• Doppelte Bodennutzung: Wie Solarmodule gegen Austrocknung schützen

    07.07.2021
    Forschung Pressestelle Transfer

    Seit 2017 beschäftigt sich die Professorin für Environmental Engineering mit dem Thema Agri-Photovoltaik (Agri-PV). Dies ist ein Verfahren, das Flächen gleichzeitig für die landwirtschaftliche Pflanzenproduktion (Photosynthese) und die PV-Stromproduktion (Photovoltaik) nutzt. Da immer mehr Solarstrom erzeugt wird, entstehen sowohl größere PV-Anlagen also auch immer zahlreichere kleineren Agri-PV Anlagen. „Untersuchungen zu den Auswirkungen dieser Anlagen auf die Umwelt und insbesondere den Bodenwasserhaushalt gibt es bisher allerdings nur wenige.“, erläutert Prof. Feistel. Gemeinsam mit dem Landesamt für Umwelt und Geologie untersucht die Forschungsgruppe, inwiefern die Reihen von Solarmodulen zu einer Umverteilung des Niederschlages und zu einer Verschattung des Bodens führen. Dafür wurde auf einer mit Raps bestellten landwirtschaftlichen Fläche nahe der Ortschaft Brandis die Verdunstung mit und ohne Solarmodul bestimmt. „Die Ergebnisse zeigen, dass es durch die Beschattung zu geringeren Verdunstungswerten kommt. Das liegt daran, dass unter den Solarmodulen die Temperaturen im Vergleich zur unbeschatteten Fläche niedriger sind. Dies bedeutet für die landwirtschaftliche Nutzung, dass den Pflanzen mehr Wasser zur Verfügung steht und demzufolge weniger bewässert werden muss. Da zukünftig immer mehr Gebiete auch in Deutschland von langanhaltenden Trockenperioden wie 2018 und 2019 beeinträchtigt werden, sind diese Erkenntnisse von großer Relevanz für die Landwirtschaft.“, führt die Professorin aus. Vor diesem Hintergrund plant Sachsen derzeit eine Pilotanlage, die die praktische Umsetzung des Konzeptes unter den regionalen Klima- und Landbaubedingungen prüfen soll. Ihre aktuellen Forschungsergebnisse stellten die Wissenschaftler im Juni auf der AgriVoltaics2021 vor. Die Tagung versammelt Wissenschaftler und Praktikerinnen aus aller Welt, die sich derzeit mit dem Thema der doppelten Landnutzung für Energie- und Landwirtschaft beschäftigen.

    Lysimeterstation in Brandis
    HTW Dresden/Ulrikel Feistel
  • Nächste Führung in der Modellfabrik - wieder vor Ort!

    07.07.2021
    Industrie 4.0 Modellfabrik

    Unter Einhaltung der aktuellen Hygienegrundsätze der HTW Dresden können wir am 22.7.21 um 9 Uhr endlich wieder Interessierte in unserer Testumgebung , dem Industrial IoT Test Bed, begrüßen. Neben der Präsentation der aktuellen Forschungsschwerpunkte erwartet die Teilnehmenden ein Einblick in die soft- und hardwaretechnischen Kernkomponenten der Lernfabrik sowie neuste Ergebnisse aus aktuellen Forschungsprojekten rund um das Thema Industrie 4.0. Die Plätze für die kostenfreie Führung sind begrenzt! Jetzt schnell noch anmelden . Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch mit Ihnen vor Ort!

    Pia Bielitz erklärt einem Teilnehmer die Besonderheiten des Tunnelofens
  • Dr. Cornelius Sandhu erhält das Zertifikat HAW-PostdocPLUS

