ID-Ideal

Fakultät Informatik/Mathematik

zwei Gabelstapler transportieren Boxen

Projekt ID-Ideal - Arbeitspaket Industrie 4.0

Sichere Digitale Identitäten - im Kontext von Industrie 4.0 Anwendungen

Im Rahmen des Projektes ID-Ideal soll der Umgang mit digitalen Identitäten in Wirtschaft und Verwaltung sicherer und einfacher gestaltet werden. Der moderne Mensch besitzt im Durchschnitt ca. 70 digitale Identitäten. Das Management dieser Identitäten, als auch die Hoheit und Sicherheit über die mit diesen Identitäten verknüpften eigenen Daten zu behalten, ist den meisten Menschen nach Stand der Technik unmöglich. ID-Ideal möchte diese vielen IDs deswegen durch eine einzige sichere digitale ID ersetzen und eine Basis für bestehende und künftige digitale Identitätsdienste und breitenwirksame Alltagsanwendungen schaffen. Die Basis ist das sogenannte ID-Ideal Trust Framework, es regelt die technische, semantische und rechtliche Interoperabilität von Diensten und Anwendungen.

Handling von IDs

Spricht man von sicheren digitalen Identitäten kommt man in unserer hoch technologisierten Welt nicht daran vorbei auch die Schnittstelle zwischen Menschen und Maschinen zu betrachten. Im Kontext von Industrie4.0 befasst sich deshalb ein Arbeitspaket des Projektes ID-Ideal mit der Integration und Anwendung des ID-Ideal Trust Frameworks sowie des Self-sovereign Identity (SSI)-Konzeptes auf cyberphysische Systeme. Dies erfolgt anhand von zwei Industrieszenarien begleitet durch die Firma Jungheinrich AG, welche als Referenz für die Mietnutzung von Flurförderzeugen in industriellen Umgebungen dienen.

Stapler lädt Gemüse

Anwendungsszenarien in der Industrie

Im ersten Anwendungsszenario werden hierbei an unterschiedlichen Standorten Flurförderzeuge (Gabelstapler) bereitgestellt. Der Zugriff auf die Stapler soll einfach und praktikabel über eine digitale ID erfolgen. Hierbei müssen sämtliche Nachweise des Nutzers, wie Fahrbefugnis oder das Alter bereitgestellt werden. In speziellen Anwendungsfällen müssen Restriktionen, wie das Verhindern der Weiterleitung von personalisierten Daten an den Vermittler, beachtet werden. Daneben erhält der Anwender sämtliche Informationen zum identifizierten Mietobjekt. Dazu zählen neben statischen Daten wie Typ oder Einsatzzweck ebenfalls dynamische Daten wie Betriebsstunden oder der Nachweis einer ordnungsgemäßen Wartung. Zur Ermittlung der statischen und dynamischen Parameter des Assets wird ein IoT-Field-Device mit direkter Einbindung in das ID Managementsystem benötigt und dient durch die nahtlose Integration als Referenz für eine Vielzahl weiterer Anwendungsfälle. Die Abrechnung erfolgt über ein Pay-per-Use Modell nach genutzten Betriebsstunden, hierbei identifiziert sich der Nutzer gegenüber einem Vermittler oder dem Hersteller.

Im zweiten Anwendungsszenario geht es um die kurz- und mittelfristige Mietnutzung von Komplementärgütern. Die Kunden (hauptsächlich Unternehmen, aber auch private Endkunden) identifizieren sich beim Rental-Park und erhalten anhand Ihrer konkreten Anforderungen und Voraussetzungen die passenden Maschinen. Da in diesem Szenario nicht nur Produkte eines Herstellers angeboten werden, muss eine Identifikation und Selektion der Produkte verschiedener Hersteller erfolgen. Dabei wird ein vertrauenswürdiges und unabhängiges ID-Managementsystem auf Basis des ID-Ideal Trust Frameworks eingesetzt. In den Anwendungsszenarien der Jungheinrich AG kann anhand der geplanten Vermietungen von mehr als 180.000 digitalen Identifizierungen pro Jahr ausgegangen werden.

Die Forschungsziele für den Schwerpunkt Industrie 4.0 sind:

1. Generisches Integrationskonzept zur universellen Anbindung von digitalen ID-Lösungen an cyber-physische Assets

2. Sichere Identifizierung über standardisierte Protokolle zwischen industriellen Maschinen

3. Abbildung von systemspezifischen Identifikationsmerkmalen in einheitlichen Informationsmodellen

4. Automatisierte ID-Management per Verifiable Credentials von cyberphysischen Assets

Kontakt:

Dipl.-Ing.(FH) Markus Höfgen

Forschungsmitarbeiter

Dipl.-Ing.(FH) Markus Höfgen

Gefördert durch:

Gefördert durch BMWI

Förderprogramm:

Schaufenster "Sichere Digitale Identitäten"

Projektpartner:

Partner Logos

Projektlaufzeit

Mai 2021 - April 2024