Studiengang in Entwicklung: Computer- and Geoscience in Archaeology

Fakultät Informatik/Mathematik

Bild, dass die Verarbeitung von Geländedaten vom Orthofoto bis zum Höhenlinienmodell darstellt

Archäoinformatik an der HTW Dresden

Zurzeit erarbeitet ein interdisziplinäres Team von Forschenden und Lehrenden der HTW und anderer Institutionen einen neuen Studiengang im Feld der Archäoinformatik. Die Archäoinformatik beschäftigt sich mit der Anwendung von Informationstechnologien zur Lösung der vielfältigen Herausforderungen, welche die Erforschung, der Schutz, die lehrende Vermittlung und Nutzung des materiellen Kulturerbes der Menschheit stellen. Der Studiengang wird als internationaler Studiengang mit der Lehrsprache Englisch und in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern geplant.

Forschende der HTW Dresden arbeiten schon lange in verschiedenen Bereichen an technologischen Anwendungen aus der Informatik, der Geoinformation und der Fernerkundung in der Archäologie. Erfolgreiche Projekte wie Archaeocopter und Archaeonautic haben das Potenzial der interdisziplinären Kooperation von technologie und Archäologie wiederholt bewiesen.

Basierend auf solchen erfolgreichen Kooperationsprojekten haben sich Forschende und Lehrende der HTW Dresden, des Deutschen Archäologischen Institutes und der Nationaluniversität der Mongolei zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen, um formale Ausbildungsangebote zu erarbeiten und so den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Naturwissenschaft, Ingenieureswesen und Geisteswissenschaften zu fördern.

Der zunehmenden Bedeutung und Verbreitung von Technologien in der Archäologie und Denkmalpflege steht ein Mangel an formalen Ausbildungsmöglichkeiten für diesen Sektor gegenüber. An der HTW entsteht so ein einmaliges Studienangebot, das gezielt auf die Nachfrage des Arbeitsmarktes im Kulturerbesektor zugeschnitten wird.

Internationale Zusammenarbeit

Seit 2018 unterstützt das ArchaeoCopter Team der HTW Dresden die Forschungen der Mongolisch-Deutschen Orkhon-Expedition in der Mongolei. In diesem Projekt untersuchen Wissenschaftler*innen der Mongolischen Akadmie der Wissenschaften, der Mongolischen Nationaluniversität und des Deutschen Archäolgischen Institutes den Prozess der mittelalterlichen Urbanisierung in der Steppe Eurasiens. Im Jahr 2019 unterzeichneten die Nationaluniversität der Mongolei und die HTW Dresden ein Memorandum of Understanding, mit dem sie ihre Absicht bekräftigten, die Zusammenarbeit zu vertiefen und gemeinsam Ausbildgunskapazitäten in der Archäoinformatik zu schaffen

Förderung durch den DAAD - HAW.international

Dieses Vorhaben wird durch den DAAD im Rahmen das Programms HAW.international gefördert. Das Programm unterstützt die dauerhafte und nachhaltige Internationalisierung der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, durch Austausch und Kooperation mit interantionalen Partnern sowie durch die Entwicklung internationaler Studiengänge. Die Entwicklung des internationalen Studiengangs wird vom DAAD durch Sachmittel für Material, Stipendien für die Mobilität von Studierenden und Lehrenden zwischen den Partnerhochschulen sowie durch Personalmittel gefördert.

Der neue Master-Studiengang "Computer- and Geoscience in Archaeology"

Das Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Masterstudienganges, der die interdisziplinäre Arbeit zwischen Archäologie, Informatik und Geoinformation fördert. Der Studiengang soll als Weiterbildender Studiengang für Absolvierte beider Fachrichtungen offen stehen. Studierende mit einem technisch-informatischen Hintergrund werden zu Beginn mit den Grundlagen, Quellen, Methoden und Problemen der Archäologie vertraut gemacht. Studierende mit einem fachlichen Hintergrund in Archäologie erhalten eine Einführung in die für den Bereich relevanten Grundlagen und Methoden der Informatik. Einen weiteren Schwerpunkt werden Methoden der Geoinformation und Fernerkundung bilden. Darüber hinaus werden die Studierenden mit Fragen der Aufbereitung und medialen Vermittlung archäologisch-historischer Zusammenhänge an die Öffentlichkeit vertraut gemacht. Im Verlaufe des Studiums erhalten die Studierenden die Möglichkeit, an Projekten der beteiligten Institutionen teilzunehmen und so Erfahrungen in der Feld- und Forschungsarbeit zu sammeln.

Virtual Summer School "Computer- and Geoscience in Archaeology"

Als Startschuss für die Lehraktivitäten organisieren die beteiligten Partner im September 2020 eine virtuelle Summer-School "Computer- and Geoscience in Archaeology". Die Summer-School steht fortgeschrittenen Studierenden und Graduierten der Archäologie und auch Informatischer Fächer offen, die erste Erfahrungen in der Anwendung von Infornationstechnologien in der Archäologie sammeln wollen.

Die Summer-School bietet, je nach fachlichem Hintergrund der Teilnehmer*innen, kurze Einführungen in die Grundlagen der Archäologie bzw. Informatik und Geoinformatik. Anschließend werden verschiedene Themen der Archäoinformatik und der Digital Humanities behandelt. Die Teilnehmer*innen erhalten die Möglichkeit, die erlernten Fähigkeiten an ihren eigenen Projekten oder mit zur Verfügung gestellten Daten und unter Betreuung der Dozenten anzuwenden.

Weitere Informationen und Anmeldung