Fakultät Landbau/Umwelt/Chemie

MONAMINT - Modern und nachhaltig ausbilden in MINT

MONAMINT Teaser

Motivation

Viele der großen Herausforderungen unserer Zeit – Klimawandel, Ressourcenknappheit oder eine nachhaltige Versorgung mit Energie, Nahrung und medizinischen Gütern – scheinen auf den ersten Blick weit entfernt von der chemischen Industrie. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Chemische Innovationen sind ein zentraler Bestandteil nahezu aller Lösungen. Ob es um nachhaltige Materialien, neue Energiesysteme oder moderne Verfahren in der Landwirtschaft und Medizin geht – ohne chemisches Know-how sind diese Fortschritte kaum denkbar.

Gerade wenn wir über nachhaltige Entwicklung sprechen, wird deutlich, wo Lösungen entstehen: an der Schnittstelle von naturwissenschaftlichem Verständnis und technischer Innovation. Genau hier setzt das Chemieingenieurwesen an. Sein Leitgedanke – Natur verstehen, Technik entwickeln, Klima und Umwelt schützen – beschreibt die Grundlage für zukunftsfähige Technologien. Fachkräfte aus Chemie-, Elektro- und Metallberufen bringen dieses Prinzip jeden Tag in die Praxis und machen Innovationen überhaupt erst anwendbar.

Gleichzeitig ist die öffentliche Wahrnehmung der chemischen Industrie oft von Themen wie Energieverbrauch, Emissionen oder Umweltbelastung geprägt. Diese Perspektive ist wichtig – greift jedoch zu kurz. Denn viele der Lösungen für Klimaschutz, Energiewende und Kreislaufwirtschaft entstehen genau dort, wo auch die Herausforderungen liegen: in der Chemie selbst.

Die Branche bewegt sich damit in einem Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und ihrer tatsächlichen Rolle als Innovationsmotor. Genau hier setzt unser Projekt an. Wir möchten sichtbar machen, welchen Beitrag die chemische Industrie bereits heute zur Lösung globaler Nachhaltigkeitsprobleme leistet – und welches Potenzial in ihr für die Zukunft steckt.

Chemie als Schlüsselindustrie

Projektaufbau

Im Rahmen der Förderrichtlinie “Nachhaltig im Beruf” wird diese Schlüsselrolle der chemischen Industrie weiter vorangetrieben.

Ziel des Projektes ist es, Nachhaltigkeit stärker in die berufliche Ausbildung zu integrieren. Es wird ein Weiterbildungsangebot entwickelt, wodurch ausbildendes Personal zu Multiplikatoren ausgebildet werden sollen. Ziel ist es, berufsbezogene Nachhaltigkeitskompetenzen an Auszubildende weiterzugeben.

Der Projektverbund besteht aus dem Ausbildungsverbund Olefinpartner Schkopau (AVO), Synthos Schkopau und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden. Der AVO stellt dabei die Projektleitung und wird als überbetriebliche Ausbildungsstätte aktiv in das Projekt mit eingebunden. Synthos als Unternehmen ist betrieblicher Ausbilder und bringt durch den polnischen Hauptsitz eine internationale Perspektive mit in das Projekt. Die HTW unterstützt durch ihre hochschulische Perspektive und die Expertise in der Erstellung von asynchronen Lehr- und Lernmaterialien.

Das Projekt MONAMINT ist für zwei Jahre ausgelegt. Es endet zum Juni 2026. 

Ergebnisse des Projektes

Im Rahmen unseres Projektes wird ein modulares und mehrsprachiges Weiterbildungsangebot entwickelt. Ziel ist es, eine flexible und praxisnahe Lernumgebung zu schaffen, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Teilnehmenden gerecht wird.

Das Angebot umfasst einen Online-Kurs, der grundlegende Inhalte vermittelt und den Teilnehmenden einen orts- und zeitunabhängigen Einstieg in das Thema ermöglicht. Ergänzend dazu werden Präsenzworkshops konzipiert, in denen die Inhalte vertieft und praktisch angewendet werden können.

Besonderer Wert wird auf die Mehrsprachigkeit gelegt: Das gesamte Weiterbildungsangebot soll in deutscher, englischer und polnischer Sprache zur Verfügung stehen. Dadurch wird eine breite Zielgruppe angesprochen und der Zugang zu den Inhalten deutlich erleichtert.

Ein zentrales Ergebnis des Projektes ist die Analyse des Nachhaltigkeitsverständnisses in Polen. Dabei wird deutlich, dass dieses Verständnis stark von den jeweiligen nationalen Gegebenheiten und Rahmenbedingungen geprägt ist.