    05.07.2021
    Forschung

    Cornelius Sandhu von der Fakultät Bauingenieurwesen hat als Erster von aktuell fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Postdoc-Programm der HTW Dresden erfolgreich abgeschlossen. Im Juni wurde ihm von Professor Gunther Göbel, Prorektor Forschung und Entwicklung, das Zertifikat „HAW-Postdoc PLUS “ übergeben. Ziel des HTW-Postdoc Programmes ist es, hoch talentierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit abgeschlossener Promotion für Forschung und Lehre zu gewinnen und so für eine Professur oder wissenschaftliche Dauerstelle an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) zu qualifizieren. Die HTW-Postdocs durchlaufen innerhalb von fünf Jahren zwei Qualifizierungsphasen. Dabei werden die Konzeption und Umsetzung eigenständiger Lehrveranstaltungen und die Betreuung von studentischen Abschlussarbeiten ebenso gefordert wie der Besuch hochschuldidaktischer Weiterbildungen. Darüber hinaus fließen die Einwerbung von Drittmitteln, die Veröffentlichung von Publikationen sowie die Co-Betreuung eines Promotionsverfahrens in die Bewertung. Auch die Einbringung in die Gremienarbeit der Hochschule wird gewürdigt. Dr.-Ing. Cornelius Sandhu hatte im Mai sowohl vor der Senatskommission Forschung als auch vor den Dekanen sowie dem gesamten Rektorat seinen finalen Arbeitsstand präsentiert. Seine Leistungen im Programm wurden durch die Gremien mit „hervorragend“ bewertet. Professor Thomas Grischek, der ihn über die gesamte Programm-Laufzeit fachlich und persönlich als Mentor unterstütze, lobt Herrn Sandhus Engagement. „Es ist für das Lehrgebiet sehr wertvoll, über einen langen Zeitraum von fünf Jahren zusammenzuarbeiten zu können. Ohne Herrn Sandhu wäre der Ausbau unserer Forschungskooperation mit Indien und des Netzwerks Uferfiltration so nicht möglich gewesen.“ Herr Sandhu ist die Schlüsselfigur für das Kompetenzzentrum für Uferfiltration und nachhaltiges Wassermanagement in Indien. Das bietet hervorragende Voraussetzungen, um sowohl in der Lehre des Bereichs Wasserwesen als auch im internationalen Studiengang Environmental Engineering aktiv zu werden. Er förderte Kooperationen mit Partnern, insbesondere Ägypten, Indien und Bhutan, indem er zahlreiche Workshops und Tagungen mit mehreren beteiligten Nationen organisierte. Trinkwasser für 160.000 Menschen Herausragend sind seine Leistungen im Bereich der Forschung. Durch Sandhus Mitwirken konnte die HTW Dresden den Neubau von insgesamt 12 Uferfiltrationsbrunnen an sechs überwiegend urbanen Standorten in Uttarakhand (Nordindien) forschungsseitig unterstützen. Damit wurde die Wassergewinnung wesentlich gesteigert. Fast 160.000 Menschen wurden zusätzlich mit Trinkwasser versorgt. Die erfolgreiche Indisch-Deutsche-Zusammenarbeit im Bereich Wasserwirtschaft wird auch zukünftig im Forschungsprojekt „ Kompetenzzentrum Uferfiltration Dresden (CCRBF) “ weitergeführt. Über die vergangenen fünf Jahre als Postdoc sagt der Ingenieur: „Die Zeit im Postdoc-Programm war durch die Vielfältigkeit an Themen sehr herausfordernd. Dennoch würde ich es definitiv weiterempfehlen, denn das Programm bietet eine einmalige Möglichkeit sich auf eine akademische Karriere vorzubereiten sowie neue Forschungsthemen zu erschließen. Man hat viel Freiheit, um verschiedene didaktische Methoden in der Lehre auszuprobieren und sein Forschungswissen in eben diese einzubringen.“ Über das Postdoc-Programm Das Postdoc-Programm wurde 2015 auf Initiative des damaligen Prorektors Forschung, Prof. Knut Schmidtke, ins Leben gerufen, um den akademischen Mittelbau zu stärken. Sein Nachfolger, Professor Gunther Göbel freut sich über das Engagement, das von den Programm-Teilnehmern ausgeht. „Es ist schön zu sehen, welch vielfältiges Gesamtprogramm über die Zeit entstanden ist. Damit können wir unseren besonders qualifizierten jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gute Startvoraussetzungen bieten, um zukünftig als Professorinnen und Professoren an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften Fuß zu fassen.“

    Gunther Göbel, Cornelius Sandhu und Thomas Grischek
    HTW Dresden / Peter Sebb
  • Von ungelösten Rätseln der Mathematik, Gartenbau der Zukunft, Jagd nach Mikroplastik und vernetzten Robotern

