folgende Ziele:
 

  1. Entwicklung und Erprobung innovativer Betreuungs- und Pflegekonzepte

    Das SCCA wird als Schnittstelle zwischen häuslichem Wohnen, betreutem Wohnen und stationärer Pflege weiterentwickelt, um eine innovative sozial-gesellschaftliche Dienstleistung zu ermöglichen.. Durch multimodales Long-Term-Monitoring werden valide Informationen zum Zustand der Bewohnenden gewonnen und daraus Handlungsempfehlungen für Bewohnende, deren Angehörige sowie Pflege- und Betreuungskräfte abgeleitet. Perspektivisch soll das SCCA in die pflegerische und pflegewissenschaftliche Ausbildung einbezogen werden. 

     

  2. Forschungs- und Entwicklungsziel

    Durch die Kombination langfristig erhobener Monitoring-Daten mit der fachlichen Einschätzung pflegerischer Fachkräfte wird ein detailliertes Bild des physischen und kognitiven Zustands der Bewohnenden erzeugt. Darauf aufbauend wird untersucht, ob und durch welche Assistenzsysteme des SCCA in Verbindung mit Pflege- und Betreuungsmaßnahmen ein Verbleib in der eigenen Häuslichkeit unterstützt werden kann.

     

  3. Sozial-gesellschaftliches Ziel

    Das SCCA wird als Showroom etabliert, der die Möglichkeiten und Grenzen digitaler Assistenzsysteme in Kombination mit Pflege und Betreuung transparent darstellt. Gleichzeitig soll es als Transfer- und Impulsplattform wirken, um Wissen in die Öffentlichkeit zu tragen und weitere soziale Träger zur Entwicklung vergleichbarer Angebote zu motivieren.

Bilder aus dem Smart Co-Care Apartment in Dresden Bühlau

3D Visualisierung / Digital Twin des Smart Co-Care Apartments

Vorstellung des Smart Co-Care Apartment zum Pflegefachtag der cultus gGmbH

Am 15. September waren wir beim 4. Pflegefachtag der Cultus gGmbH in der Wohnstätte Altleuben zu Gast, um das AAL Living Lab der HTW Dresden vorzustellen. 

Für uns als Mitarbeitende der Hochschule war der Tag besonders interessant. Wir beschäftigen uns mit technischen Lösungen für Pflege und selbstbestimmtes Wohnen, sind aber selbst keine Pflegefachkräfte. Spannend fanden wir den Vortrag zur Emotionserkennung und Mimikresonanz. Gerade bei Menschen, die sich aufgrund von Erkrankungen nicht mehr oder nur eingeschränkt sprachlich äußern können, gewinnen Mimik und Körpersprache an Bedeutung. Zu erfahren, wie feinste Veränderungen im Gesicht wahrgenommen und interpretiert werden können, hat uns eine neue Perspektive auf die Kommunikation in der Pflege eröffnet. 

Auch beim Ethikcafé stand der Praxisbezug im Mittelpunkt. In kleinen Gruppen wurden konkrete Fälle aus den Pflegeeinrichtungen diskutiert, Erfahrungen geteilt und gemeinsam unterschiedliche Perspektiven betrachtet. Dabei wurde deutlich, wie wichtig der Austausch über konkrete Erfahrungen aus dem Pflegealltag ist und wie unterschiedlich Situationen aus verschiedenen Blickwinkeln wahrgenommen werden können.

Zwischen den Programmpunkten sorgten angeleitete Bewegungspausen für  willkommene Abwechslung und neue Energie.

An unserem Stand konnten die Pflegefachkräfte anschließend selbst aktiv werden.  Mit einem Controller konnten sie sich durch die virtuelle Nachbildung der Wohnung bewegen, barrierefreie Möbel erkunden und ausprobieren und auf dem virtuellen Fußboden sehen, welche Sensoren gerade aktiv sind. So konnten sie sich ein realistisches Bild von der Wohnumgebung und den darin eingesetzten Technologien machen, ohne selbst vor Ort sein zu müssen. Im Gespräch ging es dabei auch darum, wie moderne Technologien dazu beitragen können, Pflege und Abläufe im Alltag zu erleichtern und gleichzeitig die Selbständigkeit und Lebensqualität hilfebedürftiger Menschen zu fördern.

Für uns war der Pflegefachtag eine tolle Gelegenheit, unser Projekt vorzustellen mit Pflegefachkräften ins Gespräch zu kommen und gleichzeitig neue Einblicke in die Praxis zu gewinnen.

 

Pflegefachschülerinnen und -schüler besuchen Smart Co-Care Apartment der HTW Dresden

Wie können digitale Assistenzsysteme Pflegekräfte entlasten und Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen? Antworten darauf erhielten die angehenden Pflegefachkräfte der Pflegefachschule Leipzig bei ihrem Besuch im Smart Co-Care Apartment der HTW Dresden. Nach einer theoretischen Einführung zu Ambient Assisted Living im Unterricht konnten sie innovative Technologien direkt vor Ort erproben und deren Potenziale für die Pflegepraxis und das Wohnen im Alter entdecken.

Assistenzsysteme im Alltag erleben

Bei einer Führung durch das Living Lab wurden verschiedene Technologien vorgestellt, die Menschen im Alltag unterstützen können. Dazu zählen unter anderem vielfältige Möglichkeiten der barrierefreien Wohnraumgestaltung, intelligente Lichtsteuerungen mit automatischer Nachtbeleuchtung und individuell anpassbaren Lichtszenen, Sensorsysteme zur Sturzerkennung sowie zur Erfassung von Schlaf- und Wachrhythmen mittels sensorgestützem Bett. Anhand eines digitalen Bilderrahmens wurde außerdem gezeigt, wie persönliche Erinnerungen, Fotos und Nachrichten in den Alltag integriert werden können. Außerdem wurde der Roboter temi präsentiert, dessen Einsatzmöglichkeiten künftig auch in der Therapie von Demenz liegen sollen.

Einblicke in Forschung und Zukunft der Pflege

Neben diesen Anwendungen erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in aktuelle Forschungs- und Entwicklungsarbeiten der HTW Dresden. Vorgestellt wurde unter anderem HILDE, ein haptisches Interface für lebendige digitale Erfahrungen, das die Kommunikation über Distanz um den Tastsinn erweitert und so neue Formen des sozialen Austauschs ermöglicht. Besonderes Interesse weckte zudem eine Augmented-Reality-Anwendung für Pflegekräfte, die anschauliche Visualisierungen von Sensordaten der Wohnung bietet und damit eine intuitive Interpretation der Informationen im Pflegealltag unterstützt.

Der Austausch verdeutlichte, wie digitale Assistenzsysteme Pflegekräfte entlasten und gleichzeitig die Selbstständigkeit von Menschen mit Unterstützungsbedarf fördern können. Zugleich erhielten die Forschenden wertvolle Einblicke in die Perspektive angehender Pflegefachkräfte und wichtige Impulse für die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der vorgestellten Technologien. Das Smart Co-Care Apartment bietet hierfür eine praxisnahe Umgebung, in der aktuelle Forschungs- und Entwicklungsergebnisse erlebbar gemacht werden und unterschiedliche Zielgruppen Einblicke in die Möglichkeiten zukunftsfähiger Wohn- und Pflegekonzepte erhalten.