Am Beispiel der Energiepolitik zeigt sich dies besonders anschaulich: Maßnahmen, die im internationalen Kontext als nachhaltig bewertet werden, können national unterschiedlich eingeordnet werden. In Polen wird etwa der Umstieg von Kohle auf Erdgas als wichtiger Zwischenschritt betrachtet, der perspektivisch durch den Einsatz von Atomenergie ergänzt werden soll. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass Nachhaltigkeitsstrategien stets im jeweiligen wirtschaftlichen, politischen und infrastrukturellen Kontext betrachtet werden müssen.

Ein weiteres wesentliches Ergebnis des Projektes ist die erfolgreiche Qualifizierung von ausbildendem Personal sowohl in einem überbetrieblichen als auch in einem betrieblichen Ausbildungsunternehmen.

Im Rahmen dieser Maßnahmen können praxisnahe Ansätze zur Weiterbildung von Ausbilderinnen und Ausbildern entwickelt und angewendet werden. Dabei steht insbesondere die Stärkung fachlicher, methodischer und pädagogischer Kompetenzen im Mittelpunkt.

Die Erprobung in unterschiedlichen Ausbildungskontexten ermöglicht es, die entwickelten Qualifizierungsangebote unter realen Bedingungen zu testen und zu optimieren. Die gewonnenen Erkenntnisse tragen dazu bei, die Qualität der beruflichen Ausbildung nachhaltig zu verbessern und die Übertragbarkeit der Ansätze auf weitere Einrichtungen zu gewährleisten.

Unser Transferworkshop 2026

Drei Wochen nach unserem Transferworkshop im Projekt MONAMINT (Modern und nachhaltig ausbilden in MINT) blicken wir auf eine rundum gelungene Veranstaltung zurück. Zusammen mit dem BiotroNiS-Projekt durften wir am 05.03.2026 an der HTWD zahlreiche Teilnehmende begrüßen, um gemeinsam zu erarbeiten, wie Nachhaltigkeit wirkungsvoll in die berufliche Bildung integriert werden kann.

Ein besonderer Fokus lag auf der praktischen Umsetzung und Verstetigung von Nachhaltigkeitsinhalten. So wurden im Rahmen des Workshops auch die im Projekt entwickelten digitalen Lernangebote vorgestellt, insbesondere die Nutzung der Lernplattform OPAL für Online-Kurse. Diese ermöglichen eine flexible, ortsunabhängige und zielgruppengerechte Vermittlung von Nachhaltigkeitsthemen und tragen dazu bei, entsprechende Inhalte langfristig in Lehr- und Lernprozesse zu integrieren.

Darüber hinaus standen die Erprobung und Reflexion verschiedener Nachhaltigkeitsmethoden im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in didaktische Ansätze, die speziell für den Einsatz in der Arbeit mit Schüler:innen und Studierenden getestet wurden. In interaktiven Formaten konnten diese Methoden direkt angewendet und hinsichtlich ihrer Wirkung diskutiert werden.

Ein wesentliches Qualitätsmerkmal des MONAMINT-Projekts ist die intensive Test- und Evaluationsphase der entwickelten Nachhaltigkeitskurse. Die Inhalte wurden mehrfach erprobt, systematisch ausgewertet und kontinuierlich weiterentwickelt. Dadurch konnte eine hohe fachliche und didaktische Qualität sichergestellt werden, die eine nachhaltige Verankerung der Themen in der beruflichen Bildung unterstützt.

Neben den inhaltlichen Schwerpunkten bot der Workshop auch Raum für Austausch und Vernetzung. Verschiedene Projekte und Institutionen kamen miteinander ins Gespräch, knüpften neue Kontakte und legten damit eine wichtige Grundlage für zukünftige Kooperationen.

Der Transferworkshop hat gezeigt, wie innovative Lehrformate, digitale Lernplattformen und bewährte Methoden zusammenwirken können, um Nachhaltigkeit erfolgreich in Bildungsprozesse zu integrieren. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden sind positiv und bestätigen uns darin den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und die entwickelten Ansätze weiter zu verbreiten und auszubauen.

Öffentlichkeitsarbeit

Die Projektmitarbeitenden der HTW Dresden präsentieren in Workshops, auf wissenschaftlichen Tagungen und im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen ihre Projektergebnisse:

  • Workshop on E-Learning 2025
  • Science Forum 2025
  • Netzwerktreffen Chemie & E-Learning

Die Projektgruppe nutzt zudem den Campustag der HTW Dresden und die Lange Nacht der Wissenschaft, um ihre Ergebnisse auch der breiten Öffentlichkeit mit Mitmachversuchen und Postern zu präsentieren und so auf die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit in der Chemiebranche aufmerksam zu machen.

Förderhinweise des Projektes MONAMINT