    02.07.2021
    Pressestelle

    Unter dem diesjährigen Motto "Jetzt dämmerts!" zeigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am 9. Juli 2021 von 17.00 bis 24.00 Uhr wieder Spannendes aus ihrer Forschung. Es werden Live-Vorträge, Vorführungen, Experimentalvorlesungen und Laborrundgänge präsentiert. 20 Programmpunkte laden zum Zuhören, Miträtseln, Anschauen und Mitdenken ein. Programm-Highlights Gartenbau 4.0 – Informationen bei der Produktion im Gartenbau von Obst, Gemüse oder Zierpflanzen werden immer stärker miteinander vernetzt. Es wird zukünftig Feldroboter, Ernteroboter und selbstfahrende Systeme in der Landwirtschaft geben. Dazu werden neue Sensoren benötigt, welche die notwendigen Daten erfassen und weiterverarbeiten. In einem aktuellen Projekt an der Fakultät Landbau/Umwelt/Chemie wird mit neuen Sensoren und Drohnen geforscht, die über die Pflanzen fliegen und Daten erfassen. Im Anschluss werden die Bilder und Daten ausgewertet. Das ermöglicht z.B. gezieltes und effizienteres Düngen Dr. Fritz-Gerald Schröder von der Professur Gemüseanbau stellt das Projekt vor. Mit dem Forschungsschiff auf Elbexpedition – Chemieingenieure auf der Jagd nach Mikroplastik – Die Nachwuchsforschungsgruppe Mikroplastik stellt ihre Arbeit vor. Die Forscher waren im vergangenen Jahr mit dem Forschungsschiff Aldebaran der Meeresstiftung unterwegs und haben während der Elbe-Expedition auf der gesamten Strecke Proben zur Analyse von Mikroplastik vom Elbgrund genommen. Ihre Ergebnisse stellen sie nun vor. Derzeit sind übriges wieder zwei der Wissenschaftler auf der Aldebaran. Dieses Mal entnehmen sie Proben entlang des Elbufers. Ready 4 Smart Solutions - Einblicke in vernetzte Fertigungssysteme – Die Industrie 4.0-Modellfabrik zeigt in Live-Vorführungen, wie kollaborative Robotik und Augumented Reality in der industriellen Produktion zum Einsatz kommen. Außerdem wird der Frage nachgegangen, wie ein zeitgemäßer Informatikunterricht an Schulen aussehen kann, um Begeisterung für Technik zu wecken. Es gibt eine Gesprächsrunde mit Schülerinnen und Schülern, Studierenden, Eltern und Lehrern. Einige Schüler stellen eigene Programmierprojekte vor, die sie in den letzten Monaten im Rahmen des virtuellen KISS-MINT-Live entwickelt haben. Faszination Nutzfahrzeuge – Einen Klassiker der analogen LNDW haben die Nutzfahrzeugtechniker in diesem Jahr ins Virtuelle geholt: Das sehr beliebte LKW-Ziehen kann am Bildschirm live verfolgt werden. Studierende der Nutzfahrzeugtechnik zeigen, wie viel Kraft bzw. wie viele Personen nötig sind, um eine große Sattelzugmaschine über unterschiedlich hohe Holzschwellen zu ziehen. Im Anschluss gibt es einen kleinen virtuellen Rundgang durch das Nutzfahrzeuglabor. Ungelöste Probleme der Mathematik – Was machen eigentlich Mathematiker*innen? Mathematikprofessorin Elena Klimova zeigt in ihrem Vortrag, an welchen mathematischen Problemen in der Vergangenheit und heute gearbeitet wird. Sie erzählt spannende Geschichten über ungelöste Probleme der Mathematik – von der Quadratur des Kreises über das berühmte Fermat-Problem bis hin zum russischen Mathematiker Perelmann, der das ausgelobte Preisgeld von einer Million Dollar für seine Lösung eines der Millennium-Probleme abgelehnt hat. Außerdem kennt die Professorin einige mathematische Simpsons-Witze... Versuchsvorführung einer Messmethode zur Fahrzeugparksensorik – Wie Ultraschallsensoren in der Fahrzeugtechnik funktionieren, erläutern zwei Studenten anhand ihrer Diplomarbeit. Sie stellen einen Fahrroboter vor und zeigen, wie sich die Einparkfunktion automatisiert prüfen lässt. Interessant für alle Technikbegeisterten ab 14 Jahren und alle, die an einem Studium der Fahrzeugtechnik interessiert sind. Das gesamte Programm der HTW Dresden findet sich unter www.htw-dresden.de/lndw

    Visual Lange Nacht der Wissenschaften
  • Studierende der Fakultät LUC schnuppern ins Unternehmertum

