Passives Akustisches Monitoring (PAM) Dresdner Heide
Die Dresdner Heide
Die Dresdner Heide ist ein ca. 52 km2 großes Waldgebiet nördlich der Elbe auf der Kante des Lausitzer Granitsockels, an den im Südosten Heidesandterrassen angelagert sind. Der Wald ist an drei Seiten von bebauten Dresdner Stadtteilen umgeben, reicht im Süden bis an die Schlösser der Elbtalhänge und nimmt ca. 21 % des Stadtgebietes ein. Im Osten grenzt Radeberg mit seinen Gemeinden an. Die Dresdner Heide ist ein für die Großstadt wichtiges Naherholungsgebiet. Sie liegt in Höhenlagen zwischen 120 m NN in Elbnähe und 281 m NN auf der höchsten Erhebung, dem Dachsenberg. Der Wald ist von zahlreichen kleinen Fließgewässern durchzogen, in deren Verlauf z. T. Tümpel und kleine Teiche eingestreut sind. Im Vergleich zu den Fichtenforsten im Gebirgsvorland bei Dresden und im unteren Osterzgebirge handelt es sich hier um einen von Kiefern und Fichten dominierten Mischwald mit etwa 20 % Laubwaldanteil und vielen Lichtungen. Unter den Nadelgehölzen dominiert die Kiefer. Seit den 1990er Jahren erfolgt ein systematischer Waldumbau vor allem durch Förderung des natürlichen Aufwuchses und Aufforstungen mit regional typischen Laub- und Nadelbäumen (Fabian & Schimkat 2009).
Langzeitmonitoring Kleineulen
In der Dresdner Heide findet nahezu alljährlich zur Herbstbalz und zur Frühjahrsbalz ein flächenhaft angelegtes Passives Akustisches Monitoring von Sperlingskauz und Raufußkauz statt. Dazu werden zahlreiche Abschlussarbeiten durchgeführt. Nähere Informationen findet man HIER.
Bühlauer Waldgärten - Dauermonitoring
Die Kleingartenanlage „Bühlauer Waldgärten“ liegt am südlichen Rand der Dresdner Heide umgeben von Mischwald. Sie entstand 1946 aus einem ehemaligen Golfplatz durch den Bedarf an Grundnahrungsmitteln für die Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg. Heute sind die Bühlauer Waldgärten eine typische Kleingartenanlage mit mehr als 350 Gärten. Man findet hier dementsprechend ein Mosaik aus Obst-, Gemüse-, Gewürz- und Heilkräuteranlagen, aber auch immer wieder Waldinseln mit Laub- und Nadelbäumen. DIe Anlage dient zudem der Erholung und Freizeitgestaltung. Dazu gehört auch eine Vielzahl an Ziergärten mit Blumen und Rasenflächen sowie Gartenlauben, Gewächshäusern oder Gartenteichen. Angestrebt wird eine ökologische Gartenbewirtschaftung, daher sind ökologisch dem Standort angepasste Wahl der Kulturpflanzen, der Kulturfolge und der Bodenpflege verbreitet. Verboten sind hier schwermetallhaltige und chemische Pflanzenschutzmittel.
Ornithologische Dauermonitoring-Station
Seit 2020 ist hier eine ornithologische Dauermonitoring-Station installiert, die auf einem BirdNET-Pi basiert. Es wird ein Audiostream nonstop (24/7) mit dem BirdNET-Klassifizierer (KI) auf erkennbare Vogelstimmen untersucht und diejenigen Audio-Schnippsel gespeichert, in denen die KI eine Art detektiert. Die KI löscht außerdem Aufnahmen, in denen menschliche Sprache gefunden wird. Die verbleibenden Audioschnippsel werden dann im Nachgang audiovisuell überprüft.
Seit 2020 konnten mithilfe dieser Station die erstaunliche Anzahl von 101 Vogelarten sicher und durch Aufnahmen belegt nachgewiesen werden. Davon sind mutmaßlich 54 Arten Brutvögel in den Bühlauer Waldgärten und der näheren Umgebung der Dresdner Heide. Schwarzspecht, Sperlingskauz, Wendehals, Gartenrotschwanz, Pirol und Weidenmeise sind Beispiele für bemerkenswerte Brutvogelarten der Bühlauer Waldgärten oder ihrer Umgebung.
Nächtliche Migration (NocMig) wird hier auch dokumentiert, dabei wurden solche bemerkenswerten Arten wie z.B. Tüpfelsumpfhuhn, Rohrdommel, Nachtreiher, Wachtel, Waldwasserläufer, Zwergtaucher oder Wasserralle sicher nachgewiesen.
Auch Wintergäste wie Bergfink, Seidenschwanz, Birkenzeisig, Rotdrossel oder Erlenzeisig sind regelmäßig zu vernehmen.
Sehr seltene Nachweise zur Zugzeit betreffen z.B. Sumpfrohrsänger, Waldschnepfe, Wiedehopf, Wespenbussard, Ziegenmelker oder Gelbspötter.
Diese Nachweise belegen eindrucksvoll das große Potenzial von langfristig angelegtem Passiven Akustischen Monitoring.
Kontakt
Prof. Dr. rer. nat. Frank Dziock
Studiendekan Umweltmonitoring (B.Sc.) & Landschaftsentwicklung (M.Sc.)
- PW 102
- +49 351 462 3830
