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Fakultät Geoinformation

Förderung durch BMWK

Hypo… was? BMWK fördert „Hypokeimenon“ an der Fakultät Geoinformation

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert ein zweijähriges Forschungsprojekt zur automatisierten Konvertierung von 2D-Bauzeichnungen in moderne Bauwerksinformationsmodelle (BIM). Mit der Software können Wohnungsbaugesellschaften ihr Portfolio zukünftig besser digital managen und ihren Mietern bessere Wohnungen anbieten.

Die Informationsübertragung einer CAD-Zeichnung in ein bauteilorientiertes BIM-Modell kann derzeit nur manuell durchgeführt werden. Dabei wird die CAD-Zeichnung in die BIM Software geladen und die Bauteile manuell an den Zeichnungselementen ausgerichtet. Das ist ein zeitaufwendiger und teurer Prozessschritt, der ein hohes Automationspotential verspricht. Automation spart Zeit und Geld und ermöglicht es dem Hamburger Projektpartner map-topomatik, bessere und schnellere Dienstleistungen für mehr Kunden zu erbringen.

Wie kommt es zum Projekttitel? Ein Hypokeimenon ist das, was in einem individuellen Gegenstand seinen unveränderlichen Gehalt ausmacht. In der Philosophie des Aristoteles beschreibt ein Hypokeimenon die kleinste zugrundeliegende Bedeutungseinheit, über die etwas ausgesagt werden kann. In unserem Digitalisierungsprojekt erfolgt die Faktenrepräsentation in einer Graph-Datenbank. Hier werden die kleinsten Bedeutungseinheiten auf eine Subjekt-Prädikat-Objekt-Struktur reduziert. Diese Bedeutungseinheit beharrt im Wechsel der Zustände – hier: im Zustandswechsel CAD nach BIM. Ein Hypokeimenon kann Objekt oder Eigenschaft sein. Als Objekt ist es ein Allgemeinbegriff („Mensch“, “Linie“) oder ein individuelles Ding („Sokrates“, „Line #17 in CAD Datei xyz.dxf“). Als Eigenschaft ist es die individuelle Eigenschaft („das an Sokrates wahrgenommene weiß“, „der Layer der Linie“) oder die allgemeine/mögliche Eigenschaft (das „Weiße“, der „Layer“). Jedes Hypokeimenon wird einheitlich in der Wissensdatenbank gespeichert – dies ermöglicht eine hochgradig generische (d.h. modular erweiterbare) Systemarchitektur.

Unser Forschungspartner map topomatik ist Dienstleister für Unternehmen der Immobilienwirtschaft. Seit 1993 entwickelt map topomatik für seine Kunden innovative Software für das Management komplexer Arbeitsabläufe. Als Spezialist für Digitalisierung macht map topomatik Geschäftsprozesse mit Hilfe des virtuellen Abbildes von Immobilienbeständen online sichtbar und organisiert sie. Map topomatik vereinfacht die Arbeitsweisen seiner Kunden aus der Immobilienwirtschaft bei der Bestandserfassung, Pflege und Kontrolle von Objekten rund um ihre Immobilien.

Projektleitung: Prof. Christian Clemen