    02.07.2021
    Gründung Landbau / Umwelt / Chemie

    Auch das Startup NamNamNatura gehört zu dieser Gruppe. Die beiden Gründer Markus Stopfer und Daniel Wetzler haben an der HTW Dresden Gartenbau und Landschaftsentwicklung studiert und danach mit Unterstützung der Gründungsschmiede ihr eigenes Unternehmen für regenerative Landwirtschaft aufgebaut. Doch was braucht es, um den Schritt in die Selbständigkeit zu gehen? Welche Skills benötigt ein erfolgreicher Unternehmer? Und welche Kompetenzen können angehende Absolvent:innen bereits im Studium erwerben? Dieser Frage gingen Studierende im Fach Gartenbau an der Fakultät Landbau, Umwelt und Chemie (LUC) kürzlich näher auf den Grund. In einem Workshop sensibilisierte Heinrich Leuschner, Startup-Coach an der Gründungsschmiede, für die Themen Existenzgründung und Unternehmerisches Denken und Handeln. Ganz konkret stand dabei die Entwicklung eines Gründungskonzeptes einschließlich Finanzplanung auf dem Programm. „Wenn ich Gründungsinteressierte berate, fragen sie mich häufig zuerst, ob man von einer Selbständigkeit überhaupt leben kann“, sagt Heinrich Leuschner. “Also ermittelten wir im Workshop anhand einer individuellen Stundensatzkalkulation erst einmal, wieviel jeder entsprechend seiner Bedürfnisse verdienen müsste, beziehungsweise wieviel ein Angestellter pro Stunde verdienen müsste, damit sich seine Einstellung für den Arbeitgeber lohnt. Denn um die Rentabilität eines Vorhabens zu ermitteln, ist die zugrundeliegende Betriebswirtschaft die gleiche.“ Entrepreneurial Skills gewinnen an Bedeutung Kompetenzen wie unternehmerische Verantwortung, visionäres Denken und Innovationsgeist gewinnen in der Arbeitswelt heute zunehmend an Bedeutung. Sie sind nicht mehr länger nur für Existenzgründer:innen relevant, sondern auch für auch für Angestellte in Unternehmen und somit auch für Studierende. In diesem Zusammenhang auch als Intra-preneurial Skills bezeichnet, müssen diese Skills heute verstärkt in die Lehre integriert werden. „Für genaue diese Kompetenzen möchte die Gründungsschmiede sensibilisieren“, sagt Heinrich Leuschner. „Denn dann stehen Absolvent:innen beim Schritt ins Arbeitslebens alle Türen offen, egal ob als Führungskraft oder in einem eigenen Unternehmen.” Prof. Dr. Hardeweg von der Fakultät LUC sagt rückblickend: „Der Workshop regt an, sich näher mit der Frage einer Existenzgründung zu beschäftigen - mehr noch, als dies die methodenorientiert konzipierten Module im Curriculum leisten können. Kompetent und ungezwungen lieferte Heinrich Leuschner hierzu wichtige Hinweise für das weitere Vorgehen.“ Für das kommende Wintersemester möchte Prof. Hardeweg den Workshop wieder mit in seine Lehre integrieren. Dann für ein gemeinsames Modul der Bachelorstudiengänge Agrarwirtschaft und Gartenbau. „Damit noch mehr Student:innen diesen Impuls für unternehmerisches Denken und Handeln mitnehmen“, sagt er. Gründungswissen auch in fachübergreifenden Vorlesungen Studierende der HTW Dresden können ihre betriebswirtschaftlichen Kenntnisse auch im Seminar Einführung in die gründungsorientierte BWL vertiefen. Diese fachübergreifende Vorlesungsreihe findet regelmäßig im Sommer- und im Wintersemester statt. Mehr Informationen zum Thema regenerative Landwirtschaft und zum Startup NamNamNatura hier .

    Studentin bei der Ernte
  • "Handeln im Dienste der Umwelt": Das Startup klareau

    01.07.2021
    Gründung

    Pro Jahr werden in Deutschland rund 9,4 Milliarden Kubikmeter Abwasser aus Privathaushalten, Industrie, Landwirtschaft und Gewerbe in Kläranlagen behandelt. Innovative Technologien können hierbei einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz und Ressourcenschonung leisten. André Spindler, Hilke Zündorf, Alexander Walther und Sebastian Habel vom Team klareau haben sich genau das zum Ziel gesetzt. Mit ihrer spezialisierten Messetechnik wollen sie Kläranlagen optimieren und deren Energieverbrauch verbessern. Nach zwei Jahren in HTW Gründungsschmiede und der Gründung im April 2021 geht das Team nun den nächsten Schritt. Im Interview erzählen die Gründer, wie sie den Weg von der Idee zur Gründung gemeistert haben und wer sie dabei unterstützt hat. 1. Worum geht es bei Ihrer Geschäftsidee? Wir entwickeln Messtechnik, mit der wir verschiedene Leistungskenngrößen von Kläranlagen erfassen. Dazu gehört die Messung der Effizienz des Sauerstoffeintrags oder die Bestimmung des Absetzverhaltens des Belebtschlammes im Nachklärbecken. Diese Messungen bieten wir als Dienstleistung an. Ziel der Untersuchungen ist es, den Reinigungsprozess der Anlagen zu optimieren bzw. den Energieverbrauch zu reduzieren. Kläranlagen gehören zu den größten kommunalen Energieverbrauchern. Vor allem die Belüftung benötigt sehr viel Strom, damit die zahlreichen Mikroorganismen des Belebtschlammes das Abwasser optimal reinigen. Mit sehr spezifisch (weiter-) entwickelter Technik zur Messung des Sauerstoffeintrags erfassen wir die Leistungsfähigkeit der Belüftungseinrichtungen und decken Optimierungspotenzial auf. 2. Wie entstand die Idee und wann kam die Entscheidung, sie auch umzusetzen? Die Idee, spezielle Messtechnik für Kläranlagen zu entwickeln, ist langsam gereift und gründet auf Wissen und Erfahrungen, die André Spindler, Initiator des Gründungsvorhabens, erst im Studium der Wasserwirtschaft, später am Institut für Wassergüte der TU Wien und bei einem innovativen Unternehmen der Wasserwirtschaft gesammelt hat. Vor allem die praktische Arbeit hat gezeigt, dass beim Schlammmanagement und der Belüftungseffizienz nach wie vor Innovationsbedarf besteht. Entscheidend für den Schritt in die Selbständigkeit war, dass unsere Idee genügend Marktpotenzial hat. Aber auch der Wunsch, die eigenen Vorstellungen von Arbeitskultur umsetzen zu können, hat uns angetrieben. Die erste Bewilligung von Fördermitteln war eine wichtige Stütze, um mit unserem Gründungsprojekt durchstarten zu können. Hier hat uns die Gründungsschmiede der HTW bei der Bewerbung um das EXIST Gründerstipendium unterstützt. Verschiedene Mentor:innen vor Ort in der Schmiede und aus dem dresdenIexists Verbund haben uns durch den Gründungsprozess gecoacht. 3. Was waren die drei größten Herausforderungen auf dem Weg in die Selbständigkeit und wie haben Sie diese bewältigt? 1. Ein gutes Team aufstellen: In unserem technischen Fach brauchen wir neben Know-How in den Bereichen Softwareentwicklung, Konstruktion und Automatisierung natürlich abwasserspezifisches Fachwissen und kaufmännische Erfahrung. Die vier Gründer:innen decken diese Bereiche mit ihren sehr unterschiedlichen Lebensläufen perfekt ab. Zum klareau-Team gehören André Spindler (Dr. Dipl.-Ing.), Hilke Zündorf (Diplom-Hydrologin), Alexander Walther (Masterstudent der Informatik) und Betriebswirt Sebastian Habel. 2. Vielfältige Aufgaben parallel bewältigen: Aktuell steht die Abnahme unserer neuen Website an, der erste Monatsabschluss mit dem Steuerberater muss vorbereitet werden und das neue Büro ist vorzurichten. Die zur Messtechnik gehörige Hardware muss montiert und getestet werden, es werden Angebote geschrieben und die Auftragsabwicklung vorbereitet und wir entwickeln Software für die Messungen und gleichzeitig auch unser Projektmanagement weiter. 3. Marktpotenzial erfassen: Es war nicht so leicht einzuschätzen, ob der Markt für unsere Dienstleistung ausreichend groß ist. Jetzt haben wir aber ein gutes Gefühl. Unsere Akquisemaßnahmen finden guten Anklang und wir hoffen, dass wir bald bekannt genug sind, um gesucht zu werden anstatt zu suchen :-) 4. Was macht Sie besonders stolz? Uns ist wichtig, im Dienste der Umwelt zu handeln. Wir haben eine Lösung im Bereich der Abwasserwirtschaft entwickelt, mit der wir die Verbindung von menschlicher Infrastruktur und unserer natürlichen Umwelt besser schützen. Wir verstehen uns in erster Linie als Umweltdienstleister. 5. Welche Unterstützung hat Ihnen in der Gründungsphase geholfen? Wir nutzen die Infrastruktur der Gründungsschmiede der HTW Dresden samt Labor zur Entwicklung der technischen Geräte. Die verschiedenen Werkstätten an der Hochschule haben uns bei der Konstruktion von Versuchsanlagen und Prototypen unterstützt. Manche Dinge lassen sich einfach nicht ohne Spezialwerkzeug und entsprechende Erfahrung bauen. Außerdem haben wir uns von Anfang an erfahrene Mentoren gesucht, die unsere Arbeit in den verschiedenen Bereichen (Softwareentwicklung, Kontakte in die Branche etc.) begleiten. Erfahrene Berater von dresdenIexists haben unseren Gründungsprozess begleitet und uns zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten beraten. 6. Sie haben sich erfolgreich um das Technologiegründerstipendium beworben. Was mussten Sie dafür tun? Und was beutet diese Förderung für Sie? Grundlage der Förderung war ein belastbarer Businessplan. Bei uns ist dieser im Jahr der EXIST-Förderung entstanden, was definitiv ein Vorteil war. Kontakte in die Branche und LOIs (Letter of Intent) potentieller Kunden waren ebenfalls hilfreich. Durch das Stipendium, das jedes Teammitglied nun ein Jahr lang bezieht, sind wir in der heutigen Anfangsphase unseres Unternehmens nicht sofort auf Einnahmen angewiesen und benötigen keine Investoren. Das Geld, das klareau in diesem Jahr erwirtschaftet, bildet die Basis für seine dauerhafte Existenz. So können wir auch mal drei Monate ohne Auftrag überbrücken, was im Winter durchaus vorkommen kann. 7. Welche Faktoren sind aus Ihrer Sicht für den Erfolg einer Existenzgründung wichtig? Man muss eine klare Vorstellung davon haben, wo man hinwill und den Erfolg visualisieren können. Dann hat das Ganze eine Chance. Dazu kommt natürlich auch das Handwerkszeugs wie ein Business Plan, der wichtige Fragen beantwortet wie ‚Was brauchen wir?‘ und ‚Wie ist unser Fahrplan?‘. Und dann braucht man natürlich auch Zeit und die nötigen finanziellen Mittel. 8. Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in fünf Jahren? In fünf Jahren soll der Name klareau als Synonym für Sauerstoffeintragsmessungen und andere spezifische Messungen auf Kläranlagen stehen. Wir möchten den technischen Standard für die Qualität bei der Durchführung dieser Messungen definieren. 9. Wie sieht ein typischer Tagesablauf aus? Das lässt sich für alle vier im Team schlecht verallgemeinern. Wir haben recht klar definierte Aufgabenfelder, so dass hier jeder seinen Part übernimmt. Im Moment gibt der Countdown zum ersten Auftrag den Takt vor, denn der ist gleich mal in Serbien. André und Hilke sind für die Endmontage der Messausrüstung verantwortlich und klären die Zollangelegenheiten. Alexander führt die Abschlusstests mit der Ausrüstung und der zugehörigen Software durch und Sebastian kümmert sich um das Controlling und die Finanzplanung.

    Foto vom Team klareau
  • Fotowettbewerb zum Düngekalk-Einsatz

    30.06.2021
    Landbau / Umwelt / Chemie

    Die Düngekalk-Hauptgemeinschaft (DHG) im Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e.V. veranstaltet vom 01.07.2021 bis zum 30.09.2021 einen Fotowettbewerb und sucht die schönsten Fotos/Videos zum Thema „Düngekalk-Einsatz in der Land- und Forstwirtschaft“. Dieser Fotowettbewerb soll dazu beitragen, die Kalkdüngung in der Landwirtschaft, im Obst- und Gemüseanbau sowie im Garten oder Wald bewusster wahrzunehmen und eindrucksvolle, spezielle Momente in Bildern oder Kurzfilmen festzuhalten. Die Motive können frei gewählt werden und aus den vorgenannten Bereichen stammen, soweit sie mit dem Thema in Verbindung stehen. Die Gewinner-Fotos werden auf der DHG-Website www.naturkalk.de veröffentlicht. Düngekalk wird in der Landwirtschaft, im Garten, im Obst-, Gemüse- und Weinbau schon seit langer Zeit eingesetzt, um damit – bei Bedarf – den pH-Wert und die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Auch sehr stark versauerte Waldböden werden in Deutschland seit etwa 40 Jahren gekalkt, um die Vitalität der Bäume zu verbessern. Die besten Bilder/Videos werden mit Preisen honoriert: In der Kategorie Foto gibt es folgende Preise zu gewinnen: – der 1. Platz erhält 1.500,- € – der 2. Platz erhält 1.000,- € – der 3. Platz erhält 500,- € In der Kategorie Video gibt es folgende Preise zu gewinnen: – der 1. Platz erhält 1.000,- € – der 2. Platz erhält 500,- € – der 3. Platz erhält 300,- € Teilnahme Fotos und/oder Kurzfilme (max. 3 Minuten) können unter folgendem Link eingesendet bzw. gespeichert werden: https://kalkduenger.hc-apps.de/ Einzelheiten zu den Teilnahmebedingungen sind am unteren Rand der Website verlinkt. Die DHG wünscht allen Teilnehmern viel Vergnügen beim Fotografieren und viel Erfolg bei der Teilnahme am Fotowettbewerb.

    Traktor beim Kalken
    DHG
  • NEUE SPORTKURSE SIND ONLINE

    28.06.2021
    Hochschulsport

    Die Kurse werden ab dem 22.6. auf der DHSZ-Seite unter " Aktuelle Sportangebote " fortlaufend veröffentlicht und können ab dem 29.6.2021 gebucht werden.

    Sportartenfrafik
  • Global und digital - Mehr als 60 Teilnehmer aus 20 Ländern auf unserem Workshop

    28.06.2021
    Geoinformation

    Unter der Leitung von Prof. Clemen und unseren Masterabsolventen Marcus Schröder und Markus Schnarr führte die HTW Dresden zusammen mit dem DVW (Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement) und der FIG (International Federation of Surveyors) einen internationalen Workshop „Surveying and BIM Classroom“ durch. Die halbtägige, digitale Veranstaltung auf der FIG eWorking Week zum Thema „Building Information Modeling“ startete mit Prof. Clemens Vorlesung „Basics on BIM and Surveying“, danach referierte Prof. Mohsen Kalantari (Melbourne School of Engineering, Australien) über die automatische 3D-Modellierung von Wohngebäuden für das 3D-Kataster. Miika Kostamo und Petteri Palviainen (Metropolia Helsinki, Finnland) zeigten wie die finnische Bauindustrie die modellbasierte (statt planbasierte) Bauausführung bei großen Infrastrukturprojekten mit offenen Standards realisiert. Olorunfemi Emmanuel (quantity surveyor, Abuja, Nigeria) berichtete von der Durchdringung digitaler Methoden in der afrikanischen Bauwirtschaft, wie Sie zum Beispiel im „African BIM report 2020“ empirische untersucht wurde. Dann stellte Francesca Noardo (TU Delft, Niederlande) aktuelle Forschungsprojekte vor. Die TU Delft ist die international führende Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Interoperabilität zwischen Geographischen Informationssystemen (GIS) und Building Information Modelling (BIM). Marcus Schröder (ZAFT/Fakultät Geoinformation) zeigte zum Schluss die Open Source Software CityBIM. Mit diesem praktischen Autodesk Revit Plug-In können Vermessungs- und Geodaten in BIM Modelle integriert werden. Wer sich hierzu einen kleinen Überblick verschaffen will, kann sich diese Video anschauen. Wir freuen uns über die hohe Teilnehmerzahl aus Wirtschaft, Verwaltung und Lehre bei unserem Workshop. Aber richtig beeindruckend war, dass die Teilnehmer tatsächlich aus über zwanzig unterschiedlichen Ländern und vier Kontinenten live zugeschaltet waren und sich stark an den interaktiven Werkzeugen (Live Polls) und mit Diskussionsbeiträgen im Chat beteiligten. Dies zeigt die globale Relevanz der Digitalisierung und deren Bedeutung für die gebaute Umwelt. Alle Unterlagen zum Workshop sind unter https://fig.net/fig2021/technical_program.htm von der FIG veröffentlicht. Wir empfehlen natürlich den Artikel von Christian Clemen, Tim Kaiser, Enrico Romanschek und Marcus Schröder „ Site Plan for BIM? – A Free and Open Source Plug-In for As-Is Vicinity Models to be Used in Small and Medium-Sized BIM-Projects ” . Wegen der starken Nachfrage ist für nächstes Jahr wieder ein internationaler Workshop zum Thema „Vermessung und BIM“ geplant. Die FIG Working Week 2022 wird dann in Warschau (Polen) stattfinden. Prof. Dr.-Ing. Christian Clemen

    FIG-Workshop
  • Neue Honorarprofessur an der Fakultät Design

    25.06.2021
    Design Pressestelle

    Bereits seit vielen Jahren arbeiten die Arbeitsgruppe „Komplexe Strukturkomponenten“ des IPF und die Professur Produktdesign im Rahmen von Kooperationsprojekten mit Studierenden zusammen. So entstand in einer Semesterarbeit der Leichtbauhocker „L1“, der bereits in zahlreichen Ausstellungen zu sehen war, u. a. im Deutschen Museum München/Bonn, im Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg, im Deutschen Kunststoff Museum und auf der Wanderausstellung von Dresden-concept. Außerdem entwickelten Studierende ein CFK-Bauteil für einen Sportbogen „rec°16“, das mit dem Innovationspreis „JEC-Award“ und dem „Materialica-Student-Award“ ausgezeichnet wurde. Professor Spickenheuer hat an der TU Dresden und an der Nihon Universität in Japan Maschinenbau in der Vertiefung Luft- und Raumfahrttechnik studiert. Im Jahr 2014 wurde er an der TU Dresden mit dem Thema „Zur fertigungsgerechten Auslegung von Faser-Kunststoff-Verbundbauteilen für den extremen Leichtbau auf Basis des variabelaxialen Fadenablageverfahrens Tailored Fiber Placement“ zum Doktoringenieur promoviert. Mit diesem thematischen Schwerpunkt leitet er die Arbeitsgruppe für Komplexe Strukturkomponenten sowie darüber hinaus das Cluster Integrative Simulation am Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V. (IPF). Außerdem ist er geschäftsführender Gesellschafter der Complex Fiber Structures GmbH, die Ergebnisse der Forschung industriell verwertet. Seit 2017 hat Professor Spickenheuer einen Lehrauftrag an der HTW Dresden in den Modulen „Material und Verfahren“ und im Seminar „Struktur und Leichtbau“. Hier vermittelt er werkstoffliche Grundlagen sowie Kenntnisse zu Leichtbau und Bauteilsimulation/Strukturoptimierung. Lehre im Design An der Fakultät Design übernimmt Axel Spickenheuer ab dem Wintersemester 21/22 die Module „Technologie und Werkstoffe“ im Bachelorstudium sowie den methodischen Teil des neu eingerichteten Moduls „Design Studies“ im Masterstudiengang „Design: Product and Interaction“. Aktuell laufen zudem mehrere Projektanträge mit Einbindung der Fakultät Design, u. a. ein gemeinsamer Forschungsantrag zu Materialwissenschaft und Werkstofftechnologien (M-Era.net) sowie ein größeres Industrieprojektvorhaben. „Ich möchte den Produktdesignerinnen und -designern die ingenieurtechnischen Grundlagen vermitteln, damit sie sich leichter und souveräner mit Technikern verständigen und arbeiten können. Gleichzeitig ist das Kommunizieren und frühzeitige Einbinden von designmethodischen Ansätzen in technische Entwicklungsprozesse wichtig, bspw. bei der Entwicklung neuer Anlagentechnik und Leichtbauanwendungen.“, beschreibt der Ingenieur seinen Anspruch an die Lehre. Diesen intensiven Austausch fördert er, indem Studierende von Beginn an in Kooperations-/Forschungsprojekte eingebunden werden. Professor Spickenheuer kann auf rund zehn Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Designern und Ingenieuren zurückblicken. „Diese Erfahrungen möchte ich gern an die nächsten Generationen von Design-Studierenden weitergeben.“, so Spickenheuer.

    Prof. Katrin Salchert, Dr. Axel Spickenheuer

HTWD in den Medien

Medienspiegel HTW Dresden (intern)